Folge 151: Schwimmkunst am anderen Ende der Welt

Folge 151: Schwimmkunst am anderen Ende der Welt

vor 3 Tagen
31 Minuten
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Beschreibung

vor 3 Tagen

Am frühen Morgen mit Melbourne zu sprechen, ist auch für uns was
Besonderes. Aber die australische Künstlerin Jane O´Neill hat uns
so fasziniert, dass wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen
wollten. Jane ist nämlich nicht nur regelmäßige Schwimmerin, sie
macht auch Schwimmkunst. Oder besser: Bäderkunst.


Was sie fasziniert, ist die Bewegung im Wasser und das Wasser
selbst. Früher hat sie sich sehr für die Unterwasserwelt der
Meere interessiert, aber auch für mystische Meereswesen. Sie ist
eine Anhängerin des so genannten Hydrofeminismus, wonach durch
das Wasser alle Wesen miteinander verbunden sind. Und schließlich
besteht ja auch der Mensch selbst zu einem sehr großen Teil aus
Wasser.


Zur Zeit näht sie ein Schwimmbecken aus Jeansstoff. Den bekommt
sie als Abfallprodukt von einer Firma, die den Stoff ansonsten
wegschmeißen würde. Den dunkleren Stoff verwendet sie für das
typische T am Boden, die helleren Stoffe für die Darstellung der
Fliesen. Und weil die vielen hellen Blaus so unterschiedlich
sind, hat man tatsächlich das Gefühl, hier ist auch Wasser und
das Sonnenlicht reflektiert sich darin. Ein solches Schwimmbad
hat Jane in den 90er Jahren schon mal mit echten Fliesen gemacht,
aber fand es nicht sehr umweltfreundlich.


Und so ist es folgerichtig, dass sie jetzt für ihre Kunst
Jeansstoff benutzt, der bei der Produktion übrig geblieben ist.
Denn für die Herstellung von Jeans braucht man Unmengen an
Wasser. Deswegen findet sie Jeansstoff ein tolles Material, um
Wasser darzustellen.


Jane spricht aber nicht nur voller Energie über ihre Kunst,
sondern auch übers Schwimmen - und den Unterschied zwischen
Australien und Berlin. Drei Jahre hat sie in ihrer Jugend in der
Schweiz gelebt, neun Monate war sie 2018 in der deutschen
Hauptstadt, um im Rahmen der Bauhaus-Ausstellung zu arbeiten. In
der Zeit hat sie über 20 Berliner Schwimmbäder besucht. Und
festgestellt, dass hier doch einiges anders ist.


In Australien schwimmt man beispielsweise andersherum auf der
Bahn - also links statt rechts, im Uhrzeigersinn statt dagegen.
Und man lege wesentlich weniger Wert auf Hygiene, so Janes
Erfahrung. Duschen vor dem Schwimmen sei in Australien eher nicht
üblich. Und dass man sich die Straßenschuhe auszieht am
Beckenrand - das hat sie in Deutschland ebenfalls überrascht.
Durchschreitebecken gäbe es in Australien nicht. So sähe man am
Ende des Sommers am Beckenboden auch jede Menge Haargummis und
vor allem - sehr viel Sand. Was in Australien allerdings sehr
streng gehandhabt werde, sei die Einteilung der Schwimmbahnen in
langsam - mittel - schnell. Und es werde sehr stark darauf
geachtet, dass das auch eingehalten wird und sich kein langsamer
Rückenschwimmer auf der Schnellbahn verirrt.


Nächstes Jahr zeigt Jane O´Neill ihre Kunst übrigens auch in
Deutschland, gemeinsam mit der Künstlerin Petra Lüning von Kunst
im Bad. Wir halten euch auf dem laufenden!


















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