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vor 1 Woche
Streit mit Trump: Papst hat keine Lust mehr
Ein Kommentar von Paul Clemente.
Papst zu sein war auch mal leichter. Bereits der Vorgänger des
amtierenden Leo XIV., Papst Franziskus, wurde kaum noch aus
theologischer Perspektive beurteilt. Im säkularen Westen gilt
auch für den Pontifex: Die politische Haltung zählt. Sonst
nichts. Damit wird er zum Gladiator in der Diskurs-Arena erklärt.
Das aber hat wenig mit seinem Job zu tun.
Im Falle des gegenwärtigen Papstes Leo XIV. hat sich dieses
Malheur noch verschärft: Als US-Staatsbürger, geboren in Chicago,
provoziert jedes Wort, das er zur globalen Politik äußert,
automatisch ein Echo aus Washington. Anscheinend hält
US-Präsident Trump den Papst für seinen persönlichen
Stellvertreter in Europa. Da provoziert öffentlicher Widerspruch
schnell einen Zornausbruch. Etwa wenn Leo XIV. den US-Angriff
gegen Iran verurteilt. Kein Wunder, schließlich versucht Trump
seine Ressourcen-Geilheit als christliche Wohltat zu
tarnen.
In den sozialen Plattformen kursieren KI-Bilder von ihm als Jesus
Christus. Damit erklärt Trump sich zur Reinkarnation des
Auferstandenen. Es ist erstaunlich, dass Trump – ganz nach dem
Vorbild von Heinrich VIII. – keine eigene Kirche gründet. Weiß er
doch am besten, was Jesus wirklich will: Als sein
Bombardement in die sechste Woche ging, und kein Ende
absehbar war, war sich der ehemalige Baulöwe sicher: Gott selbst
wolle, dass die Vereinigten Staaten das tun:
„Ja, das glaube ich, denn Gott ist gut.“
Der Allmächtige unterstütze das Handeln der USA, auch wenn
der Weltenschöpfer über die Gewalt betrübt sei. In dem Punkt
ergeht es dem Präsidenten wie dem Papst:
„Gott gefällt nicht, was geschieht. Mir gefällt nicht, was
geschieht.“
Aber leider nimmt ihm das keiner ab: „Alle sagen, ich würde es
genießen“, jammert Trump, „Ich genieße das nicht. Ich genieße es
nicht.“ Immerhin: Ein Minimum an Verantwortung will Trump nicht
abstreiten. O-Ton:
„Gott will, dass für die Menschen gesorgt wird.“
Ein gewagtes Statement nach tausenden Toten im Iran und 13
gekillten US-Soldaten.
Tatsächlich deutet mancher Journalist das Bombardieren des Irans
als Religionskrieg – Diese Vermutung stützt sich auf ein weiteres
Statement des US-Präsidenten:
„Öffnet die verdammte Meerenge, ihr verrückten Bastarde, oder
ihr werdet in der Hölle leben - Passt nur auf! Allah sei
gepriesen“.
Ein Imam aus dem US-Bundesstaat Michigan, Steve Elturk,
verurteilte Trumps Beitrag als
„gefährliche Eskalation, die sowohl die internationale
Stabilität als auch das moralische Gefüge des öffentlichen
Diskurses untergräbt“.
Aber nicht nur Trump. Auch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth
weiß Gott auf der Seite der Amis. Die Rettung eines US-Soldaten
vergleicht er mit Christi Tod und Auferstehung:
„Sehen Sie, am Freitag abgeschossen, am Karfreitag; den ganzen
Samstag in einer Höhle, einer Felsspalte, versteckt; und am Sonntag
gerettet. Am Ostersonntag bei Sonnenaufgang aus Iran ausgeflogen,
ein wiedergeborener Pilot.“
...https://apolut.net/trump-vs-papst-krieg-im-namen-des-herrn-von-paul-clemente/
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