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Angelesen! Audio-Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

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ZMSBw - Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr 102 Episoden Neueste vor 2 Tagen

Das ZMSBw stellt Bücher zur (Militär-)Geschichte vor

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Episoden

9 Minuten
Nachdem die USA in dieser erfundenen Handlung jede Unterstützung des ukrainischen Abwehrkampfs gegen die russische Invasion eingestellt haben, kommt ein Vertrag zustande, der die Kampfhandlungen beendet und Russland erlaubt, sämtliche eroberten ukrainischen Gebiete zu behalten. 

Überraschender Rücktritt

Kurz darauf tritt in Masalas erdachter Erzählung Wladimir Putin überraschend zurück. Sein Nachfolger, ein fiktiver Nachwuchspolitiker namens Obmantschikow, nimmt den Westen mit einer Charme-Offensive für sich ein, während die russische Politik tatsächlich im Sinne Putins fortgeführt wird. Im März 2028 ist Europa in diesem von Masala erdachten Szenario vollauf mit einer großen Flüchtlingskrise beschäftigt. Die USA sind im vorliegenden Werk von eskalierenden Spannungen im pazifischen Raum in Anspruch genommen. 

Besetzung von Narwa und NATO-Sondergipfel

Russland nutzt in dieser fiktiven Handlung die günstige Gelegenheit zur Besetzung von Narwa, einer Kleinstadt im Osten Estlands, deren Bevölkerung zu 90 Prozent aus Esten mit russischer Muttersprache besteht. Ein NATO-Sondergipfel kann sich nicht darauf einigen, die Besetzung Narwas als Fall für Artikel 5 des NATO-Vertrags einzustufen. Daraufhin stellen der russische und der chinesische Präsident in dieser erdachten Erzählung abschließend in einem Telefonat fest, dass die Welt sich ab jetzt um die Achse Moskau-Peking drehe. 

Abschreckung durch Aufwuchs europäischer NATO-Streitkräfte

Um zu verhindern, dass ein solches fiktives Szenario Wirklichkeit werden könnte, rät der Autor Carlo Masala zur entschlossenen Fortführung der eingeleiteten Politik des Aufwuchses und der Ertüchtigung der europäischen NATO-Streitkräfte. Nur Abschreckung und Eindämmung können die Freiheit Europas dauerhaft sichern.

Artikeltext und Sprechtext: Christoph Kuhl

Produktion und Sprecher: Christoph Jan Longen    
11 Minuten
Künstliche Intelligenz (KI) ist in heutiger Zeit allgegenwärtig. Kaum ein Bereich des individuellen und gesellschaftlichen Lebens bleibt von ihr unberührt. Daraus resultiert, dass auch die in der internationalen Politik maßgebenden Akteure bestrebt sind, sich die Vorteile Künstlicher Intelligenz auch auf militärischem Gebiet zu Nutze zu machen.

Oberstleutnant Gerrit Hohmann befasst sich im vorliegenden Werk ausführlich mit Anwendungen, Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz (KI) auf dem Feld der inneren und äußeren Sicherheit. Der Quantensprung, den die KI im Vergleich mit früheren Computerprogrammen darstellt, liegt in ihrer Fähigkeit zur Bearbeitung von Aufgaben, die menschliche Intelligenz erfordern, z.B. Lernen oder Sprachverständnis. 

Militärische Zwecke

Für militärische Zwecke sind vor allem KI-Anwendungen interessant, die das Sammeln und schnelle Auswerten großer Datenmengen zwecks Erstellung digitaler Lagekarten erlauben, die gegnerische Kräfte auf dem Gefechtsfeld in Echtzeit sichtbar machen. Die Ukraine hat in ihrem Abwehrkampf seit 2022 gute Ergebnisse mit solchen Anwendungen erzielt, sowohl mit Produkten der US-Firma Palantir als auch mit dem selbst entwickelten Gefechtsführungssystem DELTA. 

KI und Drohnen

Auch die zunehmend wichtige Rolle von Drohnen geht auf KI zurück, die sowohl die Treffsicherheit als auch die Schwarmfähigkeiten der unbemannten Flugobjekte verbessern hilft. Wichtig ist, dass die Letztentscheidung über den Einsatz eines Waffensystems nicht durch KI, sondern grundsätzlich immer von Menschen getroffen wird. 

Digitale Souveränität

Der Autor plädiert dafür, die deutschen Anstrengungen in Sachen Digitalisierung, KI und digitale Souveränität erheblich zu steigern. Wer auf diesem Gebiet jetzt das Nötige zu tun versäumt, droht für lange Zeit abgehängt zu werden.

Artikeltext: Christoph Kuhl

Sprecher: Christoph Jan Longen
1 minute
Auf welchem Stand waren die sowohl von der NATO bzw. der Bundeswehr als auch von den zuständigen zivilen Behörden getroffenen Vorbereitungen auf einen möglichen Verteidigungsfall bis 1990? Dieser Frage gehen im vorliegenden Werk am Beispiel Hessens Heiner Möllers und Cornelia Grosse nach, beide als Militärhistoriker und Militärhistorikerin am ZMSBw tätig.

Stand der zivilen und militärischen Vorbereitungen mangelhaft

An zahlreichen Beispielen zeigen Autorin und Autor, dass der Stand der militärischen und der zivilen Vorbereitungen vielfach zu wünschen übrigließ: Zusätzliche Krankenhäuser für die Truppe waren vorbereitet, doch die Verfügbarkeit von zusätzlichem medizinischem Personal war fraglich. Für die Versorgung von Kriegsgefangenen waren kaum Vorbereitungen getroffen. Schutzraumplätze waren Mangelware. In Hessen kam statistisch ein solcher Platz auf ca. 45 Einwohner.

Flüchtlingsbewegungen sind nicht planbar

Auch war unklar, ob man die zu erwartende Fluchtbewegung zahlreicher Bundesbürger in den Griff bekommen würde, die mit ihren Privat-Pkws viele Straßen verstopfen und den militärischen Aufmarsch behindern würden. 

Schaffung einer zeitgemäßen Gesamtverteidigung

Aus den Defiziten der Zeit bis 1990 zu lernen und für Gegenwart und Zukunft eine zeitgemäße Gesamtverteidigung zu schaffen, die auch künftig Krieg zu verhindern hilft – dazu will das Buch einen Beitrag leisten. 

Artikeltext: Christoph Kuhl

Sprecher: Christoph Jan Longen
1 minute
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch „Rasender Stillstand. Belarus – eine Revolution und die Folgen“ von Ingo Petz vor. Es erschien im Jahr 2025.

Aufbruchstimmung, Widerstand, Kontrolle und Angst – belarussischer Alltag?

Der Autor fragt, was von der Aufbruchsstimmung des Sommers 2020 geblieben ist und welche Möglichkeiten es heute für Veränderung gibt. Er beschreibt ein Regime, das sich durch Kontrolle und Angst stabilisiert, zugleich aber zunehmend auf innere Leere stößt und zeigt wie der belarussische Alltag von Einschüchterung, aber auch von kleinen, kaum sichtbaren Formen des Widerstands geprägt ist.

Politische Analyse und Alltagsbeobachtungen

Petz erzählt keine lineare Geschichte, sondern verwebt politische Analyse, Alltagsbeobachtung und persönliche Eindrücke. Er spricht mit Menschen im Land und im Exil, schildert das Leben politischer Gefangener, die Arbeit unabhängiger Medienschaffender und das Wirken einer Opposition, die im Ausland Strukturen für eine demokratische Zukunft ihres Landes aufbaut. Dabei gelingt es ihm, die abstrakten Schlagworte „Repression“ und „Widerstand“ mit Gesichtern und Stimmen zu füllen.

Das Buch verzichtet auf große Thesen oder ein abschließendes Urteil. Stattdessen bietet es eine dichte Momentaufnahme eines gesellschaftlichen Zustands: Menschen, die versuchen zu überleben, zu hoffen, zu erinnern – und sich dabei zwischen Anpassung und Aufbegehren bewegen.

Belarus – Zukunft eines Landes im Schatten Russlands und der Ukraine 

Rasender Stillstand ist ein wichtiges Buch, weil der Blick nach Belarus in Europa im Schatten Russlands und der Ukraine oft verloren geht. Es zeigt, dass die Zukunft des Landes mitten in Europa mit darüber entscheidet, wie sich die Region nach dem Krieg ordnen wird. Das Land sollte nicht allein Moskaus Einfluss überlassen werden, sondern verlangt die bewusste Aufmerksamkeit Europas. Petz verzichtet auf politische Analyse und geopolitische Thesen und beschreibt stattdessen die alltäglichen Folgen autoritärer Herrschaft. Gerade deshalb wirkt sein Buch so eindringlich. Letztlich erinnert es auch uns daran, demokratische Werte nicht für selbstverständlich zu halten und diejenigen zu unterstützen, die unter großen Risiken für sie einstehen.

Artikeltext: Kristiane Janeke

Sprecher: Christoph Jan Longen
1 minute
In dieser Folge von ANGELESEN, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch Armee der Einheit? Deutsche Streitkräfte zwischen Friedlicher Revolution und Wiedervereinigung vor.

Der Militärhistoriker Matthias Rogg zeichnet in seinem Werk präzise und minutiös den Weg zur Armee der Einheit nach. 

Unerwartete Chance und große Aufgaben

Die gänzlich unerwartete Chance, 1990 die Deutsche Einheit in Frieden und Freiheit zu verwirklichen, stellte die Bundeswehr vor große, historisch beispiellose Aufgaben: Die 90 000 Angehörigen der Nationalen Volksarmee der ehemaligen DDR mussten in die Reihen der Bundeswehr eingegliedert und anschließend zügig entschieden werden, wer von ihnen eine langfristige Dienstperspektive in der Bundeswehr haben könnte. 

Übernahme ehemaliger NVA-Soldaten

Der Charakter der NVA als militärisches Repressionsinstrument der SED-Diktatur machte dabei die massenhafte Übernahme früherer NVA-Soldaten unwahrscheinlich. Eine Karriere in der NVA hatte nur SED-Mitgliedern offen gestanden. Die Zahl der inoffiziellen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit in den Reihen der NVA war sehr hoch gewesen. Schlussendlich wurden nach gründlicher Prüfung 10 800 ehemalige NVA-Angehörige in die Bundeswehr übernommen. 

Armee der Einheit und Deutsche Einheit

Die in der Bundeswehr übliche hohe Mobilität und die Verlegung vieler Bundeswehr-Dienststellen in die neuen Bundesländer sorgten dafür, dass nach 1990 viele Soldaten aus West- und Ostdeutschland den jeweils anderen Teil des vormals geteilten Landes kennenlernten. So trug die Armee der Einheit erheblich dazu bei, den Prozess der Deutschen Einheit zu fördern. 

Der Militärhistoriker Oberst i. G. Prof. Dr. Matthias Rogg lehrt derzeit am U.S. Army War College in Carlisle, PA, im Department of Military Strategy, Planning and Operations. Er war zuvor Direktor Strategische Studien und Forschung an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sowie von 2010 bis 2017 Gründungsdirektor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden.

Artikeltext: Christoph Kuhl

Sprecher: Christoph Jan Longen
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