Ch. 37 | Was die Wüste schön macht (What Makes the Desert Beautiful)

Ch. 37 | Was die Wüste schön macht (What Makes the Desert Beautiful)

vor 1 Tag
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Beschreibung

vor 1 Tag




Wir waren am achten Tag nach meiner Panne (die
Panne: breakdown / 故障、抛锚) in der Wüste, und ich
hatte den letzten Tropfen meines Wasservorrats (der
Wasservorrat: water supply / 储水、水储备) getrunken.


»Ach«, sagte ich zum kleinen Prinzen, »deine Erinnerungen sind
sehr schön, aber ich habe mein Flugzeug noch nicht repariert, ich
habe nichts mehr zu trinken, und ich wäre glücklich, wenn auch
ich ganz gemütlich zu einem Brunnen spazieren könnte!« »Mein
Freund, der Fuchs...«, sagte er zu mir. »Mein
kleines Kerlchen (das Kerlchen: little fellow /
小家伙), es geht nicht mehr um den Fuchs!« »Warum?« »Weil
wir vor Durst sterben werden...«


Er verstand meine Überlegung (die Überlegung:
reasoning/thought / 思考、想法) nicht und antwortete:
»Es ist gut, einen Freund gehabt zu haben, selbst wenn man
sterben muss. Ich bin sehr froh, einen Fuchs als Freund gehabt zu
haben...« Er ermisst (ermessen: to measure/realize /
衡量、意识到) die Gefahr nicht, sagte ich mir. Er hat nie
Hunger oder Durst. Ein bisschen Sonne genügt ihm...


Aber er sah mich an und antwortete auf meinen Gedanken: »Ich habe
auch Durst... suchen wir einen Brunnen...« Ich machte
eine Geste (die Geste: gesture /
手势) der Hoffnungslosigkeit (die
Hoffnungslosigkeit: hopelessness / 绝望): es
ist absurd (absurd: absurd / 荒谬的), in der
Unermesslichkeit der Wüste auf gut Glück einen Brunnen zu suchen.
Dennoch machten wir uns auf den Weg.


Als wir stundenlang schweigend dahingegangen waren, brach die
Nacht herein, und die Sterne begannen zu leuchten. »Hast du also
auch Durst?«, fragte ich ihn. Er antwortete nicht auf meine
Frage. Er sagte nur: »Wasser kann auch gut sein für das Herz...«
Ich verstand seine Antwort nicht, aber ich schwieg... Ich wusste
wohl, dass man ihn nicht fragen durfte.


Er war müde. Er setzte sich. Ich setzte mich neben ihn. Und nach
einem Schweigen sagte er noch: »Die Sterne sind schön, wegen
einer Blume, die man nicht sieht...« Ich antwortete: »Gewiss«,
und betrachtete ohne zu sprechen die Sandfalten (die
Sandfalte: sand fold/dune / 沙丘的褶皱) unter dem
Mondlicht. »Die Wüste ist schön«, fügte er hinzu. Und das war
wahr. Ich habe die Wüste immer geliebt. Man setzt sich auf eine
Sanddüne. Man sieht nichts. Man hört nichts. Und doch leuchtet
etwas in der Stille...


»Was die Wüste schön macht«, sagte der kleine Prinz, »ist, dass
sie irgendwo einen Brunnen verbirgt (verbergen: to
hide/conceal / 隐藏、掩藏)...«


„Kapitel 37 zusammengefasst: Am achten Tag in der Wüste ist das
Wasser des Piloten aufgebraucht. Er fürchtet, vor Durst zu
sterben, doch der kleine Prinz hat keine Angst und ist froh,
einen Fuchs als Freund gehabt zu haben. Gemeinsam machen sie sich
auf die fast hoffnungslose Suche nach einem Brunnen. In der Nacht
schauen sie in die Sterne. Der kleine Prinz sagt, Wasser könne
auch gut für das Herz sein, und spricht einen der berühmtesten
Sätze des Buches: ‚Was die Wüste schön macht, ist, dass sie
irgendwo einen Brunnen verbirgt.‘“



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