Angelesen! Audio-Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

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Das ZMSBw stellt Bücher zur (Militär-)Geschichte vor
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Episoden

Hessen und der Dritte Weltkrieg
09.07.2026
1 Minute
Auf welchem Stand waren die sowohl von der NATO bzw. der Bundeswehr als auch von den zuständigen zivilen Behörden getroffenen Vorbereitungen auf einen möglichen Verteidigungsfall bis 1990? Dieser Frage gehen im vorliegenden Werk am Beispiel Hessens Heiner Möllers und Cornelia Grosse nach, beide als Militärhistoriker und Militärhistorikerin am ZMSBw tätig.


Stand der zivilen und militärischen Vorbereitungen mangelhaft


An zahlreichen Beispielen zeigen Autorin und Autor, dass der Stand der militärischen und der zivilen Vorbereitungen vielfach zu wünschen übrigließ: Zusätzliche Krankenhäuser für die Truppe waren vorbereitet, doch die Verfügbarkeit von zusätzlichem medizinischem Personal war fraglich. Für die Versorgung von Kriegsgefangenen waren kaum Vorbereitungen getroffen. Schutzraumplätze waren Mangelware. In Hessen kam statistisch ein solcher Platz auf ca. 45 Einwohner.


Flüchtlingsbewegungen sind nicht planbar


Auch war unklar, ob man die zu erwartende Fluchtbewegung zahlreicher Bundesbürger in den Griff bekommen würde, die mit ihren Privat-Pkws viele Straßen verstopfen und den militärischen Aufmarsch behindern würden. 


Schaffung einer zeitgemäßen Gesamtverteidigung


Aus den Defiziten der Zeit bis 1990 zu lernen und für Gegenwart und Zukunft eine zeitgemäße Gesamtverteidigung zu schaffen, die auch künftig Krieg zu verhindern hilft – dazu will das Buch einen Beitrag leisten. 


Artikeltext: Christoph Kuhl


Sprecher: Christoph Jan Longen
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Rasender Stillstand. Belarus - eine Revolution und die Folgen
28.05.2026
1 Minute
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch „Rasender Stillstand. Belarus – eine Revolution und die Folgen“ von Ingo Petz vor. Es erschien im Jahr 2025.


Aufbruchstimmung, Widerstand, Kontrolle und Angst – belarussischer Alltag?


Der Autor fragt, was von der Aufbruchsstimmung des Sommers 2020 geblieben ist und welche Möglichkeiten es heute für Veränderung gibt. Er beschreibt ein Regime, das sich durch Kontrolle und Angst stabilisiert, zugleich aber zunehmend auf innere Leere stößt und zeigt wie der belarussische Alltag von Einschüchterung, aber auch von kleinen, kaum sichtbaren Formen des Widerstands geprägt ist.


Politische Analyse und Alltagsbeobachtungen


Petz erzählt keine lineare Geschichte, sondern verwebt politische Analyse, Alltagsbeobachtung und persönliche Eindrücke. Er spricht mit Menschen im Land und im Exil, schildert das Leben politischer Gefangener, die Arbeit unabhängiger Medienschaffender und das Wirken einer Opposition, die im Ausland Strukturen für eine demokratische Zukunft ihres Landes aufbaut. Dabei gelingt es ihm, die abstrakten Schlagworte „Repression“ und „Widerstand“ mit Gesichtern und Stimmen zu füllen.


Das Buch verzichtet auf große Thesen oder ein abschließendes Urteil. Stattdessen bietet es eine dichte Momentaufnahme eines gesellschaftlichen Zustands: Menschen, die versuchen zu überleben, zu hoffen, zu erinnern – und sich dabei zwischen Anpassung und Aufbegehren bewegen.


Belarus – Zukunft eines Landes im Schatten Russlands und der Ukraine 


Rasender Stillstand ist ein wichtiges Buch, weil der Blick nach Belarus in Europa im Schatten Russlands und der Ukraine oft verloren geht. Es zeigt, dass die Zukunft des Landes mitten in Europa mit darüber entscheidet, wie sich die Region nach dem Krieg ordnen wird. Das Land sollte nicht allein Moskaus Einfluss überlassen werden, sondern verlangt die bewusste Aufmerksamkeit Europas. Petz verzichtet auf politische Analyse und geopolitische Thesen und beschreibt stattdessen die alltäglichen Folgen autoritärer Herrschaft. Gerade deshalb wirkt sein Buch so eindringlich. Letztlich erinnert es auch uns daran, demokratische Werte nicht für selbstverständlich zu halten und diejenigen zu unterstützen, die unter großen Risiken für sie einstehen.


Artikeltext: Kristiane Janeke


Sprecher: Christoph Jan Longen
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Armee der Einheit
16.04.2026
1 Minute
In dieser Folge von ANGELESEN, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch Armee der Einheit? Deutsche Streitkräfte zwischen Friedlicher Revolution und Wiedervereinigung vor.


Der Militärhistoriker Matthias Rogg zeichnet in seinem Werk präzise und minutiös den Weg zur Armee der Einheit nach. 


Unerwartete Chance und große Aufgaben


Die gänzlich unerwartete Chance, 1990 die Deutsche Einheit in Frieden und Freiheit zu verwirklichen, stellte die Bundeswehr vor große, historisch beispiellose Aufgaben: Die 90 000 Angehörigen der Nationalen Volksarmee der ehemaligen DDR mussten in die Reihen der Bundeswehr eingegliedert und anschließend zügig entschieden werden, wer von ihnen eine langfristige Dienstperspektive in der Bundeswehr haben könnte. 


Übernahme ehemaliger NVA-Soldaten


Der Charakter der NVA als militärisches Repressionsinstrument der SED-Diktatur machte dabei die massenhafte Übernahme früherer NVA-Soldaten unwahrscheinlich. Eine Karriere in der NVA hatte nur SED-Mitgliedern offen gestanden. Die Zahl der inoffiziellen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit in den Reihen der NVA war sehr hoch gewesen. Schlussendlich wurden nach gründlicher Prüfung 10 800 ehemalige NVA-Angehörige in die Bundeswehr übernommen. 


Armee der Einheit und Deutsche Einheit


Die in der Bundeswehr übliche hohe Mobilität und die Verlegung vieler Bundeswehr-Dienststellen in die neuen Bundesländer sorgten dafür, dass nach 1990 viele Soldaten aus West- und Ostdeutschland den jeweils anderen Teil des vormals geteilten Landes kennenlernten. So trug die Armee der Einheit erheblich dazu bei, den Prozess der Deutschen Einheit zu fördern. 


Der Militärhistoriker Oberst i. G. Prof. Dr. Matthias Rogg lehrt derzeit am U.S. Army War College in Carlisle, PA, im Department of Military Strategy, Planning and Operations. Er war zuvor Direktor Strategische Studien und Forschung an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sowie von 2010 bis 2017 Gründungsdirektor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden.


Artikeltext: Christoph Kuhl


Sprecher: Christoph Jan Longen
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State-Building. Die Rolle von Streitkräften am Beispiel der Bundeswehr in Afghanistan.
19.03.2026
11 Minuten
In dieser Folge von ANGELESEN, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch „State-Building. Die Rolle von Streitkräften am Beispiel der Bundeswehr in Afghanistan“ vor. Es erschien 2024 im Nomos Verlag. 


Brigadegeneral a.D. Michael Bartscher war mehrfach in leitenden Verwendungen in Afghanistan eingesetzt. Im vorliegenden Werk, seiner im Jahr 2024 erschienenen Dissertation, befasst er sich mit den Einsätzen ISAF und Resolute Support


Analyse des deutschen Beitrags zu ISAF und Resolute Support


Welche Lehren lassen sich aus der Art und Weise ziehen, in der Bundesregierung und Bundestag institutionell und in der Außendarstellung gegenüber der deutschen Öffentlichkeit mit den Einsätzen ISAF und Resolute Support umgegangen sind? Auf diese Fragen sucht die vorliegende Arbeit Antworten.       Auf Basis amtlichen Quellen, der aktuellen Forschungsliteratur sowie von Befragungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Geschäftsbereichen des BMVg und anderer Ministerien, die in Afghanistan tätig waren, liefert das Werk eine profunde Analyse des deutschen Beitrags zu den Einsätzen ISAF und Resolute Support.


Ergebnisse der detaillierten Betrachtung der Lageentwicklung


Aus der detaillierten Betrachtung sowohl der Lageentwicklung in Afghanistan als auch der Art und Weise, in der der politische Betrieb in Deutschland mit den Einsätzen umging, leitet der Autor eine Reihe von Empfehlungen ab, die helfen sollen, künftig vergleichbare Einsätze mit besserem Erfolg abzuschließen als die Einsätze in Afghanistan.


Artikeltext und Sprechtext: Christoph Kuhl


Sprecher: Christoph Jan Longen
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Amerikas langer Arm. Kontroversen um die Nutzung von Grönland im Zweiten Weltkrieg.
12.02.2026
1 Minute
Das aus mitteleuropäischer Perspektive abgelegen erscheinende Grönland ist in den Mittelpunkt globaler Aufmerksamkeit gerückt, weil die USA deutlicher als zuvor ihr Interesse an der größten Insel der Welt zum Ausdruck gebracht haben. In dieser Folge von ANGELESEN, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, möchten wir mit dem Werk Buch Amerikas langer Arm. Kontroversen um die Nutzung von Grönland im Zweiten Weltkrieg den historischen Wurzeln der amerikanischen Grönlandpolitik nachspüren.


Der emeritierte Neuzeithistoriker Lothar Burchardt geht in diesem Werk der Entwicklung der Beziehungen der USA zu Grönland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Zeit des Zweiten Weltkriegs, in der entscheidende Weichenstellungen stattfanden. Bereits 1920 war die US-Regierung den Ambitionen Großbritanniens, Grönland von Dänemark zu kaufen, entschieden entgegengetreten und hatte für den Fall, dass Dänemark verkaufen wolle, ein amerikanisches Vorkaufsrecht beansprucht. In den folgenden Jahrzehnten unternahm Washington aber nichts, um Kopenhagen zum Verkauf zu bewegen. 


Deutsche Besetzung Dänemarks als Übergang zu aktiver Grönlandpolitik


Die deutsche Besetzung Dänemarks 1940 markierte den Übergang zu einer aktiveren amerikanischen Grönlandpolitik. Die USA unterbanden Bestrebungen Kanadas und Großbritanniens, die Insel zu besetzen und schlossen mit dem dänischen Botschafter in Washington 1941 ein Abkommen, das die Stationierung von US-Truppen auf Grönland erlaubte. Die Verschlechterung der Beziehungen zur Sowjetunion ließ es nach Ende des Zweiten Weltkriegs geraten scheinen, die militärische Präsenz auf Grönland aufrechtzuerhalten.


„Geopolitischer Greifreflex“


Der Autor kommt zu dem Fazit, dass die Grönlandpolitik der USA nicht einer ausgearbeiteten Langfriststrategie folgte. Vielmehr nutzte die USA ab 1940 situativ die sich durch die deutsche Besetzung Dänemarks bietende Chance zur Ausdehnung ihres Einflusses auf Grönland.


Artikeltext und Sprechtext: Christoph Kuhl


Sprecher: Christoph Jan Longen
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