Verlag cancelt Noam Chomsky | Von Paul Clemente

Verlag cancelt Noam Chomsky | Von Paul Clemente

vor 3 Wochen
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Beschreibung

vor 3 Wochen

Wegen Epstein-Files


Ein Kommentar von Paul Clemente.


Wer sich mit Machtkritik beschäftigt, ob als Aktivist oder als
Forschender, kommt an Noam Chomsky kaum vorbei. Jahrzehntelang
sezierte der Linguistik-Professor die Sprache der Machthaber,
machte deutlich, wie Sprache als Instrument von Propaganda und
Manipulation funktioniert.


Vor allem begriff er: Auch in demokratischen Staaten ist
Berichterstattung keineswegs neutral, sondern Propaganda. Die
„stellt Zustimmung her“, durch das Filtern von Informationen.
Zweck des Ganzen: Die Interessen der Eliten zu fördern.


Es war die Aktivistin Amy Goodman, die aus Chomskys Analysen eine
wirkmächtige Konsequenz zog: Den Propaganda-Müll des Mainstreams
zu zerlegen? Das reicht nicht aus. Es müssen neue, alternative
Medien entstehen, die nicht nur Kritik üben, sondern auch neue
Perspektiven eröffnen.


Lange vor Etablierung des Internets versuchte Goodman die
Etablierung einer Gegen-Öffentlichkeit in den Bereichen TV und
analogen Zeitungen. Eine Medienarbeit, die auf Chomskys Theorien
aufbaute, mit dem sie längere Interviews geführt hatte. Kurzum,
Chomskys Arbeit ist für jedes oppositionelle News-Portal
bedeutsam. Egal, welche politische Richtung es vertritt.


Dann kam die erste Enttäuschung: Wir schreiben das Jahr 2020, auf
globaler Ebene entsteht eine Lockdown-Diktatur. Vielleicht hoffte
mancher, dass Chomsky den Propaganda-Müll von Politik und
konformistischen Forschern entsorgen würde. Aber es kam anders.
Der 92-jährige vertrat die Seite der Unterdrücker. Zwar beschrieb
er die Pandemie als „weiteres kolossales Versagen der
neoliberalen Version des Kapitalismus“, gleichzeitig warb er
jedoch für „Social Distancing“: Die Ungeimpften sollten bitte
Zuhause bleiben. Wie sie ans Essen kommen? Ist deren Problem.


Das Polit-Magazin Cicero konstatierte, dass
„die Krise offenbar auch einstige Lichtgestalten der
Gesellschaftskritik dazu zwingt, ihre früheren Überzeugungen über
den Haufen zu werfen.“

Tatsächlich befand Chomsky sich in guter Gesellschaft. Man
erinnere nur an Slavoj Zizek, Peter Sloterdijk, Judith Butler und
Jürgen Habermas. Deren Verrat erfuhr natürlich keine
Skandalisierung. Nein, Mainstream-Medien und Zero Covid-Zombies
waren happy über den unerwarteten Support.


Dann kam die Publikation der Epstein-Files: Die dokumentieren den
persönlichen Mailkontakt mit dem Linguistik-Professor und seiner
Frau Valéria. Neben gemeinsamen Abendessen soll Epstein bei der
Klärung eines Finanzproblems in Bezug auf Chomskys Kinder
geholfen haben. Last but not least: Zwei Fotos. Eins zeigt den
Sprachwissenschaftler mit Epstein in dessen Privatflugzeug. Auf
dem zweiten betreibt er Konversation mit Steve Bannon.


...https://apolut.net/verlag-cancelt-noam-chomsky-von-paul-clemente/





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