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Beschreibung
vor 2 Wochen
Das war zu erwarten, das war so gewünscht: Der Fall
Collien Fernandes versus Christian Ulmen hat sich
verselbständigt. Egal, wie die analoge Story zwischen beiden
ausgehen wird, die mediale Schlacht um Einschränkung von
digitalen Freiheitsrechten ist im vollen Gange. Bald schon kann
sie ohne das verkrachte Paar auskommen. Die benötigte Munition
für eine politische Überrumpelungs-Kampagne haben sie längst
geliefert.
Ein Kommentar von Paul Clemente.
Nach Tagen des Schweigens erklärte Ulmens Anwalt, Christian
Schertz, in einer Pressemitteilung: Sein Mandant
habe keine Deepfake-Pornos von Frau Fernandez erstellt. Und sie
auch nicht analog auf Mallorca verprügelt. Umgekehrt: Fernandes
habe ihn, Ulmen, am Hals verletzt. Damals hätten spanische
Polizisten beidseitige Gewaltanwendung konstatiert, keine
einseitige Beschuldigung aufgestellt.
Kurz nach Veröffentlichung der Schertz-Version schoss Fernandes
auf Instagram zurück. O-Ton: „Oh mein Gott! Ich glaube es nicht!
Er hatte einen kleinen Kratzer am Hals (weil mir ein Nagel
eingerissen war) und hat selbst der Polizei gegenüber geäußert,
dass ich ihm keinerlei Gewalt angetan habe. Und nun wird von
einer Verletzung am Hals geschrieben, während ich am ganzen
Körper blaue Flecken hatte, dies ist nachweislich dokumentiert.
Wahnsinn!! Es gibt Bilder meiner blauen Flecken. Ich wurde vor
einer Ärztin der Justiz ausgezogen. Ich bin so unfassbar
fassungslos! Ich weiß gerade gar nicht, was ich sagen soll. Für
so armselig hätte ich den Täter nicht gehalten.“
Neben einer Sturmflut aus Solidaritäts- und Wutbekundung erschien
manchen Alternativ-Medien der Zeitpunkt des Skandals suspekt. Der
passte einfach zu gut: Schließlich werben die NGO HateAid und
Justizministerin Stefanie Hubig für ein Verbot rufschädigender
Deepfakes. Und ausgerechnet in dieser Zeitspanne kommt ein
Paradebeispiel ins mediale Spotlight? Natürlich wurde jede
Witterung von Absicht als „Verschwörungstheorie“ gebrandmarkt.
Anderseits: Wie viele Verschwörungstheorien erweisen sich als
wahr!
Auch Talk-Masterin Anne Will bemerkte das perfekte Timing. Also
befragte sie in ihrem Podcast die „Spiegel“-Autorin Juliane
Löffler über den Zeitpunkt der Veröffentlichung: Warum hatte das
Wochenmagazin die Anschuldigungen von Frau Fernandes ausgerechnet
jetzt publiziert? Löffler antwortete, es habe „zwei konkrete
Anlässe“ gegeben. Erstens: Nach Fernandes Anzeige habe Spanien
die Vorermittlungen eingeleitet. Zweitens – und jetzt kommt’s -
„wir wussten, dass Stefanie Hubig ein digitales
Gewaltschutzgesetz plant – das hatte sie auch schon angekündigt –
und es natürlich dadurch diese politische Dimension gab.“
Na, wenn das keine Absprache ist. Oder propagandistische
Unterstützung der Politik.
Diese Taktik fuhr auch HateAid-Mitgründerin Anna-Lena von
Hodenberg. Die gestand inzwischen, sie sei schon seit Monaten
über die Vorwürfe gegenüber Christian Ulmen informiert. Also noch
vor dem Spiegel. Damit erweist der Skandal als Resultat eines
Teamworks: Die Leute sollen mittels Schock, durch Mitleid mit
Frau Fernandes ihre Vorbehalte vergessen. Sie sollen glauben: Das
Gesetz zur Strafbarkeit von Deepfakes werde solche Demütigungen
künftig verhindern. Folglich gilt jegliches Zögern, jeder Einwand
gegen die Kriminalisierung von Deepfake als Beleg für
strukturellen Frauenhass.
Leider droht das ersehnte Gesetz nicht nur im Falle von
Porno-Deepfake mit krassen Strafen. Ebenso justiziabel würde auch
die Verbreitung von KI-generiertem Bildmaterial, das eine
„erhebliche Ansehensschädigung“ bestimmter Personen erzeugt oder
„nicht mehr als sozial hinnehmbar“ gilt. Schon jetzt zerren
Politiker harmloseste Satiren als „Majestätsbeleidigung“ vors
Gericht. Gestern Abend befragte ARD-Moderatorin Caren Miosga die
Justizministerin Hubig zur Bedeutung künftiger Deepfake-Gesetze
für Kunst und Satire. Nein, versicherte Hubig, politische
Meinungsfreiheit, Kunst und Satire seien nicht betroffen...
...https://apolut.net/fernandes-vs-ulmen-das-perfekte-timing-von-paul-clemente/
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