Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 2 Wochen
Trump erklärt die NATO zur Illusion und legt Europas
gefährlichste Schwäche offen.
Die öffentliche Delegitimierung des Bündnisses wirkt wie
ein Katalysator, der strukturelle Defizite freilegt und deutlich
macht, dass Europas militärische Handlungsfähigkeit ohne
amerikanische Unterstützung nur begrenzt tragfähig ist.
Ein Kommentar von Janine Beicht.
Gestern hat sich etwas verschoben, das über Jahrzehnte als stabil
galt. Ohne formellen Beschluss, ohne Austrittserklärung und ohne
sichtbaren Bruch ist eine Gewissheit zerfallen, auf der die
Sicherheitsarchitektur Europas beruhte. Die Vorstellung, dass das
transatlantische Bündnis eine verlässliche Konstante ist,
unabhängig von politischen Stimmungen, persönlichen
Machtkonstellationen oder konkreten Konflikten, hat ihren Halt
verloren. Was bislang als festes Fundament erschien, zeigt sich
plötzlich als verhandelbare Größe.
Ausgelöst wurde dieser Bruch nicht durch militärische
Entwicklungen, sondern durch eine politische Botschaft, die an
Deutlichkeit kaum zu überbieten ist. Donald Trump stellt die NATO
nicht mehr nur infrage, er entzieht ihr öffentlich die
strategische Legitimation. Damit wird aus einem Bündnis, das
jahrzehntelang als Rückgrat westlicher Sicherheit galt, ein
Konstrukt, dessen Fortbestand nicht mehr selbstverständlich ist.
Genau darin liegt die eigentliche Zäsur, weil sie nicht in einem
Ereignis besteht, sondern in einem Verlust an Verlässlichkeit,
der sich nicht kurzfristig reparieren lässt.
Der Iran-Krieg als Katalysator einer langen
Entwicklung
In einem Interview mit der britischen Zeitung The Telegraph (1)
hat US-Präsident Donald Trump gestern die transatlantische
Allianz endgültig als das entlarvt, was sie aus seiner Sicht
immer war: Eine leere Drohgebärde, die nur funktioniert, solange
Washington die Rechnung bezahlt und die Muskeln spielen lässt.
Der Auslöser ist kein theoretisches Szenario mehr, sondern die
bittere Realität des laufenden Iran-Kriegs, den die USA und
Israel begonnen haben.
Europas Regierungen haben sich kollektiv geweigert, die Straße
von Hormus zu sichern, Stützpunkte freizugeben oder auch nur
symbolisch Schiffe zu schicken. Stattdessen sperrte Spanien
seinen Luftraum (2) für alle damit verbundenen Flugzeuge, Italien
verweigerte US-Bombern die Landung auf Sizilien (3),
Großbritannien zögerte mit der Freigabe seiner Basen und
beschränkte sie auf Verteidigungszwecke (4), und Deutschland
erklärte klipp und klar, sich nicht beteiligen zu wollen. (5)
Verteidigungsminister Boris Pistorius machte deutlich (6)
„Das ist nicht unser Krieg.“
Trump sieht darin nicht nur Undankbarkeit, sondern den Beweis,
dass die NATO nie mehr als eine Einbahnstraße war, in der Amerika
zahlt, kämpft und beschützt, während die anderen nur konsumieren.
Auf die Frage, ob Washington seine Rolle innerhalb der NATO im
Anschluss an den Konflikt grundsätzlich überdenken werde,
antwortete Donald Trump unmissverständlich:
„Oh ja, ich würde sagen [es] ist jenseits der Überlegung. Ich
wurde nie von der NATO beeinflusst. Ich wusste immer, dass sie ein
Papiertiger sind, und Putin weiß das übrigens auch.“ (1)
...https://apolut.net/nato-vor-dem-aus-von-janine-beicht/
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Weitere Episoden
16 Minuten
vor 1 Tag
22 Minuten
vor 2 Tagen
11 Minuten
vor 3 Tagen
9 Minuten
vor 4 Tagen
12 Minuten
vor 1 Woche
Abonnenten
göhrde
Göppingen
Würzburg
Rostock
Vlotho
Buxtehude
Wehr
München
R_M: Bisch
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.