Bettina Komm: Das tut mir sehr sehr leid

Bettina Komm: Das tut mir sehr sehr leid

vor 1 Woche
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Beschreibung

vor 1 Woche

Das Interview wurde erstmalig am 17. 11. 2025 veröffentlicht.


Die Ärztin Bettina Komm spricht leise und hochkonzentriert —
manchmal ringt sie um Worte, manchmal kämpft sie mit den Tränen.
Ihre Geschichte ist die einer Frau, die als Medizinerin dem
öffentlichen Narrativ vertraute, selbst schwer erkrankte und
heute tiefes Bedauern verspürt. Und es ist die Geschichte eines
Menschen, der – auf der Suche nach Heilung – eine vorsichtige
Hoffnung in sich trägt. Bettina Komm hat geimpft und wurde
geimpft — und sie möchte offen darüber sprechen.


„Mein Anliegen ist es, hier über die Erkrankung zu sprechen und
auch über das Thema Impfen zu sprechen, weil ich selber geimpft
wurde, davon auch Impfschäden davongetragen habe, also selber
betroffen bin, und auch selber geimpft habe.“
Vertrauen auf das offizielle Narrativ

Bettina Komm, eine seit 2016 approbierte, chirurgisch tätige
Ärztin, schildert ihren Weg der letzten Jahre mit leiser Stimme.
Immer wieder werden die Sätze der zarten, zerbrechlich wirkenden
Frau von Pausen, Tränen und dem Ringen um Worte unterbrochen.
Denn schon Ende 2019 musste sie ihre ärztliche Tätigkeit
beenden: „Weil ich selber erkrankt bin.“


Aus dieser Erkrankung, geprägt von Symptomen, die sie
rückblickend als COVID-Symptome einordnet – entwickelte sich
ein komplexer Leidensweg, der ihr Leben grundlegend veränderte.
Zunächst litt sie an völliger Erschöpfung, Kraftlosigkeit,
Gliederschmerzen und Lichtempfindlichkeit, bis – „ich hab es
damals als Segen gesehen – endlich weiß jemand, was ich
habe“ – eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. Nach zwei
Operationen und einem Rehaaufenthalt versuchte sie, wieder ins
Leben zu finden. Doch dann, Anfang 2020, überschattete die
Corona-„Pandemie“ ihren Alltag. Aus gesundheitlicher Schwäche,
Verunsicherung und Sorge suchte sie Orientierung in offiziellen
Quellen und empfohlenen Maßnahmen. So habe sie jeden Abend die
Tagesschau gesehen, um auf dem Laufenden zu bleiben, erzählt sie
im Gespräch mit Johannes Clasen. Auch habe sie regelmäßig den
Podcast von Prof. Drosten gehört. Ihm, dem Spezialisten von der
Charité, habe sie vertraut. Sie habe ihn als „kompetenten
Wissenschaftler“ gesehen, der Studien zitiert habe.


„Ich war im Vertrauen, dass das Hand und Fuß hat.“


Das Vertrauen in die offizielle Linie und das Gefühl, eine
Vorbildfunktion im Umfeld innezuhaben, bestimmten konsequent ihr
Verhalten. Bettina Komm zweifelte nicht und versuchte, alles, was
seitens der Schulmedizin und der Politik empfohlen wurde,
gewissenhaft umzusetzen.
Die Impfung – persönliche Erfahrung und berufliches Handeln

Als die Impfungen verfügbar waren, ließ sie sich im Februar 2021
erstmalig mit AstraZeneca impfen. Sie war froh darüber, sah die
Impfung als den „Weg raus“ aus dem Lockdown. Doch die
körperlichen Reaktionen nach der ersten Dosis waren heftig:


„Diese Impfung hat mich einfach mal zwei Wochen ausgeknockt.“


„Ganz furchtbar“ sei es ihr ergangen. Dennoch ließ sie sich ein
zweites Mal impfen, und entschied sich aufgrund der Studienlage
bewusst erneut für AstraZeneca. Die körperlichen Probleme
blieben:


„Das war ähnlich schlimm, also ich hatte direkt nach der Impfung
diese schlimmen Nebenwirkungen.“


Später, als AstraZeneca schon vom Markt genommen war, ließ sie
sich noch ein drittes Mal impfen – diesmal mit BioNTech.
Sukzessive verschlechterte sich ihr körperlicher Zustand:


„Mein Lymphödem hat sich nach jeder Impfung verschlimmert, das
hatte ich von der OP, das hat sich nach jeder Impfung
verschlechtert, und mein Allgemeinzustand auch.“


Die körperlichen Folgen halten an bis heute – und treffen sie
existenziell: „Katastrophal“ sei ihr Zustand, sagt sie
unter Tränen.


Bis zu ihrem körperlichen Zusammenbruch arbeitete sie, überzeugt
von dem, was sie tat, neben ihrer Teilzeittätigkeit als Ärztin im
Homeoffice ein bis zweimal pro Woche in Impfzentren in Berlin.
Gerne habe sie diese Arbeit gemacht, sagt sie, sah sie die
Impfung doch immer noch als notwendigen Weg aus dem Lockdown an.
Zudem sei die Vergütung attraktiv gewesen. Da sie aufgrund ihres
körperlichen Zustands nur reduziert arbeiten konnte, sei die
Arbeit im Impfzentrum eine gute Möglichkeit gewesen, „dann
bisschen mehr auf dem Konto“ zu haben. Rückblickend ringt sie mit
der Verantwortung für die Menschen, denen sie die Impfung
empfohlen und die sie selbst geimpft hat:


„Da empfinde ich großes Bedauern und das tut mir sehr, sehr leid,
dass ich damals nicht anders mich hab verhalten können.“


Und klar formuliert sie ihre heutige Botschaft an die, „die
ich geimpft habe, … denen ich gesagt habe, lasst euch impfen.“


„Ich würde es heute nicht mehr empfehlen.“
Die Folgen: ein Leben mit ME/CFS und Grenzerfahrungen

Bettina Komms Alltag ist heute geprägt von den Symptomen einer
schweren ME/CFS-Erkrankung, zusätzlich getriggert durch
Reaktivierungen der Cytomegalie- und EpsteinBarr-Viren. Morgens
wache sie schon mit Schmerzen und einem Gefühl von körperlicher
Schwere auf. Alles müsse sie sehr langsam und ruhig machen.


„Aufstehen, Kaffee machen, ins Bad gehen, das braucht absolute
Ruhe, […] da darf nichts von außen kommen, was mich irgendwie
stresst.“


Arbeitsfähig sei sie dadurch nicht mehr. Ihrem früheren Hobby,
der Jägerei, könne sie ebenfalls nicht mehr nachgehen. Da sie den
Weg in das Revier nicht allein bewältigen kann, komme sie


„heute nicht mehr in den Wald, nicht alleine. […] Wenn mich
jemand hinbringt, dann bin ich da vielleicht eine halbe Stunde
und dann muss ich wieder zurück und dann ist der Tag quasi fast
vorbei.“


Finanzielle und bürokratische Hürden verschärfen ihre Lage. Bis
vor Kurzem habe sie eine Berufsunfähigkeitsrente bekommen, da
Gutachter „eine psychische Vermutung in den Raum gestellt und …
mir ein Jahr Zeit gegeben“ hatten, „wieder fröhlicher zu werden.“
Offensichtlich sei ihr das gelungen, sagt sie bitter, da sie nun
gutachterlich als gesund eingestuft wurde. So sei sie heute bei
einem noch offenen Widerspruchsverfahren schwer krank und ohne
Einkommen


Ihre große Verzweiflung über ihren gesundheitlichen Zustand und
die Aussagen „der Schulmedizin“, dass sie „halt damit
leben“ müsse, dass das „jetzt immer so […] oder
schlimmer“ bleiben werde, führten sie „vor zwei oder
drei Jahren“ zu tiefen existenziellen Fragen. Sie
beschäftigte sich mit Tod und Sterben


„soweit, dass ich beim Verein für Sterbehilfe beigetreten bin,
weil ich mich echt gefragt hab, möchte ich so weiterleben?“


Die Antwort war: „Vielleicht auch nicht.“


Diese Grenzerfahrung war für sie nicht nur ein Tiefpunkt, sondern
ein Auslöser für Veränderung, ein Auslöser für die Entscheidung
für das Leben:


„Das war, so würde ich sagen, der Wendepunkt, … weil da ging auf
einmal eine Tür auf.“
„Nur weil das die Schulmedizin so sieht, muss es nicht so
sein.“

Dieser Wendepunkt brachte eine veränderte Perspektive mit sich:


„Es kam irgendwie noch einmal von außen die Info, nur weil das
die Schulmedizin so sieht, muss es nicht so sein.“


Sie fand Ärzte, die Hoffnung gaben, die ihr zusicherten, dass
fünf Jahre keine Zeit für Heilung seien. So begann sie, nach
Alternativen zu suchen und beschäftigt sich heute mit
alternativen Methoden – Bioresonanz, Natur,
Persönlichkeitsentwicklung, Bewusstseinsarbeit. Sie beschreibt
einen Prozess des Ausprobierens und Findens:


„Ich bin so jeden Schritt nachgegangen, wo ich gedacht habe, ja
das kann’s bringen.“


Heute ist sie überzeugt:


„Es gibt sicher einen Weg raus. Meine Aufgabe ist grad, den zu
finden. Da bin ich sicher inzwischen. … Den darf ich halt noch
finden.“
Verantwortung und Bilanz

Bettina Komm will ihre Geschichte erzählen – öffentlich und
ehrlich. Sie will aufklären, warnen, Verantwortung übernehmen.
Denn das Bewusstsein, anderen Menschen diese Injektion
verabreicht zu haben, sogar ihre Kinder zur Impfung gedrängt zu
haben, macht sie traurig. Kritisch benennt sie ihre persönliche
Bilanz:


„Kurz vor meiner dritten Impfung hab ich so das Gefühl bekommen,
wir kaufen uns ganz schön viel Nebenwirkungen ein.“


So war ihre Konsequenz:


„Ich hab dann auch aufgehört zu impfen und ich hab für mich nach
der dritten auch entschieden – jetzt reichts. […] Ich lass mich
nicht mehr impfen.“


Bettina Komms Weg ist ambivalent: Es ist der Weg einer
Medizinerin, die dem offiziellen Narrativ vertraute, einer
Patientin, deren Körper und Leben durch Krankheit schwer
gezeichnet sind, einer Mutter und Ärztin, die Entscheidungen
getroffen hat – und dafür Verantwortung übernimmt.


In dem Gespräch spricht sie nicht nur über medizinische Daten und
Diagnosen. Sie spricht über ihr Erleben, über ihre Ängste, ihre
Überzeugungen, über ihre Erschöpfung, ihre Erkenntnis, ihre
Scham, ihre Reue und auch über ihre vorsichtige Rückkehr zu
Hoffnung und Eigenverantwortung. Sie war überzeugt, das Richtige
zu tun und musste ihren Irrtum erkennen. Die Schwere und
Ehrlichkeit dieser Einsicht sind ihr Anstoß für das, wie sie in
diesem Gespräch öffentlich macht: ein offenes „Ich habe
geimpft“ und ein „Es tut mir leid“, verbunden mit der
Äußerung ihres Wunsches, ihre eigene Heilungsgeschichte weiter zu
suchen und zu finden. Denn Bettina Komm hat nicht aufgegeben.
Trotz Krankheit, Scham und Reue kämpft sie weiter für Heilung,
für Erkenntnis und für das Leben.
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