Ladeinfrastruktur für Logistik: Wie kommt der Strom zum E-Lkw?

Ladeinfrastruktur für Logistik: Wie kommt der Strom zum E-Lkw?

vor 1 Woche
Ein Gespräch mit Marc Oertker von Greenflash
34 Minuten
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Podcast
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Die Elektromobilität wächst – und wir schauen hinter die Kulissen, beleuchten Trends und Kontroversen.

Beschreibung

vor 1 Woche

Eine Milliarde Euro Förderung für Ladeinfrastruktur im
Schwerlastverkehr – und plötzlich wird aus der Elektrifizierung
von Lkw ein handfestes Branchenthema. Doch wer glaubt, es gehe
jetzt einfach nur darum, ein paar Schnelllader auf den Hof zu
stellen, unterschätzt die Dimension der Transformation gewaltig.
Es geht um das Logistik-Energiesystem der Zukunft!


In dieser Episode von eMobility Insights spricht
electrive-Chefredakteur Peter Schwierz mit Marc Oertker,
verantwortlich für den Technischen Vertrieb bei Greenflash, über
die eigentliche Herausforderung hinter dem E-Lkw-Boom:
intelligente Energiesysteme. Denn wie Oertker im Gespräch
deutlich macht: „Der Ladepunkt allein ist noch keine Lösung.
Entscheidend ist das System dahinter.“


Gemeint ist damit weit mehr als klassische Ladeinfrastruktur. Es
geht um Netzanschlüsse, Batteriespeicher, PV-Anlagen,
Lastmanagement und dynamische Strompreise – und darum, wie all
diese Komponenten intelligent zusammenspielen müssen, damit E-Lkw
wirtschaftlich betrieben werden können. Dass sich dadurch auch
die Anforderungen an Logistikstandorte verändern, beschreibt
Oertker pointiert: „Früher hat man bei Logistikstandorten auf die
Nähe zur Autobahn geschaut – heute gewinnt der mit dem großen
Netzanschluss.“
Energiesystem und E-Fahrzeuge zusammen denken

Im Gespräch erklärt der Experte, warum viele Unternehmen aktuell
noch falsch an das Thema herangehen: „Viele wollen erst den Lkw
kaufen und sich dann um die Infrastruktur kümmern. Aber beides
muss parallel gedacht werden“, sagt Oertker. Denn wer erst die
E-Lkw bestellt und sich anschließend mit Netzkapazitäten oder
Genehmigungen beschäftigt, verliert im Zweifel wertvolle Zeit –
oder scheitert gar an fehlender Anschlussleistung.


Besonders spannend: Greenflash simuliert komplette
Logistikstandorte als „digitale Zwillinge“, um Ladefenster,
PV-Erzeugung, Strompreise und Fahrzeugbewegungen intelligent
miteinander zu verzahnen. Ziel ist es, Strom möglichst günstig
selbst zu erzeugen, intelligent zwischenzuspeichern und optimal
in die Fahrzeuge zu bringen. Dadurch, so Oertker, ließen sich die
Energiekosten teilweise drastisch senken.
Fuhrparkmanager wird Energiemanager

Dabei wird schnell klar, dass sich auch die Rolle der
Logistikunternehmen selbst verändert. „Der Fuhrparkmanager wird
künftig ein Stück weit zum Energiemanager“, sagt Oertker. Denn
wer große elektrische Flotten betreibt, wird automatisch Teil des
Energiemarkts – inklusive eigener Stromstrategie, Lastmanagement
und neuer Geschäftsmodelle rund um Energie.


Neben den technologischen Fragen geht es in der Episode auch um
unternehmerische Entscheidungen: Welche Flotten lassen sich heute
schon sinnvoll elektrifizieren? Welche Rolle spielt die
Mautbefreiung? Und warum entstehen in der Logistik gerade völlig
neue Wettbewerbsvorteile durch günstige Energiepreise?


Für Oertker ist klar: Die entscheidenden Jahre beginnen gerade!
„Die Unternehmen müssen jetzt die Weichen stellen. Die
Entscheidung noch fünf Jahre zu vertagen, wird fatal werden.“


Eine Episode über Elektro-Lkw, ja – aber vor allem über Energie,
Strategie und die Frage, wie Logistikunternehmen in Zukunft
energetisch unabhängig und dadurch wettbewerbsfähig bleiben.

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