Trumps imaginäre Waffenruhe | Von Rainer Rupp

Trumps imaginäre Waffenruhe | Von Rainer Rupp

vor 1 Woche
12 Minuten
0
0 0

Beschreibung

vor 1 Woche

Eine typisch trump’sche Mischung aus brachialer
Inkompetenz, theatralischer Siegesrhetorik und pragmatischer
Rückwärtsbewegung


Ein Kommentar von Rainer Rupp.


Die Waffenruhe zwischen den USA und Iran basiert auf dem
10-Punkte-Plan des Iran und wurde von Trump persönlich als
Verhandlungsgrundlage anerkannt. Aber bereits wenige Stunden nach
ihrer triumphalen Ankündigung durch Trump in Siegerpose ist sie
faktisch bereits wieder zusammengebrochen, auch wenn dies
offiziell noch von keiner Seite bestätigt ist. Denn in den
wenigen Stunden, die dazwischen lagen war Trump unter dem
hysterischen Druck seiner zionistischen Berater in Israel und
anderer Washingtoner Kriegstreiber eingeknickt. In einem Akt fast
kindlicher Verzweiflung begann er einfach die Realität zu
leugnen. Er behauptete plötzlich, dass er nicht dem iranischen
Plan zugestimmt habe, sondern einem ganz anderen, einem
geheimnisvollen, streng geheimen 10-Punkteplan mit Forderungen
der USA. 


Allerdings hat der pakistanische Ministerpräsident, der das
Abkommen zwischen Iran und den USA vermittelt hat, vor
internationalen Medien quasi als Augenzeuge bestätigt, dass die
US-amerikanische Seite sehr wohl den original iranischen
10-Punkte Plan als Verhandlungsbasis akzeptiert hatte. Dieser
Iranische Plan hat sich seit Beginn des US-Angriffskrieges nicht
geändert und er muss daher auch der US-amerikanischen Seite von
Text und Bedeutung bekannt gewesen sein.


In einer Analyse vom 9. April 2026 verweist der ehemalige
Top-Analyst der CIA, Larry C. Johnson, darauf, dass in Washington
und im Umfeld der Trump-Regierung eine Mischung aus
Realitätsverweigerung und Zweckoptimismus herrsche. Die
proklamierten militärischen US-Erfolge entbehrten jeder
strategischen Grundlage. Stattdessen habe Iran die effektive
Kontrolle über die Straße von Hormus übernommen und halte damit
die Weltwirtschaft und die damit verbundenen US-Interessen in
einem Würgegriff. Auch unterstreicht er, dass sowohl Teheran als
auch der Vermittler Pakistan betonen, die US-Regierung habe einem
iranischen Zehn-Punkte-Plan als Grundlage für Verhandlungen
zugestimmt. Hier folgen die von Johnson bereitgestellten 10
Punkte des iranischen Plans: 


1. US-Verpflichtung zur Nicht-Aggression – eine formelle
Garantie, dass die Vereinigten Staaten (und Israel) keine
weiteren Angriffe auf Iran, Libanon, Jemen und Irak starten
werden.

2. Fortgesetzte iranische Kontrolle über die Straße von
Hormus – Iran behält die Souveränität und die primäre
Koordination des Schiffsverkehrs durch die Meerenge mit einem
„regulierten“ oder „sicheren Transitprotokoll“. 

3. Anerkennung des iranischen Anreicherungsrechts –
ausdrückliche US- und internationale Anerkennung des Rechts
Irans, Uran für sein ziviles Atomprogramm anzureichern. 

4. Aufhebung aller primären US-Sanktionen gegen Iran –
Beseitigung der direkten bilateralen Wirtschaftssanktionen der
USA.

5. Aufhebung aller sekundären Sanktionen – Abschaffung der
Sanktionen gegen Drittländer und Unternehmen, die mit Iran
Geschäfte machen.

6. Aufhebung aller Resolutionen des UN-Sicherheitsrats gegen
Iran – Streichung bestehender UNSC-Sanktionen und Resolutionen.

7. Aufhebung aller Resolutionen des IAEA-Gouverneursrats
gegen Iran – Beendigung der Resolutionen und
Überwachungsmaßnahmen der Internationalen Atomenergiebehörde.

8. Zahlung von Entschädigungen bzw. Kriegsreparationen an
Iran – finanzielle Entschädigung oder Wiederaufbauhilfe für
Schäden durch die US-israelische Militärkampagne. 

9. Freigabe aller eingefrorenen iranischen Vermögenswerte –
Entsperrung iranischer Gelder und Vermögen im Ausland
(einschließlich US- oder europäischer Banken)...






...https://apolut.net/trumps-imaginare-waffenruhe-von-rainer-rupp/


Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
15
15
Close