Armee der Einheit

Armee der Einheit

vor 2 Tagen

Beschreibung

vor 2 Tagen

In dieser Folge von ANGELESEN, dem Buchjournal des
Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der
Bundeswehr, stellen wir das Buch Armee der Einheit? Deutsche
Streitkräfte zwischen Friedlicher Revolution und
Wiedervereinigung vor.


Der Militärhistoriker Matthias Rogg zeichnet in seinem Werk
präzise und minutiös den Weg zur Armee der Einheit nach. 


Unerwartete Chance und große Aufgaben


Die gänzlich unerwartete Chance, 1990 die Deutsche Einheit in
Frieden und Freiheit zu verwirklichen, stellte die Bundeswehr vor
große, historisch beispiellose Aufgaben: Die 90 000 Angehörigen
der Nationalen Volksarmee der ehemaligen DDR mussten in die
Reihen der Bundeswehr eingegliedert und anschließend zügig
entschieden werden, wer von ihnen eine langfristige
Dienstperspektive in der Bundeswehr haben könnte. 


Übernahme ehemaliger NVA-Soldaten


Der Charakter der NVA als militärisches Repressionsinstrument der
SED-Diktatur machte dabei die massenhafte Übernahme früherer
NVA-Soldaten unwahrscheinlich. Eine Karriere in der NVA hatte nur
SED-Mitgliedern offen gestanden. Die Zahl der inoffiziellen
Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit in den Reihen
der NVA war sehr hoch gewesen. Schlussendlich wurden nach
gründlicher Prüfung 10 800 ehemalige NVA-Angehörige in die
Bundeswehr übernommen. 


Armee der Einheit und Deutsche Einheit


Die in der Bundeswehr übliche hohe Mobilität und die Verlegung
vieler Bundeswehr-Dienststellen in die neuen Bundesländer sorgten
dafür, dass nach 1990 viele Soldaten aus West- und Ostdeutschland
den jeweils anderen Teil des vormals geteilten Landes
kennenlernten. So trug die Armee der Einheit erheblich dazu bei,
den Prozess der Deutschen Einheit zu fördern. 


Der Militärhistoriker Oberst i. G. Prof. Dr. Matthias Rogg lehrt
derzeit am U.S. Army War College in Carlisle, PA, im Department
of Military Strategy, Planning and Operations. Er war zuvor
Direktor Strategische Studien und Forschung an der
Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sowie von 2010 bis
2017 Gründungsdirektor des Militärhistorischen Museums der
Bundeswehr in Dresden.


Artikeltext: Christoph Kuhl


Sprecher: Christoph Jan Longen
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