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  4. Deutschland ohne „Dark Eagle“ weniger gefährdet? | Von Tilo Gräser
Abgesagte US-Raketenstationierung: Die Friedensbewegung
freut sich und warnt. Die deutsche Politik und ihre Medienlakaien
planen schon Ersatz.

Ein Kommentar von Tilo Gräser.

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat Berichten
zufolge beschlossen, nun doch keine neuen Mittelstrecken- und
Hyperschallwaffen in diesem Jahr in Deutschland zu stationieren.
Die sollten in diesem Jahr kommen, wie der ehemalige US-Präsident
Joseph Biden gemeinsam mit dem damaligen deutschen Bundeskanzler
Olaf Scholz (SPD) am Rande des NATO-Gipfels am 10. Juli 2024 in
Washington bekanntgegeben hatte. Es geht dabei um landgestützte
SM-6 Raketen, „Tomahawk“-Marschflugkörper und Hyperschallraketen
LRHW (Long-Range Hypersonic Weapons) „Dark Eagle“ mit Reichweiten
weit nach Russland hinein. Den Meldungen nach hatte das
US-Kriegsministerium Pentagon am Freitag erklärt, das für die
Stationierung der neuen Waffen notwendige Bataillon nicht nach
Deutschland zu entsenden. Das steht demnach in Verbindung mit der
Entscheidung von Trump, etwa 5.000 US-Soldaten aus Deutschland
abzuziehen.

Angeblich soll das eine Reaktion auf Aussagen des deutschen
Bundeskanzlers Friedrich Merz sein, der vor einigen Tagen erklärt
hatte, die USA würden vom Iran „gedemütigt“. Ein hochrangiger
Pentagon-Beamter sagte dazu laut der britischen Zeitung The
Guardian, die jüngste deutsche Rhetorik sei „unangemessen und
nicht hilfreich“ gewesen. Die Entscheidung über den Truppenabzug
und die Nichtstationierung der Einheit für die geplanten
US-Mittelstrecken- und Hyperschallwaffen mit Reichweiten bis nach
Russland, dürften wenig mit dem verbalen Theater zu tun haben.
Solche Schritte werden meist langfristig vorbereitet und haben
auch gewichtigere Gründe. Einer dürfte sein, dass die USA seit
Längerem ihre militärischen Kräfte auf eine mögliche
Auseinandersetzung mit China konzentrieren und sie deshalb nach
Asien verlegen. Die Rücknahme der Stationierung der neue
US-Waffen kann auch ein Zeichen an Russland sein. Trump hatte
mehrfach angekündigt, ein besseres Verhältnis zu Moskau
anzustreben. Möglicherweise nutzt er dafür etwas, was er aus
anderen Gründen sowieso vorhatte.

Westliche Politiker sowie mit ihnen verbundene Politikberater und
Medien wie die Zeitung Financial Times behaupten nun, Europa sei
durch die nicht-stationierten US-Waffen gegen mögliche russische
Angriffe „ungeschützt“. Der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter
hat die Nicht-Stationierung der US-Langstreckenwaffen gegen
Russland in Deutschland als „Riesenfehler“ bezeichnet. Der
Verzicht der USA, (angeblich) konventionelle
Mittelstreckenraketen zu stationieren, um einer behaupteten
nuklearen Bedrohung aus Russland entgegenzuwirken, sei „viel
gravierender“ als der angekündigte Abzug Tausender US-Soldaten.
„Wir schwächen uns damit“, sagte der CDU-Hardliner und
Kriegstreiber (der nicht anders bezeichnet werden kann) am Montag
im ARD-Morgenmagazin. Er will nun gemeinsam mit der Ukraine
bis 2030 eine „Alternative“ entwickeln, um Russland weiter
„abschrecken“ zu können.

...https://apolut.net/deutschland-ohne-dark-eagle-weniger-gefahrdet-von-tilo-graser/

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