Haben die Iraner Amerikas teuerste Drohne gekapert? | Von Rainer Rupp

Haben die Iraner Amerikas teuerste Drohne gekapert? | Von Rainer Rupp

vor 2 Wochen
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Beschreibung

vor 2 Wochen

Ein Kommentar von Rainer Rupp.


Das spurlose Verschwinden einer US-Aufklärungsdrohne über Iran
beunruhigt die Amerikaner, nicht nur weil es davon nur wenige,
schwer ersetzbare Exemplare gibt, sondern weil auch befürchtet
wird, dass erneut ein technologisches US-Wunderwerk unversehrt in
die Hände der Iraner gefallen ist.


Am 9. April 2026, nur Tage nach der US-iranischen Einigung auf
den fragilen Waffenstillstand, verschwand eine der teuersten und
modernsten Aufklärungsdrohnen der US-Marine spurlos über der
Straße von Hormus. Die Drohne vom Typ „MQ-4C Triton“, ein
hochfliegender, langlebiger HALE-Drohnengigant, war auf
Routinepatrouille über dem Persischen Golf unterwegs. 


Plötzlich gehorchte sie nicht mehr den Befehlen ihres
US-Drohnenpiloten, sondern drehte „eigenwillig“ nach Nordosten ab
– direkt in Richtung iranisches Territorium. Dann sendete sie den
Notruf-Code 7700 ab und auf dem Radar konnte verfolgt werden, wie
sie rapide von ihrer operativen Höhe von 16 Kilometern auf knapp
einen Kilometer absank. Dann brach die Kommunikation ab und sie
stürzte innerhalb weniger Minuten von über 52.000 Fuß auf unter
10.000 Fuß ab und verschwand von allen Radarschirmen. Eine
anschließende Suche nach Wrackteilen der gigantischen Drohne
blieb ohne Ergebnis. Eine offizielle Bestätigung aus Washington
über den Verlust der Drohne blieb bisher aus. Auch die iranische
Seite hüllt sich in Schweigen, während sich in Pentagon-Kreisen
Berichten zufolge ein mulmiges Gefühl ausbreitet.


Die MQ-4C Triton ist nämlich das maritime Flaggschiff der
US-Marine-Aufklärung: eine fliegende Festung mit Radar,
Infrarot-Kameras und Signalaufklärung, die Schiffe, U-Boote und
Flugzeuge über Tausende Kilometer hinweg im Auge behält. Sie
fliegt in Höhen von über 15.000 bis 16.000 Metern, bleibt bis zu
30 Stunden in der Luft und deckt riesige Meeresgebiete ab. Gebaut
von Northrop Grumman, ist sie die maritime Schwester des
berühmten RQ-4 Global Hawk. Ihr Wert? Zwischen 200 und 250
Millionen Dollar pro Stück – je nach Ausführung. Manche Analysen
sprechen sogar von bis zu 618 Millionen Dollar, wenn man die
enormen Entwicklungs- und Programmkosten einrechnet. 


Die US-Marine betreibt derzeit nur etwa 20 Exemplare, sieben
weitere sind bestellt. Wegen einer Kostenexplosion wurde das
Programm von ursprünglich 70 auf 27 Maschinen gekürzt. Ein
Verlust wie dieser ist daher kein Bagatellfall: Er reißt eine
Lücke in die globale Überwachung, besonders im Indo-Pazifik, im
Mittelmeer und im Nahen Osten. Ein schnellet Ersatz ist daher
nicht möglich. Die Produktion läuft auf Sparflamme und endet
2028. Neue Drohnen zu bauen, würde Jahre dauern und Hunderte
Millionen verschlingen. 


Um die Überwachung des Persischen Golfs und der umliegenden
Seegebiete aufrecht zu erhalten, müsste die US-Marine eine
operative Triton aus einer anderen Weltregion abziehen, wobei
dort eine Lücke entstehen würde. Aber das ist nicht der
eigentliche Grund, weshalb im Pentagon dicke Luft herrscht. Dort
steht jetzt nämlich die Frage im Raum, ob den Iraner das
Unglaubliche gelungen ist, die mit Tarnkappen-Technologie
ausgerüstete Drohne in dieser extrem großen Höhe zu orten und
abzuschießen oder, was noch schlimmer wäre, viel schlimmer, dass
die Iraner elektronisch die Steuerung der Drohne übernommen und
diese unversehrt zur Landung gebracht haben. Das wäre schließlich
nicht das erste Mal gewesen, dass den Iranern ein solcher
Husarenstreich gelungen ist. Wenn auch nur eins von beidem
zutrifft, dann braucht die US-Marine gar nicht erst an einen
weiteren Einsatz von Triton-Drohnen in der Nähe von Iran zu
denken.


...https://apolut.net/haben-die-iraner-amerikas-teuerste-drohne-gekapert-von-rainer-rupp/


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