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Beschreibung
vor 1 Tag
Das Interview wurde erstmalig am 09. 09. 2025 veröffentlicht.
Der evangelische Pfarrer Jürgen Fliege ist als Fernsehpfarrer
einer der bekannten Gesichter, die während der Corona-Jahre
kritisch nachfragten. Im Gespräch mit Johannes Clasen schildert
er seine Erfahrungen: zwischen persönlicher Erkrankung, einer
inszenierten Angstkampagne, seiner Enttäuschung über die Kirchen
und seiner tiefen Überzeugung, dass Vertrauen in das Leben und in
die eigenen Kräfte durch Krisen trägt.
Trost durch Wahrnehmen von Leid
Jürgen Fliege weiß: Viele Menschen, die unter den Folgen der
Corona-Impfungen leiden, fühlen sich alleingelassen. Daher ist
für ihn das Wahrnehmen dieses Leids entscheidend. In seiner
Sprache ist es „ein Riesentrost, wenn sie anerkannt werden,
dass jemand neben sie gestellt wird, oder sich stellt, und
dadurch dafür sorgt, dass sie nicht mehr verrückt gemacht werden
können. Sondern wie ein zweiter Baum stellt sich einer daneben
und sagt: Ich fühle ganz genau, wie es dir geht.“
So sieht er seine Aufgabe darin, den geschädigten Menschen durch
Hinschauen und Mitfühlen beizustehen:
„Ich kann dein Leben nicht unbedingt direkt ändern, wenn du
betroffen bist, aber ich kann mich einen Augenblick meines Lebens
neben dich stellen, dir zuhören und erleben, wie du dich langsam
aufrichtest, weil ein Teil deines Verstecktseinmüssens jetzt
weggeht. … Ich schau dich an mit allem was du bist und was du
ertragen hast, und in diesem Augenblick geht eine Energie durch
diesen gekränkten, kranken, kaputtgemachten Menschen.“
So könne Betroffenen ein Moment der Hoffnung geschenkt werden.
Angstkampagne und Vertrauen ins Leben
Von Beginn an habe er gespürt, dass bei Corona „etwas nicht
stimmt“ und mit Angst gearbeitet wurde. Doch er habe sich
nicht verrückt machen lassen von einer „weltweit
inszenierten Angstkampagne.“ Bewusst habe er sich gegen die
Impfung entschieden. Gegen die Angstkampagne sei er gefeit
gewesen – gegen die Krankheit nicht. So erkrankte er selbst
schwer an Corona und war zwei Wochen lang ans Bett gefesselt. Bis
heute leidet er an Empfindungsstörungen der Füße. In der
Krankheit habe ihn sein tiefes Vertrauen getragen – sein
Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des Körpers, in das
Immunsystem, in das Leben und in Gott. „Ich werde nicht von
der Pharma gerettet, ich werde gerettet durch die Millionen
Jahre, die in meinen Zellen stecken“, sagt er. Dieses Vertrauen
hat Jürgen Fliege bis heute nicht verlassen, ist seine
Lebenshaltung geblieben. Sein Blick auf das Leben bleibt geprägt
vom Glauben daran, dass Stärke und Heilung aus den
Widerstandskräften des Körpers und aus spirituellem Vertrauen
wachsen. Angst schwächt – Vertrauen stärkt, so seine Überzeugung.
Neue Medien als Quellen der Orientierung
Die Coronazeit führte Jürgen Fliege in eine neue Welt: die der
alternativen Medien. Dort suchte er nach neuen Informationen,
prüfte Narrative und hinterfragte Interessen. „Ich brauchte
Quellen“, sagt er. Denn die Suche nach Quellen sei das Wesen der
Theologen. So fand er in den alternativen Medien Stimmen, die ihm
halfen, die Mechanismen der Angstkampagnen zu durchschauen und
eine Gegenposition zur offiziellen Darstellung zu gewinnen.
Die Enttäuschung über die Kirchen
Besonders bitter ist für Pfarrer Jürgen Fliege die Enttäuschung
über die Kirchen, die in der Coronakrise aus seiner Sicht massiv
versagt hatten. Anstatt Trost zu spenden, Orientierung zu geben,
Vertrauen und Glauben vorzuleben, hätten sie sich vor allem durch
Angst und kritiklose Anpassung an staatliche Vorgaben
ausgezeichnet. Daher habe er schon früh Kirchenvertreter
gewarnt: „Achtung, hier gibt es Verführung im
Land!“ Diese käme von Pfizer und die Kirchen seien
aufgerufen, diese Verführung zu erkennen. Immer wieder habe er an
Pfarrer appelliert, ihr Wächteramt über die Seelen der Menschen
wahrzunehmen. Er habe Kontakt zu Kirchenoberen gesucht, an
Bischöfe geschrieben, runde Tische, an denen auch nicht gehörte
Stimmen Platz haben sollten, gefordert. Doch die Antworten
blieben aus oder waren ausweichend: „Man sei sich des
Problems bewusst.“
„Kein Vertrauen in Gott, kein Vertrauen ins Immunsystem“ –
so beschreibt er die Haltung vieler Kirchenleitungen. Hart
kritisiert Fliege, dass die Kirchen bis heute nicht hinschauen
und nicht aufarbeiten wollen. „Sie werden es nicht tun.
Vorbei. Vergiss es. Keine Chance. … Das ist die Realität der
gutmeinenden Kirchenleute.“ Lediglich einzelne Pfarrer
hätten Räume für Diskussion geschaffen. Insgesamt jedoch habe die
Kirche, so Fliege, als Institution auf der Seite der Angst
gestanden: „Das ist nicht die Insel der Seligen“, so sein
bitteres Resümee.
Gesellschaftliche Spaltung und Wege der Heilung
Die Gesellschaft sei durch die Pandemie und ihre Folgen tief
gespalten, sagt Fliege. Er selbst musste erleben, wie sich
innerhalb seines Umfeldes Vertrauen und Misstrauen, Anpassung und
Widerstand gegenüberstanden. Er spricht von einer Spaltung, die
weit über Corona hinausgeht – auch andere Themen wie der Krieg in
der Ukraine verstärken diese Brüche.
Doch er sieht Wege zur Heilung: Zeit und Rückzug. „Die Zeit
spielt auf beiden Seiten“, sagt er. Während manche hoffen, dass
Gras über die Dinge wächst, sieht er die Zeit auch „auf
unserer Seite. Wir brauchen nur mehr Zeit. … Es braucht andere
Bedingungen, damit wir gehört werden. Solange es noch Menschen
gibt, die Angst haben, ihr Leben oder ihre Reputation oder ihr
Gehalt zu verlieren“, sei Aufarbeitung schwierig. Mit der Zeit
bestehe jedoch die Chance, dass Wahrheit sichtbar wird. Zudem
tragen für ihn der Rückzug in die Natur, das Innehalten und die
Rückbesinnung auf einen „Rückzugsort in uns“ wesentlich
zur Heilung bei. In der Natur, sagt Fliege, lerne der Mensch
wieder, Gott zu begegnen, Vertrauen zu schöpfen, Selbstvertrauen
und den Umgang mit Fehlern zu lernen. „Natur heißt: Ich
glaube an meine eigenen Widerstandskräfte, die ich trainiert
habe. … Der Dreck, den wir ertragen, macht unsere
Widerstandskraft erst groß“, so seine Überzeugung.
Fazit
Für Jürgen Fliege ist die Erfahrung der Corona-Jahre eine Frage
von Vertrauen versus Angst. Während Angst spaltet und lähmt,
eröffnet Vertrauen die Möglichkeit von Heilung, Trost und neuer
Stärke. So sieht er sich auf der Seite derer, die sich der
Angstkampagne verweigert haben, und schöpft Kraft aus der
Überzeugung, dass Heilung von innen kommt – durch das
Immunsystem, durch den Glauben, durch die Nähe zur Natur, durch
Vertrauen.
So formuliert er am Ende des Gesprächs: „Mich kriegen die
nicht mehr auf die andere Seite.“ Ein Satz, der seine
Haltung und seine Botschaft zusammenfasst – Vertrauen ins Leben
statt Angst, klare Worte statt Schweigen und die Hoffnung, dass
individuelle und gesellschaftliche Heilung möglich wird.
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