Adenauer und die Wiederbewaffnung
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Das ZMSBw stellt Bücher zur (Militär-)Geschichte vor
Beschreibung
vor 6 Tagen
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des
Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der
Bundeswehr, stellen wir aus Anlass zum 150. Geburtstag Konrad
Adenauer, am 5. Januar 2026, das Buch von Wolfgang Krieger
„Adenauer und die Wiederbewaffnung“ vor. Es erschien im Jahr 2000
im Bouvier Verlag.
Niemand prägte die junge Bundesrepublik stärker als ihr
erster Regierungschef Konrad Adenauer
Konrad Adenauer, erster Bundeskanzler der Bundesrepublik
Deutschland übernahm dieses Amt im September 1949 und hatte es
bis Oktober 1963 inne. Die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik
gehörte zu den bedeutenden politischen Leistungen Adenauers, der
persönlich keine Erfahrung als Soldat machte. 1876 in Köln
geboren, war er zunächst aus gesundheitlichen Gründen von der
Wehrpflicht befreit und im Ersten Weltkrieg als Erster
Beigeordneter der Stadt Köln vom Wehrdienst freigestellt worden.
Offiziere waren in Adenauers Augen Fachleute für technische
Fragen des Militärischen. Er vertraute ihrem fachmännischen
Urteil auf diesem Gebiet, legte aber größten Wert auf die
Unterordnung der militärischen unter die politische Führung. Im
Dezember 1949 bot er den Westalliierten einen Beitrag der
Bundesrepublik zur Verteidigung Westeuropas an. Dabei leitete ihn
einerseits der Wunsch, der jungen Bundesrepublik mehr Gewicht auf
der internationalen Bühne zu verleihen, da er Außenpolitik als
Machtpolitik verstand, die auf die Dimension des Militärischen
nicht verzichten konnte. Andererseits wusste er, dass nur durch
einen umfangreichen deutschen Verteidigungsbeitrag ein Ende des
alliierten Besatzungsrechts im neuen westdeutschen Staat sowie
maßgebliches Mitspracherecht in westlichen Bündnisstrukturen zu
erreichen war. Wie diese Strukturen aussehen würden, entschied
sich erst Mitte der 1950er Jahre. Frankreich hatte 1950 eine
Europäische Verteidigungsgemeinschaft vorgeschlagen.
Die gescheiterte Bündnisstruktur und die
Alternative
Eine solche Bündnisstruktur hätte neben der Abschreckungswirkung
Richtung Sowjetunion auch Wirkung als Motor der europäischen
Einigung entfalten können. 1954 scheiterte sie zum Bedauern
Adenauers an fehlender Zustimmung der französischen
Nationalversammlung. Als Alternative blieb die Mitgliedschaft in
der NATO, die die USA der Bundesrepublik anboten. Auch in diesem
Rahmen erreichte Adenauer die Ziele, die er mit der
Wiederbewaffnung anstrebte: Die Beziehungen der Bundesrepublik zu
den Westalliierten wurden nicht mehr besatzungsrechtlich, sondern
vertraglich geregelt. Zudem erlangte die Bundesrepublik
erheblichen Einfluss auf die Gestaltung von Politik und
militärischer Strategie der NATO.
Artikeltext und Sprechtext: Christoph Kuhl
Sprecher: Christoph Jan Longen
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