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vor 2 Tagen
Ungarn hat gewählt. Viele hoffen, dass die EU ihre
Probleme löst – ein möglicher Irrtum
Ein Kommentar von Tilo Gräser.
„Orban wankt“ habe ich im Juni vergangenen Jahres nach einem
meiner Aufenthalte in Ungarn geschrieben. In dem
Beitrag habe ich auf eine Stimmung in dem Land an Donau und Theiß
aufmerksam gemacht, die in Richtung Veränderung nach 16 Jahren
Amtszeit von Viktor Orbán drängte. Nun ist der dienstälteste
Ministerpräsident innerhalb der Europäischen Union (EU)
gewissermaßen gefallen. Dafür dürften zuallererst innenpolitische
Themen und Probleme gesorgt haben, und eben der Wunsch
insbesondere der jungen Ungarn nach Veränderung. Natürlich
reichen die Folgen weit über das Land hinaus.
Den bisherigen Angaben nach erhielt am Sonntag die
Tisza-Partei um Herausforderer Péter Magyar knapp über 53 Prozent
der abgegebenen Stimmen. Das Bündnis aus Fidesz und der Partei
KDNP um Orbán kam auf etwas über 38 Prozent. Nach 16 Jahren im
Amt muss Orbán das nun wieder abgeben. Gemeldet wurde eine hohe
Wahlbeteiligung von fast 80 Prozent. Demnach bekommt die
Tisza-Partei 138 der 199 Sitze im Parlament und damit die für
grundlegende Gesetzesänderungen notwendige
Zweidrittelmehrheit. Fidesz und KDNP kommen nur noch auf 55 von
bisher 135 Abgeordneten. Die restlichen sechs Sitze bekommt die
kleine Partei Mi Hazánk Mozgalom (Unsere Heimat Bewegung), die
als „rechtsextrem“ und „prorussisch“ bezeichnet wird.
Im Folgenden soll ein kurzer Überblick über Einschätzungen
gegeben werden, die im deutschen Medienmainstream eher selten zu
finden sind, die aber auf interessante Aspekte aufmerksam machen.
Zu den Ursachen für den Wahlausgang wird unter anderem die sich
verschlechternde wirtschaftliche Lage Ungarns gezählt, die sich
auf den Lebensstandard seiner Bürger spürbar auswirkt. Noch am
11. April hatte die Zeitung Das Handelsblatt den
„wirtschaftlichen Niedergang“ des Landes beschrieben
und als Schlussfolgerung einen „Regimewechsel“ in Budapest
gefordert. Zumindest hieß es dabei:
„Das Haushaltsproblem besteht seit der Coronapandemie, als der
Staat hohe Schulden aufnehmen musste. Es verschärfte sich 2022, als
die EU-Kommission aufgrund von Rechtsstaatsverstößen der
Orban-Regierung Fördermittel in Milliardenhöhe zurückhielt.“
Bei der Aufzählung der Faktoren und Ursachen für die schlechter
werdenden Wirtschaftszahlen ließ das Blatt nicht nur die
politischen Ursachen der Corona-Krise, sondern auch etwas anderes
Wichtiges aus: Durch die enge Verflechtung der ungarischen
Wirtschaft mit bundesdeutschen Unternehmen wirkt sich der
Konjunkturrückgang in Deutschland – dem wichtigsten
Handelspartner Ungarns – auch auf diese aus. Darauf machte der
ungarische Journalist Gabór Stier gegenüber der russischen
Nachrichtenagentur Tass am Montag aufmerksam. Aus
seiner Sicht kommt der Konflikt in der Ukraine hinzu, der
Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland nach sich zog,
der sich ebenfalls „äußerst negativ“ auf die Lage im Land
auswirke.
...https://apolut.net/orban-wankte-und-fiel-von-tilo-graser/
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