Warum Mikromobilität längst kein Randthema mehr ist

Warum Mikromobilität längst kein Randthema mehr ist

vor 5 Tagen
Im Gespräch mit Mark Hoelling, Gründer von eScotee
34 Minuten
0
0 0 0
Podcast
Podcaster
Aktuelle Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und mehr

Beschreibung

vor 5 Tagen
In dieser Podcast-Folge von Elektroauto-News spreche ich mit Mark
Hoelling, Gründer von eScotee und Fachberater für Mikromobilität
sowie Mobilitätsmarketing, über einen Bereich der Elektromobilität,
der häufig unterschätzt wird: die sogenannte kleine E-Mobilität.
Gemeint sind E-Bikes, Lastenräder, E-Scooter, elektrische
Motorroller, Microcars und gewerbliche Spezialfahrzeuge – also
alles, was kleiner ist als ein Auto und lokal emissionsfrei
unterwegs ist. Die Zahlen zeigen deutlich, welche Relevanz dieser
Markt bereits hat: Rund 17,5 Millionen E-Bikes fahren aktuell auf
Deutschlands Straßen. Hinzu kommen etwa 1,3 Millionen Lastenräder,
überwiegend elektrisch, sowie rund 1,5 Millionen E-Scooter.
Demgegenüber stehen gut zwei Millionen Elektro-Pkw. In Stückzahlen
ist Mikromobilität damit längst der größte Teil der E-Mobilität.
Genau hier setzt unser Gespräch an: Warum wird dieser Bereich in
der öffentlichen Debatte dennoch oft als Randthema behandelt? Ein
Schwerpunkt der Folge liegt auf der Frage, wie Mikromobilität
erfolgreich vermarktet werden kann. Mark beschreibt das zentrale
Problem vieler Anbieter: Sie müssen nicht nur ihr Produkt erklären,
sondern zunächst eine ganze Fahrzeugkategorie im Bewusstsein der
Menschen verankern. Stichwort „Mental Availability“ – also die
mentale Verfügbarkeit einer Mobilitätsoption im entscheidenden
Moment. Nur was im Kopf präsent ist, wird auch in Betracht gezogen.
Mit seinem Ansatz des „Pooled Category Marketing“ verfolgt Mark
eine kooperative Strategie. Statt isoliert um Marktanteile zu
kämpfen, schließen sich Hersteller für gemeinsame Kampagnen und
Events zusammen. Ein Beispiel sind die „New Mobility Days“ in
Hamburg, bei denen Showrooms von Elektroauto-Marken temporär auch
kleine elektrische Fahrzeuge präsentieren. Ziel ist es,
Sichtbarkeit für die gesamte Kategorie zu schaffen und neue
Zielgruppen zu erreichen. Darüber hinaus diskutieren wir Themen wie
Reichweitenangst, Ladeinfrastruktur und die Wirkung von
Kaufprämien. Marks These: Reichweitenangst ist häufig
Infrastrukturangst – und diese sei in weiten Teilen Westeuropas
faktisch unbegründet. Statt immer neuer Förderprogramme plädiert er
für gezielte Kommunikationsstrategien, die bestehende Infrastruktur
und gesunkene Fahrzeugpreise transparenter machen. Ein weiteres
Thema ist die „Wahl zum Autoersatz des Jahres“, eine groß angelegte
Befragung mit über 10.000 Teilnehmenden, die aufzeigt, warum
Menschen ihr Auto ganz oder teilweise ersetzen möchten. Ergänzt
wird das durch den geplanten Kleinanzeigen-Marktplatz für neue und
gebrauchte Mikromobilitätsfahrzeuge – ein Schritt hin zu mehr
Markttransparenz und Professionalisierung. Zum Abschluss werfen wir
noch einen Blick auf den Pkw-Markt: Preisparität zwischen
Elektroauto und Verbrenner rückt näher, Batteriekosten sinken,
Technologien wie LFP- und Natrium-Ionen-Batterien gewinnen an
Bedeutung. Die zentrale Frage bleibt: Wann kippt der Markt
endgültig? Wenn dich Themen rund um Elektromobilität,
Mikromobilität, Autoersatz und Marktstrategien beschäftigen, ist
diese Folge eine fundierte Einordnung mit klarer Perspektive aus
Praxis und Marketing.
15
15
Close