Tanja: Ich zähle mich zu denen, die glaub ich Glück hatten

Tanja: Ich zähle mich zu denen, die glaub ich Glück hatten

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Beschreibung

vor 1 Tag

Das Interview wurde erstmalig am 21. 07. 2025 veröffentlicht.


Tanja ist Kinderkrankenschwester, Podologin und Heilpraktikerin.
Nach mehreren Corona-Impfungen entwickelte sie Symptome, die ihr
Leben grundlegend veränderten: neurologische Ausfälle, brennende
Schmerzen, Läsionen im Gehirn, chronische Erschöpfung. Die
klassische Schulmedizin bot ihr keine Erklärung – und keine
Hilfe. Erst als sie begann, selbst Verantwortung für ihre
Gesundheit zu übernehmen und alternative Wege zu gehen, fand sie
neue Hoffnung und erfuhr Besserung ihrer Beschwerden. Im Gespräch
mit Johannes Clasen erzählt sie von Leidensdruck und
Selbstverantwortung – und einem Gesundheitssystem, das dringend
offener für alternative Therapiekonzepte werden muss.


Tanja ist eine Frau, die nicht aufgibt. Heute ist sie 53 Jahre
alt und blickt auf eine Zeit zurück, die ihr Leben auf den Kopf
gestellt hat – eine Zeit mit vielen Tiefen, Schmerzen, Fragen,
Zweifeln. Und mit einem Weg, der für sie heute einer der
Selbstverantwortung und des Vertrauens in die
Selbstheilungskräfte ihres Körpers ist.


Tanja war viele Jahre lang Kinderkrankenschwester in einer Klinik
– in Teilzeit auf der Infektionsstation. Parallel arbeitete sie
als Heilpraktikerin und Podologin. Als die Corona-Pandemie
begann, zählte sie als medizinisches Personal zur priorisierten
Gruppe. Die Impfung war keine Option – sie war Pflicht. Es war
keine Frage, sich als klinisches Personal impfen zu
lassen. „Es war ein Muss.“


Im April 2021 erhielt sie die erste Dosis der Corona-Impfung
(BioNTech), die zweite bekam sie im Mai, später folgte noch ein
Booster. Alle Impfzentren seien damals überlaufen gewesen, sagt
sie, sodass sie auf ein weiter entferntes Impfzentrum ausweichen
musste. Die Lage in den Kliniken war ernst, auch in Tanjas
Umfeld: „In der Intensivstation war der Notstand
ausgebrochen. …. Es sind wirklich die Leute weggestorben, es war
wirklich so“, erinnert sie sich. Ihre eigene Tochter, zu dem
Zeitpunkt Auszubildende zur Kinderkrankenschwester, wurde auf die
Intensivstation beordert und dort angelernt, das Notfallmaterial
zu betreuen. Da sie nach kürzester Zeit nervlich am Ende gewesen
war, wollte sie sogar die Ausbildung abbrechen. „Die
Situation war schlimm.“


Tanja hatte keine Angst vor dem Virus, sagt selber, dass sie der
Impfung „lange skeptisch“ gegenübergestanden habe. Doch
bald nach der Impfung begann ihre gesundheitliche
Krise. „Ich hab gemerkt, dass es mir nicht gut
bekommt.“ Die Symptome kamen schleichend, verstärkten sich
nach dem Booster massiv: Taubheitsgefühle, brennende Schmerzen,
Sehstörungen, extreme Erschöpfung, neurologische
Ausfälle. „Es gab immer eine schulmedizinische
Erklärung:“ – ein Bandscheibenvorfall, ein
Karpaltunnelsyndrom, Hormonschwankungen.


Doch Tanja spürte: Das erklärt nicht alles. Mit jedem Monat kamen
neue Symptome dazu: Nervenschmerzen, brennende Haut,
Geräuschüberempfindlichkeit, Koordinationsstörungen, kognitive
Ausfälle, einschießende Schmerzen „als ob ich an Strom
häng.“ Sie fühlte sich „als ob ich brenn“. Schlimm sei
gewesen, dass „immer alles über die Psyche
definiert“ wurde. Rückblickend sagt sie
selbstkritisch: „Ich hab ganz lange gebraucht, und es musste
ein ganz großer Leidensdruck entstehen, bis ich realisiert hab,
da stimmt was nicht.“ Erst nach der 3. Impfung habe sie
einen Zusammenhang mit der Impfung gesehen. Aus heutiger Sicht
kann sie das „nicht mehr verstehen.“


Eigentlich hatte sie sich die Boosterimpfung nicht mehr geben
lassen wollen. Sie war jedoch notwendig, um ihrer Tochter den
Abschluss der Ausbildung zu ermöglichen. Danach verschlechterte
sich ihr ohnehin schon angeschlagener Gesundheitszustand
deutlich. Sie konnte kein Bett mehr schieben, hatte Angst, dass
ihr in der Klinik ein Kind aus der Hand fällt. Irgendwann war der
Leidensdruck so groß, dass sie beschloss: „Ich möchte, dass
mein Kopf untersucht wird, weil mit meinem Kopf irgendwas nicht
mehr stimmt.“ Ein MRT brachte schließlich Klarheit
– und „eine Schockdiagnose“: in ihrem Gehirn fanden sich
entzündliche Läsionen, die einer MS-Erkrankung ähnelten. „Im
Befundbrief stand: ED (Encephalomyelitis disseminata). Ich wusste
zunächst nicht, was das heißt.“ Andere typische Marker für
MS fehlten.


Tanja erhielt keine klare schulmedizinische Diagnose und auch
keine gezielte Therapie. Stattdessen Unsicherheit, psychologische
Zuschreibungen und, da von der Schulmedizin allein gelassen, ein
wachsender Leidensdruck. Erst als sie aufhörte, nur im
schulmedizinischen System nach Antworten zu suchen, begann sich
etwas zu verändern. Eine befreundete Ärztin riet ihr zur
Ausbildung bei der Internationalen Gesellschaft für
Regulationsmedizin (IGAF). „Dann kannst du dir selber
helfen.“


2023 begann Tanja eine Ausbildung zur Regulationstherapeutin bei
der IGAF (Internationale Gesellschaft für Autonome
Funktionsdiagnostik und Regulationsmedizin) – und fand dort
Menschen, Therapeuten und eine Sprache für das, was sie fühlte.
Plötzlich war da Verständnis. Und Wissen. „Ein Therapeut
sagte zu mir: ‚Du hast kein MS – deine Mitochondrien sind
geschädigt.‘“ Ein Aspekt, der in der klassischen Medizin
kaum Beachtung findet. Sie begann, mit Laborwerten zu arbeiten,
die klassische Schulmediziner nicht kennen. Ihr Hausarzt konnte
mit den Befunden nichts anfangen. „Wenn man nicht glaubt,
dass es eine Mitochondrienschädigung gibt, dann kann man es auch
nicht sehen.“ Durch ein intensives Therapiekonzept aus
unterschiedlichen naturheilkundlichen Verfahren begann nun ihre
Reise auf dem Weg zur Besserung.


Eine Corona-Infektion im Herbst 2023 verschlechterte ihren
Zustand massiv – trotz dreifacher Impfung. „Ich war noch nie
so krank“, sagt sie. Mit 40 Grad Fieber und einem Infiltrat auf
der Lunge wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert. Dort habe sie
nur geweint, sagt sie, nervlich sei sie am Ende gewesen. Doch
letztlich half ihr ihr eigenes Wissen – sie ließ sich frühzeitig
entlassen, um sich selbst mit Vitamin-C-Infusionen zu behandeln.
Eine lange Rekonvaleszenz folgte.


Die nachhaltigsten Verbesserungen erzielte sie mit dem
sogenannten Hypoxietraining, das sie bei ihrer Weiterbildung
kennengelernt hatte und das sie dank privater Kontakte regelmäßig
nutzen konnte. Durch diese gezielte „Mitochondrienaktivierung“ –
eine Art simuliertes Höhentraining – kam ihre Energie langsam
zurück. Begleitend begann sie eine umfassende, intensive
Entgiftung und eine homöopathische Konstitutionstherapie. Auch
regelmäßige Aufenthalte in einer anthroposophischen Klinik helfen
ihr. Alle sechs Monate unterzieht sie sich dort einer
Hyperthermie-Behandlung, Misteltherapie und Vitamin-C-Infusionen.
Das hilft ihr sehr – auch gegen die Fatigue.


Heute sagt Tanja, dass ihr allergrößtes Glück gewesen sei, durch
ihre Weiterbildung viele Kontakte und Informationen über
verschiedenste Behandlungskonzepte gehabt zu haben. „Es war
alles so ein Puzzle … jedes Puzzleteil macht halt dann
seins.“ Jetzt habe sie für sich „ein Repertoire gefunden“ –
individuell und ganzheitlich. Sie nutzt, was ihr hilft und wendet
es diszipliniert und kontinuierlich an. „Ich zähl mich zu
denen, die, glaub ich, Glück hatten – Glück im Unglück“,
resümiert sie. Vollständig gesund ist sie jedoch nicht. Wenn sie
einen Infekt bekommt, werden die Symptome wieder schlimmer. Doch
ihre umfangreichen naturheilkundlichen Behandlungsansätze, die
vorwiegend auf eine Entlastung des Körpers und eine
Stabilisierung der Mitochondrienfunktion und des Immunsystems
abzielen, helfen ihr auch bei Verschlechterungen.


Tanja möchte kein Urteil fällen, sie drängt sich niemandem auf,
denn sie weiß: „Solang der Leidensdruck nicht groß genug ist,
kommt man nicht ins Tun, ins Nachdenken.“ Anderen hilft sie –
wenn sie darum gebeten wird. Klar sagt sie: „Ich würde mich
heute nicht mehr impfen lassen. Ich würde heute sofort die Klinik
verlassen und kündigen.“ Den Mut hatte sie damals nicht. Die
neue modRNA-Technologie sieht sie kritisch. „Ich bin froh,
dass meine Kinder heute groß sind.“


Tanjas Geschichte macht Mut. Sie zeigt, dass es Wege geben kann –
auch außerhalb klassischer Behandlungsraster. Und dass es möglich
ist, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Sie
ist ein Aufruf, das Gesundheitssystem zu öffnen – für neue
Diagnosen und für alternative Heilmethoden. „Therapie, wenn man
es positiv angeht, kann Erfolg haben, dafür bin ich ein
Beispiel.“

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