Warum Europa beim Batterietempo aufholen muss – und wie

Warum Europa beim Batterietempo aufholen muss – und wie

vor 2 Wochen
Im Gespräch mit Prof. Dr.-Ing. Achim Kampker RWTH Aachen
22 Minuten
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Beschreibung

vor 2 Wochen
In dieser Folge spreche ich mit Prof. Dr.-Ing. Achim Kampker,
Leiter des Lehrstuhls PEM an der RWTH Aachen und Projektleiter von
FastBat. Kampker ist seit über anderthalb Jahrzehnten in der
Elektromobilitätsforschung aktiv – bekannt durch den StreetScooter,
arbeitet er heute an einem Vorhaben, das strukturell anders ansetzt
als viele Batterieprojekte zuvor. FastBat steht für "Cluster Fast
Battery Customization" und wird mit 50 Millionen Euro aus dem
Transformationsfonds Rheinisches Revier gefördert. Die Kernidee:
Kein weiteres Massenproduktionsprojekt, das mit Asien konkurrieren
will, sondern ein vollständiges Ökosystem für maßgeschneiderte
Batteriezellen und -module – für Drohnen, stationäre Speicher,
Dual-Use-Anwendungen und kritische Infrastruktur. Also genau dort,
wo Standardzellen nicht passen und wo europäische Stärken
tatsächlich zum Tragen kommen können. Im Gespräch erklärt Kampker,
warum dieser Nischenansatz strategisch sinnvoll ist und kein Umweg:
Wer individuelle Leistungsprofile, unabhängige Lieferketten oder
extreme Haltbarkeitsanforderungen braucht, zahlt für eine
maßgeschneiderte Batterie nicht mehr, weil sie aus Deutschland
kommt – sondern weil sie einen Mehrwert liefert, der sich rechnet.
Das ist ein anderes Argument als das, das in der Öffentlichkeit
meistens geführt wird. Wir sprechen auch über Geschwindigkeit.
Europa liegt beim Entwicklungstempo aktuell deutlich hinter Asien.
Kampker beschreibt, wie KI-gestützte Methoden gezielt eingesetzt
werden sollen, um Elektrodenentwicklung zu beschleunigen und
Testprozeduren abzukürzen – ohne zu behaupten, dass KI die Arbeit
alleine macht. Dazu kommt ein konsequent kreislauforientierter
Produktionsprozess: direktes Recycling von Ausschuss,
Lasertrocknung statt Heißluft, Energieeffizienz als
Konstruktionsprinzip. Ein eigenes Thema ist der geografische
Kontext. FastBat entsteht bewusst im Rheinischen Revier – in einer
Region, die lange von Braunkohle geprägt war. Kampker zieht eine
Analogie, die mehr ist als Rhetorik: Energie wurde früher in Kohle
gespeichert und verbrannt, künftig wird sie in Batterien
gespeichert. Die Region soll zum Batteriefeld Europas werden, durch
räumliche Clusterbildung und die Vernetzung von Forschung,
Industrie und Investoren. Am Ende richtet Kampker klare Erwartungen
an beide Seiten: die Politik beim Bürokratieabbau und die Industrie
beim Mut zu Risiken. FastBat hat sich messbare Ziele gesetzt –
Startups, Produkte, Arbeitsplätze. In fünf Jahren wird man sehen,
ob sie eingelöst wurden.
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