Senta Auth: Für mich war von Anfang an klar, irgendwas stimmt da nicht

Senta Auth: Für mich war von Anfang an klar, irgendwas stimmt da nicht

vor 1 Woche
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Beschreibung

vor 1 Woche

Das Interview wurde erstmalig am 29. 04. 2025 veröffentlicht.


Ein Gespräch mit der Schauspielerin Senta Auth über Haltung,
Verlust, Aufarbeitung und Wiedergutmachung.


Senta Auth ist bekannt aus der erfolgreichen Serie „Dahoam
is Dahoam“, in der sie über 14 Jahre lang eine beliebte
Hauptrolle spielte. Wer sie trifft, spürt sofort ihre Klarheit
und innere Stärke. Sie ist eine Frau mit Rückgrat, die sich nicht
verbiegen lässt – jemand, der nach seinem moralischen Kompass
lebt.


„Es gibt immer wieder Momente, wo man seine Moral aufrecht halten
muss angesichts der gesamten Verrücktheiten, die so auf der Welt
tagtäglich einem um die Ohren gehauen werden“,


sagt sie gleich zu Beginn des Gesprächs mit Johannes Clasen.


Doch diese Haltung hatte für sie Konsequenzen. Als 2021 die
Impfkampagne begann, machte sich im Ensemble der Serie Druck
breit: Man solle sich impfen lassen, damit es keine Drehausfälle
gebe und alles „mit Recht und Ordnung“ zugehe. Bei
einem Treffen mit Produktion und Redaktion bekannte Senta Auth
jedoch offen:


„Ich habe nicht vor, mir diese Injektion verabreichen zu lassen.“
Die Reaktion: „Schweigen im Walde“.


Wenige Wochen später kam die Nachricht, dass man sich von ihr
trennen werde. Offiziell hieß es, ihre Figur
sei „auserzählt“. Interessanterweise habe man ihr noch kurz
vor dieser Sitzung mitgeteilt, was man mit ihrer Figur vorhabe,
in welche Richtung man sie entwickeln, welche neue Geschichten
man für sie erfinden wolle.


„Das war schon sehr widersprüchlich“,


erinnert sich Senta Auth.


„Für mich war der Zusammenhang relativ klar erkennbar, was der
eigentliche Grund war.“


Ihre Überzeugung, sich nicht impfen zu lassen, war keine spontane
Entscheidung, sondern das Ergebnis gründlicher
Auseinandersetzung. Sie habe recherchiert, Fragen gestellt,
alternative Informationsquellen gesucht. So war schnell für sie
klar,


„dass das für mich gar nicht in Frage kommt und ich hab damit
auch nicht hinterm Berg gehalten. … Es gab da nicht auch nur eine
Sekunde, dass ich darüber nachgedacht habe, dass ich es mache.
Für mich war von Anfang an klar, irgendwas stimmt da nicht.“


Je mehr Bausteine sie sammelte, desto mehr habe sie sich
gewundert:


„Wie kann es sein, dass ein Impfstoff so schnell zugelassen wird?
Zu wenig Testphasen, zu wenig Studien, … .“


Immer mehr habe sie sich „mit diesen Geschichten befasst“,
sei da „immer weiter eingestiegen“ und habe „die
Dinge hinterfragt.“


Als sie sah, dass kritische Stimmen wie Sucharit Bhakdi oder
Wolfgang Wodarg diffamiert wurden, war für sie endgültig klar:


„Das kann nicht sein! Dass angesehene Mediziner so angegangen und
systematisch zugrunde gerichtet werden.“


Ihr Misstrauen wuchs und wuchs. „Irgendwas ist doch da
komisch“, habe sie sich immer wieder gedacht.


„Das geht nicht mit rechten Dingen zu, da stimmt was nicht.“


Mit ihrer Haltung stand sie in ihrer Branche zunehmend allein da.


„Das war eine ganz vergiftete Atmosphäre. … Ich wurde nicht mehr
gegrüßt, man hat mit mir auch nicht mehr viel Kontakt gehabt
hinter der Kamera.“


„Eine gruslige Geschichte“ sei es gewesen, sie habe sich wie
eine Aussätzige gefühlt, „wurde von Kollegen beschimpft“.
Aussagen prominenter Kollegen wie „mit Ungeimpften drehe ich
nicht mehr“ waren in der Branche nicht selten zu hören und
führten bei Senta Auth und anderen ungeimpften Schauspielern zum
faktischen Berufsverbot. Senta Auth beklagt: „Einen Diskurs
gab es da nicht“, ganz im Gegenteil.


„Wir sollten gefälligst mitmachen, dass man wieder ein freies
Leben führen kann.“


Für die Schauspielerin, die stets an Offenheit und Dialog
geglaubt hatte, war das ein Schock.


„Mein gesamtes Weltbild hat sich auf den Kopf gestellt. … Die
Kultur- und Künstlerszene hat genau in dieser Zeit so dermaßen
versagt, was Toleranz und frei denkende Gesellschaft betrifft.“


In der Kampagne „Alles auf den Tisch“ suchte sie
schließlich selbst das Gespräch – mit einer Ärztin aus
dem Köln/Bonner Raum, mit der sie das Schicksal der Kinder
während der Pandemie thematisierte.


„Das hat an Psychoterror gegrenzt, was man mit den Kindern in den
Schulklassen gemacht hat.“


Den Kindern und Jugendlichen habe man eine wichtige
Entwicklungsphase ihres Lebens genommen.


„Das hat man diesen Menschen geklaut, einfach geklaut. Und zwar
unter wirklich unmenschlichen Bedingungen.“


Eine Zunahme an Depressionen und Erschöpfungszuständen bei den
Heranwachsenden sei nun die Folge.


„Das ist ja nicht mehr aufzuholen, das ist vorbei“,


so Senta Auths Einschätzung.


Persönlich musste sie in der Corona-Zeit nicht nur beruflich
schwere Verluste verarbeiten. Ihr Vater starb
an ALS – „im Zeitraffer“ kurz nach der
Impfung. Eigentlich sei er ein gesunder und fitter Mann gewesen,
nach den Impfungen sei es ihm jedoch schnell sehr schlecht
gegangen. Dann folgte die ALS-Diagnose – für Senta Auth ist
der Zusammenhang evident. Jedoch weiß sie, dass „im Großen
und Ganzen … ja die Erkrankungen nicht auf die Impfung
zurückgeführt“ werden.


„Wie willst du es beweisen?“,


so ihre resignierte Frage.


Auch im Kollegen- und Freundeskreis musste sie mehrfach erleben,
dass Menschen nach der Impfung schwer krank geworden sind. Viele
Kollegen würden die Impfung wegen unangenehmer Nebenwirkungen
heute bitter bereuen.


„Sei froh. Sei froh, dass du es nicht gemacht hast“,


bekomme sie zu hören. Senta Auth ist sich jedoch sicher, dass ein
Großteil derer „wieder umfallen würde“, wenn mit ähnlichen
Druckmitteln gearbeitet würde. Wenn es wieder hieße


„ihr dürft nicht reisen, ihr dürft nicht in die Wirtschaft gehen,
ihr dürft nicht einkaufen und dieses und jenes und das, dann
machen sie es wieder, hundert pro. … Das ist dieser Angst- und
Druckmechanismus, der immer wieder funktioniert.“


Doch Senta Auth bleibt konsequent bei sich.


„Ich bin keine Systemhure“,


sagt sie entschieden. Sie hat ihren Beruf verloren, weil sie
ihrer Überzeugung treu geblieben ist – doch ihre Haltung bereut
sie nicht.


„Je mehr dieser Druck gestiegen ist, desto sicherer war mein
Entschluss.“


Auf die Frage, ob es jemals eine echte Aufarbeitung, ein
Schuldeingeständnis, eine Wiedergutmachung, einen heilenden
Dialog auf Augenhöhe geben könne, antwortet sie skeptisch:


„Ich seh ihn bis jetzt nicht, ich seh ihn nicht. Denn jedes Mal
wenn es versucht wird, wenn Leute eine Aufarbeitung herbeiführen
wollen, diverse Gruppen oder Einzelpersonen, dann kriegt man
Vorwürfe: Kannst du jetzt nicht mal die Vergangenheit ruhen
lassen? Wollt ihr da unbedingt immer weiter bohren?“


Auch sieht sie nicht, „dass irgendjemand … zur Rechenschaft
gezogen wird.“ Da die Medien, die Justiz, die Ärzteschaft
und die ganze Kulturszene aktiv die Ausgrenzung betrieben und
dadurch Schuld auf sich geladen hätten, sei eine ehrliche
Aufarbeitung von diesen Akteuren nicht zu erwarten.


„Ich seh es bis jetzt nicht. Ich hab die Hoffnung, aber ich seh’s
bis jetzt nicht. … Tut mir leid ich kann leider nichts Besseres
sagen.“


Und doch endet das Gespräch trotz aller Resignation und Skepsis
mit einem Funken Hoffnung. Denn für Senta Auth ist klar, dass es
für eine friedliche Aufarbeitung unverzichtbar ist, im Gespräch
zu bleiben und einen Dialog darüber zu führen was passiert ist.
So stellt sie abschließend fest:


„Aufhören darf man auf keinen Fall zu sprechen, aufzuklären,
Dialog zu führen.“


Und dazu ist sie bereit, trotz oder gerade wegen all des erlebten
Unbills.
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