Amerikas langer Arm. Kontroversen um die Nutzung von Grönland im Zweiten Weltkrieg.

Amerikas langer Arm. Kontroversen um die Nutzung von Grönland im Zweiten Weltkrieg.

Beschreibung

vor 1 Woche

Das aus mitteleuropäischer Perspektive abgelegen
erscheinende Grönland ist in den Mittelpunkt globaler
Aufmerksamkeit gerückt, weil die USA deutlicher als zuvor ihr
Interesse an der größten Insel der Welt zum Ausdruck gebracht
haben. In dieser Folge von ANGELESEN, dem Buchjournal des
Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der
Bundeswehr, möchten wir mit dem Werk Buch Amerikas langer Arm.
Kontroversen um die Nutzung von Grönland im Zweiten Weltkrieg den
historischen Wurzeln der amerikanischen Grönlandpolitik
nachspüren.


Der emeritierte Neuzeithistoriker Lothar Burchardt geht in diesem
Werk der Entwicklung der Beziehungen der USA zu Grönland in der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach. Der Schwerpunkt liegt
dabei auf der Zeit des Zweiten Weltkriegs, in der entscheidende
Weichenstellungen stattfanden. Bereits 1920 war die US-Regierung
den Ambitionen Großbritanniens, Grönland von Dänemark zu kaufen,
entschieden entgegengetreten und hatte für den Fall, dass
Dänemark verkaufen wolle, ein amerikanisches Vorkaufsrecht
beansprucht. In den folgenden Jahrzehnten unternahm Washington
aber nichts, um Kopenhagen zum Verkauf zu bewegen. 


Deutsche Besetzung Dänemarks als Übergang zu aktiver
Grönlandpolitik


Die deutsche Besetzung Dänemarks 1940 markierte den Übergang zu
einer aktiveren amerikanischen Grönlandpolitik. Die USA
unterbanden Bestrebungen Kanadas und Großbritanniens, die Insel
zu besetzen und schlossen mit dem dänischen Botschafter in
Washington 1941 ein Abkommen, das die Stationierung von
US-Truppen auf Grönland erlaubte. Die Verschlechterung der
Beziehungen zur Sowjetunion ließ es nach Ende des Zweiten
Weltkriegs geraten scheinen, die militärische Präsenz auf
Grönland aufrechtzuerhalten.


„Geopolitischer Greifreflex“


Der Autor kommt zu dem Fazit, dass die Grönlandpolitik der USA
nicht einer ausgearbeiteten Langfriststrategie folgte. Vielmehr
nutzte die USA ab 1940 situativ die sich durch die deutsche
Besetzung Dänemarks bietende Chance zur Ausdehnung ihres
Einflusses auf Grönland.


Artikeltext und Sprechtext: Christoph Kuhl


Sprecher: Christoph Jan Longen

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