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Beschreibung
vor 3 Tagen
Als Korrespondentin in einem anderen Land arbeiten zu dürfen, ist
eine großartige Sache, findet Jenny Barke, die für die ARD aus
Mexiko-Stadt über die Länder der Karibik, Mittelamerika und
natürlich Mexiko berichtet. Für ihre Leidenschaft zum Schwimmen
ist das Land aber eher suboptimal, obwohl das Land 11.000
Kilometer Küste hat und als große Freischwimmer-Nation gilt.
Mexiko-Stadt allerdings liegt in einem Tal mitten im Festland -
doch von den vielen Seen, die es hier mal gab, ist praktisch
nichts mehr übrig. Auch öffentliche Schwimmbäder sind hier
Mangelware, Freibäder gibt es gar nicht.
Die Schwimmhalle Alberca Olímpica Francisco Márquez, einst gebaut
für die Olympischen Spiele 1968, wurde zwar 2008 saniert und
sieht wirklich beeindruckend aus, um hier schwimmen zu können,
muss man allerdings Vereinsmitglied sein. Doch die Wartezeiten
sind lang und man braucht nicht nur eine
Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Arzt - das ist auch in
Deutschland durchaus üblich - sondern muss auch seine
Geburtsurkunde vorlegen. Und dann ist man an feste Slots
gebunden. Für Jenny keine Option, weiß sie doch als
Korrespondentin nie, wann sie worüber gerade berichten muss.
Bleibt ihr nur einer der recht teuren privaten Fitnessstudios,
die sich die meisten Mexikaner allerdings nicht leisten können.
Aber auch hier sind die Bedingungen ganz anders, als Jenny es von
Berlin her kennt, wo sie im Verein Seitenwechsel regelmäßig
trainiert hat (Folge 31). Das Wasser ist um die 30 Grad warm,
unter Wasser läuft laute Musik, das Becken ist in der Regel nicht
tiefer als 1,20 Meter und eine Bahn meist abgesperrt für
Menschen, die gehend ihre Bahnen ziehen, um auf diese Art ihre
Muskeln zu trainieren. Bikini ist hier nicht erlaubt und nackt
unter der Dusche stehen geht gar nicht.
Jenny macht das Beste draus - und wenn sich die Gelegenheit
ergibt, fährt sie an natürliche Gewässer, wie die zahlreichen
Cenoten - diese Kalksteinhöhlen sind regelrechte Naturpools, die
von Wasserfällen mit Süßwasser gespeist werden, zu finden
insbesondere auf der Halbinsel Yucatán. Allerdings: Schwimmwesten
sind hier Pflicht, das Wasser ist tief und die Gefahr groß, dass
sich die Schwimmer:innen überschätzen. In den weit verzweigten
Höhlen ist es schwierig, Menschen zu retten, deshalb baut man
vor.
Rettungsschwimmer, die das Treiben beobachten und im Zweifel
eingreifen, sieht man allerdings selten, hat Jenny beobachtet,
auch nicht am Meer. So etwas wie die DLRG gibt es in Mexiko
nicht, aber auch keinen verpflichtenden Schwimmunterricht an den
Schulen. Wer es sich leisten kann, zahlt seinen Kindern teuren
privaten Schwimmunterricht, alle anderen müssen sich das
Schwimmen selber beibringen, wenn sie nicht das Glück haben,
zufällig von einem sozialen Projekt gefördert zu werden. Und das
in einem Land, das zwischen zwei Meeren, dem Atlantik und dem
Pazifik liegt.
Und dort ist das Wasser zwar in der Regel für Schwimmer:innen
angenehm warm, dafür lauern andere Gefahren: Die Wellen sind
mitunter meterhoch, jährlich ertrinken hunderte Menschen, die die
Gefahr unterschätzen. Hinzu kommen an der mexikanischen
Karibikküste riesige Sargassum-Algenteppiche, in diesem Jahr ist
der Befall besonders groß. Als Hauptursachen gelten Düngemittel
aus der Landwirtschaft sowie steigende Wassertemperaturen. Und
noch was anderes hat Jenny beim Schwimmen und Tauchen beobachtet:
Vor der Küste Mexikos, insbesondere im Karibischen Meer und dem
Pazifik, findet eine massive Korallenbleiche statt. Anhaltend
extreme Wassertemperaturen von bis zu 33 Grad Celsius infolge des
Klimawandels führen dazu, dass ganze Riffe absterben.
Trotzdem: Mexiko hat für Schwimmer:innen viel zu bieten. Wenn man
entsprechend vorsichtig ist. Und Rücksicht auf die Umwelt nimmt.
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