Wie laden Elektro-Lkw smart, wenn Infrastruktur noch knapp ist?

Wie laden Elektro-Lkw smart, wenn Infrastruktur noch knapp ist?

vor 1 Tag
Ein Gespräch mit Markus Kröger von K2 Mobility
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Podcast
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Die Elektromobilität wächst – und wir schauen hinter die Kulissen, beleuchten Trends und Kontroversen.

Beschreibung

vor 1 Tag

Die Elektrifizierung schwerer Lkw wird oft mit diesen Einwänden
ausgebremst: zu wenig Ladeinfrastruktur, zu wenig
Netzanschlussleistung am Depot, zu viele Unsicherheiten im
Betrieb. Markus Kröger, Geschäftsführer von K2
Mobility, hält dagegen: „Ich glaube, es geht wesentlich mehr, als
sich die Logistiker heutzutage zutrauen.“


In dieser Episode von eMobility Insights spricht
Peter Schwierz mit Markus Kröger darüber, wie elektrische Lkw und
Busse trotz knapper Infrastruktur zuverlässig und wirtschaftlich
betrieben werden können. Der Schlüssel liegt für ihn nicht allein
in mehr Ladepunkten, sondern in der intelligenten Verbindung von
Transportplanung, Fahrzeugdaten, Energiebedarf und Ladeprozessen.
Oder anders gesagt: Laden darf nicht isoliert als Energiethema
betrachtet werden, sondern muss Teil des operativen
Logistikbetriebs werden.


K2 Mobility steuert mit der Software Panion genau diese
Schnittstelle. Das System verknüpft Tourenpläne, Echtzeitdaten
aus Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur und Energieverfügbarkeit, um
daraus konkrete Ladestrategien abzuleiten. Entscheidend ist
dabei, was nach dem Laden passiert: Welche Tour steht an? Wann
muss der E-Lkw los? Wie lang ist die Strecke? Welche Zuladung,
Stopps und Lieferfenster sind zu berücksichtigen? Daraus ergibt
sich, wann welches Fahrzeug wie viel Energie braucht. Krögers
Prinzip: „Die Entscheidung, wann welcher E-Lkw, wo, wie viel lädt
und wann er damit fertig sein muss, muss 100 Prozent abgestimmt
werden auf den Logistikauftrag.“


Im Gespräch wird deutlich: Der Umstieg vom Diesel auf den E-Lkw
ist nicht nur ein Antriebswechsel, sondern auch ein
Kulturwandel. In der Dieselwelt wurde getankt,
wenn der Tank leer war – und meist vollgetankt. Bei elektrischen
Lkw reicht dieses Muster nicht mehr aus. Ladezeiten, Reichweiten,
Netzlimits und die Verfügbarkeit geeigneter Ladepunkte machen den
Betrieb komplexer. Gleichzeitig eröffnet genau diese Komplexität
neue Effizienzpotenziale, wenn sie digital beherrscht wird.
Kröger bringt es auf den Punkt: „Vor der Elektrifizierung kommt
die Digitalisierung.“


Wie weit dieser Ansatz schon heute reicht, zeigen die
Praxisbeispiele aus dem Gespräch. In Norwegen begleitet K2
Mobility den Lebensmittel-Logistiker ASKO, der bereits mehr als
300 elektrische Lkw betreibt und keine neuen Dieselfahrzeuge mehr
anschaffen will. Auch bei Amazon in Großbritannien, bei deutschen
Pionieren wie Stickel und Rotärmel sowie beim Thema dynamische
Reservierung öffentlicher Truck-Ladepunkte wird deutlich:
E-Lkw-Betrieb ist längst nicht mehr nur ein Pilotprojekt für
kurze Depot-Umläufe. Selbst längere Touren mit Zwischenladung
können wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn klar ist, wann, wo und
wie viel nachgeladen werden muss.


Dabei bleibt die Priorität immer dieselbe: Der
Logistikbetrieb muss funktionieren. Energiekosten, Smart
Charging, Drittladen, netzdienliches Laden oder zusätzliche
Erlösmodelle kommen erst danach. „Betriebskontinuität als oberste
Priorität“ – dieser Gedanke zieht sich durch das gesamte
Gespräch.


Die zugespitzte Botschaft dieser Folge: Wer elektrische Lkw
skalieren will, sollte nicht auf die perfekte Ladeinfrastruktur
warten. Mit digitalen Systemen, realistischen Daten und einer
integrierten Ladestrategie lässt sich schon heute deutlich mehr
erreichen, als viele Flottenbetreiber glauben. Markus Krögers
Appell an die Branche ist entsprechend klar: „Jetzt
anfangen!“
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