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Beschreibung
vor 1 Woche
In dieser Folge sprechen Duri Bonin, Gregor Münch und Daniel
Brugger über ein neues Schweizer KI-Startup für Anwältinnen und
Anwälte: Sereos. Ausgangspunkt ist ein ganz praktisches Problem:
Viele KI-Tools sind beeindruckend, aber sie passen nicht wirklich
zur Arbeitsweise von Anwältinnen, Gerichten, Behörden oder
Rechtsdiensten. Sie verstehen die Abläufe zu wenig, sind beim
Datenschutz heikel oder helfen zwar schnell, aber nicht präzise
genug. Gregor erzählt, warum er zusammen mit Colin Carter, Daniel
Brugger, Ioannis Martinis, Martin Affolter und Simon Brun dieses
Projekt gestartet hat. Der Anspruch ist hoch: eine Schweizer
Legal-AI-Lösung, die juristische Arbeit schneller, strukturierter
und besser macht, ohne die eigene Denkleistung zu ersetzen. Nicht
einfach ein weiterer Chatbot, sondern ein Werkzeug, das die
tägliche Arbeit von Anwältinnen tatsächlich abbildet: Post
verarbeiten, in Programmen diktieren statt tippen, Verfahrensakten
erschliessen, Vorlagen intelligent weiterverwenden,
Fristerstreckungsgesuche und andere Standardschreiben vorbereiten,
komplexere Rechtsschriften auf Basis kanzleiinternen Know-hows
unterstützen. Gregor betont, dass gute KI-Arbeit im Recht nie
einfach heissen kann: PDF hochladen, zusammenfassen lassen, blind
weiterverwenden. Gerade im juristischen Bereich genügt „gut genug“
eben nicht. KI arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten. Juristische
Arbeit verlangt dagegen überprüfbare Präzision, Subsumtion
(Anwendung des Gesetzes auf den konkreten Fall) und Verantwortung.
KI kann die eigene Denkarbeit begleiten, aber nicht ersetzen.
Daniel Brugger schaltet sich in die Diskussion ein und erklärt, wie
er mit einem sogenannten „LLM Council“ arbeitet. Das ist ein
System, bei dem ein KI-Modell gezwungen wird, dieselbe Frage aus
mehreren Denkstilen zu beleuchten: kritisch, grundlegend,
umsetzungsorientiert, expansiv und aus der Sicht eines
Aussenstehenden. Die Idee dahinter ist juristisch hochinteressant:
nicht eine Antwort übernehmen, sondern Perspektiven gegeneinander
prüfen, Unterschiede sichtbar machen und erst dann ein Urteil
bilden. Damit soll unter anderem der Sycophancy Bias reduziert
werden, also die Tendenz von KI-Modellen, dem Nutzer zu sehr
zuzustimmen. Duri möchte von Daniel ebenfalls wissen, warum er
derzeit lieber mit Claude als mit ChatGPT arbeitet: wegen Skills
(vorgefertigte Arbeitsmodule), wegen MCP-Konnektoren
(Schnittstellen zu externen Datenquellen) und wegen der
Möglichkeit, aktuelle juristische Datenquellen wie Open Case Law
oder Fedlex direkt einzubinden. Für Juristen ist das zentral. Denn
viele Halluzinationen (frei erfundene oder unzuverlässige Inhalte
der KI) entstehen gerade dort, wo Modelle nicht mit aktuellen oder
sauberen Rechtsquellen arbeiten. Gregor nennt ausdrücklich auch
einen normativen Grund für die Wahl der Tools: Wer mit KI arbeitet,
entscheidet nicht nur über Effizienz, sondern auch darüber, welchem
Ökosystem er Vertrauen schenkt. Damit wird die Folge auch zu einem
Gespräch über Verantwortung, Macht und den politischen Rahmen von
Legal Tech. Diese Folge ist deshalb weit mehr als eine
Startup-Ankündigung. Sie ist ein Werkstattgespräch darüber, wie
juristische Arbeit mit KI in Zukunft aussehen könnte: schneller,
strukturierter, berufsgeheimniskonform – aber eben nur dann
wirklich gut, wenn der Mensch die Kontrolle behält. Links zu diesem
Podcast: - [SERE0S](https://sereos.ch) - [Fünf KI-Berater: Mein LLM
Council Skill für
Claude](https://www.iusbubble.com/c/kunstliche-intelligenz/funf-ki-berater-mein-llm-council-skill-fur-claude)
- Anwaltskanzlei von [Duri Bonin](https://www.duribonin.ch) - Das
Buch zum Podcast: [In schwierigem Gelände — Gespräche über
Strafverfolgung, Strafverteidigung &
Urteilsfindung](https://www.duribonin.ch/shop/) Die Podcasts "Auf
dem Weg als Anwält:in" sind unter https://www.duribonin.ch/podcast/
oder auf allen üblichen Plattformen zu hören . Dort einfach nach
'Duri Bonin' suchen.
Brugger über ein neues Schweizer KI-Startup für Anwältinnen und
Anwälte: Sereos. Ausgangspunkt ist ein ganz praktisches Problem:
Viele KI-Tools sind beeindruckend, aber sie passen nicht wirklich
zur Arbeitsweise von Anwältinnen, Gerichten, Behörden oder
Rechtsdiensten. Sie verstehen die Abläufe zu wenig, sind beim
Datenschutz heikel oder helfen zwar schnell, aber nicht präzise
genug. Gregor erzählt, warum er zusammen mit Colin Carter, Daniel
Brugger, Ioannis Martinis, Martin Affolter und Simon Brun dieses
Projekt gestartet hat. Der Anspruch ist hoch: eine Schweizer
Legal-AI-Lösung, die juristische Arbeit schneller, strukturierter
und besser macht, ohne die eigene Denkleistung zu ersetzen. Nicht
einfach ein weiterer Chatbot, sondern ein Werkzeug, das die
tägliche Arbeit von Anwältinnen tatsächlich abbildet: Post
verarbeiten, in Programmen diktieren statt tippen, Verfahrensakten
erschliessen, Vorlagen intelligent weiterverwenden,
Fristerstreckungsgesuche und andere Standardschreiben vorbereiten,
komplexere Rechtsschriften auf Basis kanzleiinternen Know-hows
unterstützen. Gregor betont, dass gute KI-Arbeit im Recht nie
einfach heissen kann: PDF hochladen, zusammenfassen lassen, blind
weiterverwenden. Gerade im juristischen Bereich genügt „gut genug“
eben nicht. KI arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten. Juristische
Arbeit verlangt dagegen überprüfbare Präzision, Subsumtion
(Anwendung des Gesetzes auf den konkreten Fall) und Verantwortung.
KI kann die eigene Denkarbeit begleiten, aber nicht ersetzen.
Daniel Brugger schaltet sich in die Diskussion ein und erklärt, wie
er mit einem sogenannten „LLM Council“ arbeitet. Das ist ein
System, bei dem ein KI-Modell gezwungen wird, dieselbe Frage aus
mehreren Denkstilen zu beleuchten: kritisch, grundlegend,
umsetzungsorientiert, expansiv und aus der Sicht eines
Aussenstehenden. Die Idee dahinter ist juristisch hochinteressant:
nicht eine Antwort übernehmen, sondern Perspektiven gegeneinander
prüfen, Unterschiede sichtbar machen und erst dann ein Urteil
bilden. Damit soll unter anderem der Sycophancy Bias reduziert
werden, also die Tendenz von KI-Modellen, dem Nutzer zu sehr
zuzustimmen. Duri möchte von Daniel ebenfalls wissen, warum er
derzeit lieber mit Claude als mit ChatGPT arbeitet: wegen Skills
(vorgefertigte Arbeitsmodule), wegen MCP-Konnektoren
(Schnittstellen zu externen Datenquellen) und wegen der
Möglichkeit, aktuelle juristische Datenquellen wie Open Case Law
oder Fedlex direkt einzubinden. Für Juristen ist das zentral. Denn
viele Halluzinationen (frei erfundene oder unzuverlässige Inhalte
der KI) entstehen gerade dort, wo Modelle nicht mit aktuellen oder
sauberen Rechtsquellen arbeiten. Gregor nennt ausdrücklich auch
einen normativen Grund für die Wahl der Tools: Wer mit KI arbeitet,
entscheidet nicht nur über Effizienz, sondern auch darüber, welchem
Ökosystem er Vertrauen schenkt. Damit wird die Folge auch zu einem
Gespräch über Verantwortung, Macht und den politischen Rahmen von
Legal Tech. Diese Folge ist deshalb weit mehr als eine
Startup-Ankündigung. Sie ist ein Werkstattgespräch darüber, wie
juristische Arbeit mit KI in Zukunft aussehen könnte: schneller,
strukturierter, berufsgeheimniskonform – aber eben nur dann
wirklich gut, wenn der Mensch die Kontrolle behält. Links zu diesem
Podcast: - [SERE0S](https://sereos.ch) - [Fünf KI-Berater: Mein LLM
Council Skill für
Claude](https://www.iusbubble.com/c/kunstliche-intelligenz/funf-ki-berater-mein-llm-council-skill-fur-claude)
- Anwaltskanzlei von [Duri Bonin](https://www.duribonin.ch) - Das
Buch zum Podcast: [In schwierigem Gelände — Gespräche über
Strafverfolgung, Strafverteidigung &
Urteilsfindung](https://www.duribonin.ch/shop/) Die Podcasts "Auf
dem Weg als Anwält:in" sind unter https://www.duribonin.ch/podcast/
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