#28 Die Metamorphosen des Ovid. Oder wenn Elfenbein zum Leben erwacht.

#28 Die Metamorphosen des Ovid. Oder wenn Elfenbein zum Leben erwacht.

vor 1 Woche
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Beschreibung

vor 1 Woche

Nach einer kurzen, aber dennoch zu langen Pause sind wir passend
zum Frühling wieder für euch da und haben euch einen Klassiker
des Lateinunterrichts mitgebracht: Die Metamorphosen des Ovid.
Noch heute sind viele Geschichten aus diesem bedeutenden Epos
bekannt und werden immer wieder aufgegriffen: Pyramus und Thisbe,
Ikarus, der zu nah an die Sonne flog oder die tragische
Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mann, der sein eigenes
Spiegelbild liebte, und seiner Verehrerin, die stets nur seine
letzten Worte wiederholen konnte - Narciussus und Echo. Sie alle
werden nur zu gerne immer wieder aufgegriffen. Zusammen mit
unserem heutigen Gast widmet sich Gero dem Mythos um Pygmalion,
der sich nach seiner perfekten Frau sehnt und dafür Venus um
Beistand bittet.

An dieser Stelle ein kurzer Disclaimer: Diese Folge
thematisiert sexuelle Übergriffigkeit und Gewalt. Wir sind uns
bewusst, dass dieses Thema für einige Höhrer*innen belastend sein
kann. Allerdings sind solche Themen nicht nur Teil des
überlieferten Corpus, sondern waren elementarer Bestandteil des
antiken Diskurses und sollten auch deshalb in unseren Augen
kritisch thematisiert werden. Das beabsichtigen wir mit dieser
Folge. Solltet ihr von euch wissen, dass euch entsprechende
Themen stark belasten, überspringt gerne diese Folge und wir
würden uns freuen euch in der nächsten Folge wieder begrüßen zu
dürfen.

Ov. met. 10,243-249:


Quas quia Pygmalion aevum per crimen agentis


viderat, offensus vitiis, quae plurima menti


femineae natura dedit, sine coniuge caelebs


vivebat thalamique diu consorte carebat.


interea niveum mira feliciter arte


sculpsit ebur formamque dedit, qua femina nasci


nulla potest, operisque sui concepit amorem.




Ov. met. 10,250-258:

Virginis est verae facies, quam vivere credas


et, si non obstet reverentia, velle moveri:


ars adeo latet arte sua. miratur et haurit


pectore Pygmalion simulati corporis ignes.


saepe manus operi temptantes admovet, an sit


corpus an illud ebur, nec adhuc ebur esse fatetur.


oscula dat reddique putat loquiturque tenetque


et credit tactis digitos insidere membris


et metuit, pressos veniat ne livor in artus.




Ov. met. 10,280-289:
ut rediit, simulacra suae petit ille puellae


incumbensque toro dedit oscula: visa tepere est;


admovet os iterum, manibus quoque pectora temptat:


temptatum mollescit ebur positoque rigore


subsidit digitis ceditque, ut Hymettia sole


cera remollescit tractataque pollice multas


flectitur in facies ipsoque fit utilis usu.


dum stupet et medio gaudet fallique veretur,


rursus amans rursusque manu sua vota retractat;


corpus erat: saliunt temptatae pollice venae.

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Musik Intro und Outro: Don't Feel (So Low) by Mid-Air Machine
(Free Music Archive)(CC BY-SA)
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