EGL103 Sigmund Freud "Das Unbewußte" 1915: Denken, Fühlen, Bewusstsein Teil 1

EGL103 Sigmund Freud "Das Unbewußte" 1915: Denken, Fühlen, Bewusstsein Teil 1

vor 3 Wochen
"Die Mängel unserer Beschreibung würden wahrscheinlich verschwinden, wenn wir anstatt der psychologischen Termini schon die physiologischen oder chemischen einsetzen könnten." -- Sigmund Freud 1925: Jenseits des Lustprinzips S. 87
50 Minuten
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Reden beim Laufen und laufend Reden - über Film, Technik und Psychotherapie

Beschreibung

vor 3 Wochen
Dies ist die Auftaktfolge einer kleinen Reihe über Psychoanalyse,
Emotionen, Denken und die Frage, wie Bewusstsein entsteht. Erzählt
vor dem Hintergrund neurophysiologischer Forschung, und
insbesondere der "Neuropsychoanalyse". Unsere gedankliche Tour
beginnt im Berliner Bergmannkiez, in der SOLMStraße. Zufall?
Synchronizität? You decide: Mark Solms, südafrikanischer
Neurowissenschaftler, Psychiater und Psychoanalytiker, hat den
Begriff "Neuropsychoanalysis" 1999 mit der Gründung der
gleichnamigen Zeitschrift geprägt. Ihm werden wir in der zweiten
Episode wieder begegnen, ebenso wie Jaak Panksepp, dessen Buch
"Affective Neuroscience" den roten Faden dieser Reihe liefert: die
zentrale Rolle von Emotionen in evolutionär älteren Hirnregionen
für das bewusste Erleben. In dieser ersten Folge wenden wir uns
jedoch einem früheren Kapitel zu: den Arbeiten von Sigmund Freud,
dem "Nervenarzt". Lange vor der Ausformulierung der Psychoanalyse
veröffentlichte Freud 1891 eine Studie zur Aphasie und entwarf 1895
ein Modell, das Neuronen, Ladungszustände und "psychische Energie"
zusammenzudenken versuchte. Sein Versuch, seelische Prozesse
biologisch zu fundieren, ein Ansatz den er bald wieder aufgab.
Weniger aus Überzeugung, als methodischer Ernüchterung: Die
Neurowissenschaft Ende des 19ten Jahrhunderts hatte nicht die
Mittel, eine "Psyche" adäquat zu erfassen. Und doch blieb eine
Annahme prägend: Freud verstand den Cortex als zentralen Ort des
Bewusstseins. Von hier aus entwickelte er seine Unterscheidung
zwischen bewussten und unbewussten Prozessen, ein Gedanke, den wir
ausgehend von seinem Text "Das Unbewußte" von 1915 nachzeichnen. In
den kommenden ein oder zwei Episoden führt die Spur direkt in die
Gegenwart: zur Neuropsychoanalyse, insbesondere zu Mark Solms, die
das Bewusstsein nicht primär im Cortex verortet, sondern in
subkortikalen Arousal-Systemen und affektiven Prozessen. In dieser
Perspektive sind Emotionen nicht cortikale Produkte, sondern
notwendige und hinreichende Bedingung für Bewusstsein.
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