Energieversorgung im Stresstest: Winterstrom, Solarboom und Kernenergie – mit Bundesrat Albert Rösti

Energieversorgung im Stresstest: Winterstrom, Solarboom und Kernenergie – mit Bundesrat Albert Rösti

30 Minuten

Beschreibung

vor 2 Tagen

Mehr Solarstrom, steigender Strombedarf und die Frage, wie die
Schweiz im Winter genügend Energie bereitstellen kann: Die
Energiepolitik steht vor grundlegenden Herausforderungen.
Bundesrat Albert Rösti spricht über negative Strompreise, den
Ausbau der erneuerbaren Energien, mögliche Engpässe im Winter und
die Rolle von Kernernergie in der zukünftigen Stromversorgung. In
der Folge erwähnte Studien:


UBS Sorgenbarometer 2025⁠


⁠gfs.bern Monitor Versorgungsicherheit 2025⁠


⁠https://www.gfsbern.ch/de/news/versorgungssicherheit-schweiz-2025/⁠


⁠Bericht zu den Perspektiven der Atomkraft⁠


⁠Politikfolgeabschätzung Schweizerische Energiestiftung


 
Transkript zur Episode

 


00:00:02 – Sprecher gfs.echo, der Podcast von gfs.bern. Mit Lukas
Golder und Jenny Roberts.


00:00:12 – Lukas Die neue Staffel gfs.echo, jetzt geht es um die
Energie, jetzt geht es um das Ganze, mindestens um die
Energieversorgung. Dort, Jenny, haben wir viele verschiedene
Entscheidungen erlebt. Wir hatten die Energiestrategie 2050, wir
hatten zuletzt mehrmals über den Pfad Richtung mehr Erneuerbare
abgestimmt. Wie ist dein Eindruck? Gehen die Leute davon aus,
dass die Stromversorgung sicher ist in der Schweiz in zehn
Jahren? Oder sind wir da noch nicht so richtig sicher?


00:00:40 – Jenny Ja, also da gehen die Meinungen der
Stimmberechtigten tatsächlich recht auseinander. Es gibt ungefähr
eine Hälfte der Stimmbevölkerung, die eher pessimistisch
unterwegs ist, sich zu diesem Thema Sorgen macht. Circa die
andere Hälfte sieht das ein bisschen lockerer. Aber was man
sicher sagen kann, ist, dass das Thema Versorgungssicherheit sehr
hohe Priorität hat. Also bei 45 Prozent der Stimmbevölkerung ist
das wirklich die höchste Priorität im Thema Energie- und
Stromversorgung.


00:01:07 – Lukas Dann schauen wir mit der Person, die politisch
die höchste Verantwortung in diesem Energiebereich hat. Herr
Bundesrat Albert Rösti, herzlich willkommen bei uns im Podcast.


00:01:16 – Bundesrat Rösti Danke für die Einladung, ich bin gerne
hier.


00:01:19 – Lukas Ja, jetzt haben wir eben gesehen, dass
eigentlich so ein bisschen Unsicherheit schon auch da ist, aber
wenn man ein bisschen genauer hinschaut, dann kommt sehr schnell
das Stichwort Winterstromlücke auf. Wir laufen dort potenziell,
selbst mit dem Umbau, der jetzt vorangeht, wo man auch die
Weichen national gestellt hat, laufen wir dort in einen Engpass,
den vielleicht die Leute ein bisschen unterschätzen. Oder haben
wir ein Problem, das wir noch nicht richtig verstehen?


00:01:44 – Bundesrat Rösti Ich würde sagen, das Problem ist
verstanden, aber die Lösung zu finden, ist sehr schwierig. Also
das ist sicher die grösste Herausforderung: die
Versorgungssicherheit im Winter. Vor allem gegen Ende des
Winters, also Februar, März. Dann sind die Speicherseen langsam
geleert. Dann noch genügend Strom zu haben, das ist eine grosse
Herausforderung. Es gibt noch nirgends eine Patentlösung,
überschüssigen Sommerstrom, namentlich von den Solaranlagen, in
den Winter zu transportieren. Jetzt ist es schon so: Die
Solaranlagen geben zum Teil auch im Winter Strom, ein Viertel bis
ein Drittel. Die, die einen Speicher haben, noch besser. Dann
können sie auch noch, wenn es schneit, von diesem Strom nutzen.
Aber die grosse Menge an Bandstrom fehlt natürlich im Winter. Vor
allem, wenn wir je länger je mehr Strom brauchen. Weil wir
dekarbonisieren, aus der fossilen Energie aussteigen. Darum ist
der Zubau von Winterstrom absolut prioritär. Das ist in meinem
Departement das Wichtigste, ich werbe fast täglich dafür.
Winterstrom ist vor allem Wasserkraft, mehr Speicherkraftwerke,
damit man in Zeiten von Stromüberschuss Wasser hochpumpen kann,
damit man dann eben diese Reserven hat. Windanlagen haben es sehr
schwer in der Schweiz, aber würden auch mehr Winterstrom geben.
Und tatsächlich läuft dieser Zubau deutlich zu langsam.


00:03:08 – Lukas Also eben, beim Wind haben wir den Widerstand,
wir haben Initiativen, dort haben wir die Hürden, wo die
Akzeptanz häufig ein Thema ist. Und wir sprechen natürlich auch
noch vom Atomausstieg. Dort fallen nachher, je nachdem, wenn die
Abschaltungen kommen, doch mehrere Terawattstunden, die eben dann
gleich im Winter besonders fehlen, weg. Das heisst, wenn ich
Ihnen richtig zuhöre, man muss sich mehr Sorgen machen und nicht
weniger, als das im Moment im Sorgenbarometer zum Ausdruck kommt.


00:03:35 – Bundesrat Rösti Ja gut, ich werde die Leute nicht
aufscheuchen. Im Moment muss man sich … Ja gut, im Zusammenhang
mit den ganzen weltweiten Ereignissen ist mehr die Frage Gas- und
Öl-Lieferungen. Die Strasse von Hormus kann natürlich die
gesamten Weltmärkte jetzt verrückt machen. Das ist, glaube ich,
ein anderes Thema. Aber wenn man sich jetzt den Schweizer
Strommarkt anschaut, muss man sich nicht unmittelbar Sorgen
machen, weil der Bundesrat und das Parlament hier vorgesorgt
haben, indem man in sogenannte Reservenkraftwerke investiert hat.
Das heisst, dass, wenn man mal nicht genug Strom importieren
könnte, weil es zu wenig hat, dass man diese Reservenkraftwerke –
das sind eigentlich Ölkraftwerke oder Gaskraftwerke – anlässt und
dann kurzfristig mit einer Leistung eines früheren Mühlebergs
oder Betznau, Strom liefern könnte. Aber die grosse
Herausforderung ist, in den nächsten 10, 20, 30 Jahren, wenn wir
wirklich mehr Strom brauchen, schon nur die ganze
Elektrifizierung des Verkehrs, der Heizung, die natürlich
voranschreitet, die ja gewollt ist, dass man aus den Fossilen
aussteigt, braucht viel mehr Strom. Wir haben künstliche
Intelligenz, wir haben mehr Rechenzentren, wir haben
Bevölkerungswachstum. Und das heisst, wir brauchen immer mehr
Winterstrom. Also wenn wir heute diese Reserven haben, um die
Knappheit zu überbrücken, ist das heute der Fall. Aber
langfristig müssen wir wirklich viel mehr produzieren. Es besteht
ein Konzept, dass man etwa 6 Terawattstunden – das sind etwa 10
Prozent der gesamten Stromproduktion – mehr im Winter hätte. Da
hätten wir schon ziemlich viel zusätzlich. Das würde bedeuten,
dass man etwa 15 zusätzliche Wasserkraftspeicherwerke, die wir
intensiv diskutiert haben, die in der Bewilligung einen Vorteil
haben sollen, macht. Das wären etwa 2 Terawattstunden. Dass man
etwa für 2 Terawattstunden Wind zusätzlich baut. Und 2 ging man
davon aus, gäbe es von alpinen Solaranlagen. Überall gibt es
grössere Hürden. Bei der Wasserkraft ist es nach wie vor eine
Einsprachensituation, dass man genügend Ausgleichsmassnahmen hat,
bis es bewilligt werden kann. Bei der Windkraft gibt es generell
Opposition aufgrund der Auswirkungen auf die Landschaft. Und bei
den alpinen Solaranlagen haben wir keinen Rückstand, vor allem
aus technischen Gründen, weil es technisch schwieriger ist, als
man ursprünglich gemeint hat. Nichtsdestotrotz geht es nur darum,
jetzt hier vorwärtszumachen und wir sind dran. Das Parlament hat
den Beschleunigungserlass verabschiedet, damit man all diese
Werke schneller bewilligen kann. Es geht nicht nichts, aber es
geht zu langsam im Moment.


00:06:11 – Jenny Die verschiedenen Punkte, die Sie ansprechen,
beschäftigen die Stimmbevölkerung auch sehr. Einerseits, dass man
das Gefühl hat, es geht zu wenig schnell vorwärts mit dem Ausbau
der erneuerbaren Energien. Über 60 % der Stimmbevölkerung teilt
diese Sicht. Und gleichzeitig auch die Sorge, dass man das Gefühl
hat, es reicht nicht aus, wenn man nur auf die Erneuerbaren
setzt. Das ist auch ein Thema, das Sie als UVEK-Vorsteher wieder
in die Debatte gebracht haben. Muss man jetzt wieder über
Atomkraft reden? Ja oder nein für die Schweiz? Können Sie da
vielleicht noch einmal kurz zusammenfassen, warum braucht es aus
Ihrer Sicht diese Debatte?


00:06:45 – Bundesrat Rösti Ich habe jetzt vom kurzfristigen
Aspekt mit den Reservenkraftwerken gesprochen. Ich habe vom
mittelfristigen Aspekt, also von den nächsten 10, 20 Jahren,
gesprochen, wo wir wo wir die Erneuerbaren, eben mehr
Wasserkraft, brauchen. Aber irgendwann kommen Leibstadt und
Gösgen auch an ihr Lebensende. Ich gehe zwar davon aus, dass sie
länger betrieben werden, als man ursprünglich davon ausgegangen
wäre, also dass es über 60 Jahre dauert, aber trotzdem müssen wir
an ihren Ersatz denken. Und wenn ich sehe, wie schwierig es jetzt
schon ist, genügend Strom mit Erneuerbaren heranzubringen, kann
ich mir eigentlich nicht vorstellen, und das teilt auch der
Bundesrat, dass man die 30 Prozent, das darf man nicht vergessen,
der Atomstrom ist heute noch 30 Prozent von der Stromversorgung,
mit noch bestehenden Kernkraftwerken ersetzt, ohne auf diese
Technologie zu setzen. Und wichtig ist für mich, dass es nicht
entweder oder ist – Erneuerbare oder Kernkraft –, sondern sowohl
als auch. Ersetzen von Kernkraftwerken, das ist ein langfristiger
Aspekt. Das wird lange dauern, bis es bewilligungsfähig ist.
Zuerst muss das Parlament eingehen auf den Gegenvorschlag des
Bundesrates zur Initiative, die es gibt. Der Bundesrat hat klar
gesehen, dass wir über diese Technologie reden müssen, wenn wir
langfristig auf 30, 40 Jahre die Stromversorgung sicherstellen
wollen.


00:08:05 – Lukas Jetzt hat man 2017 den Ausstieg sozusagen mit
dieser Strategie beschlossen. Ist das eine Missachtung des
Volkswillens, wenn der Bundesrat jetzt sagt, jetzt machen wir den
Gegenvorschlag zu dieser Blackout-Initiative?


00:08:19 – Bundesrat Rösti In keiner Art und Weise, weil der
Bundesrat ist ja dafür da und hat den Auftrag, aufgrund von neuen
Ausgangslagen neu zu antizipieren und Vorschläge zu machen.
Selbstverständlich entscheidet über einen Einstieg nicht der
Bundesrat allein. Es geht ins Parlament, und dann kommt das
Referendum. Das ist ja schon von den Grünen angekündigt worden:
Das Referendum wird kommen, und dann muss man darüber abstimmen.
Ich glaube, wenn jetzt alles gleich wäre wie damals 2017, könnte
man vielleicht noch sagen, warum kommt jetzt der Bundesrat mit
dem? Aber die Welt hat sich natürlich seit 2017 schon verändert.
Egal was man dann für eine Meinung hatte, dafür oder dagegen, ist
heute einfach eine andere Welt. Und das namentlich wegen der
geopolitischen Auseinandersetzung. Dannzumal, ich erinnere mich
gut, ich war Nationalrat, war ich zwar gegen den Ausstieg, aber
im Parlament war die Meinung, die Mehrheitsmeinung klar, in
Europa gibt es immer genügend Strom. Und wenn zu wenig in der
Schweiz, dann importieren wir halt mehr. Wir waren in einer
sicheren, absolut friedlichen Welt. Es hat noch so ein bisschen
die Stimmung nach dem Mauerfall geherrscht. Und das hat natürlich
mit dem Ukraine-Krieg diametral geändert, als wir plötzlich
sahen, dass kein Gas mehr aus Russland kommt. Deutschland kann
keinen Strom aus Gas produzieren, also fällt aus als möglicher
Lieferant von Strom. In Frankreich waren plötzlich die
Kernkraftwerke in der Revision, produzierten plötzlich nur zu 40
Prozent, sodass wir im '22, '23 echt Angst hatten, wir hätten zu
wenig Strom. Erst fünf oder sechs Jahre nach der Abstimmung war
man plötzlich in einer ganz anderen Situation. Die Bevölkerung
wuchs deutlich schneller als man dachte, auch in der Schweiz. Und
wovon man damals noch nicht ausgegangen ist: 2017 sind wir noch
nicht von einer vollständigen Dekarbonisierung ausgegangen. Da
hat man irgendwie gesagt, etwa 60 Prozent sollten wir aus den
Fossilen aussteigen. Heute haben wir in der Zwischenzeit gesehen,
nein, wir wollen das Netto-Null-Ziel erreichen, was viel mehr
Strom braucht. Ich denke, das sind schon grundsätzliche neue
Ausgangslagen. Der Bundesrat und ich als Energieminister fühlen
uns verpflichtet, diese Diskussion vorzulegen. Die Bevölkerung
wird das dann selbst abwägen. Ich hoffe sehr, dass man der
Technologieoffenheit zustimmen wird. Denn die Entwicklung der
Kerntechnologie ist enorm. Im '17 hat man das im Zug nach
Fukushima noch entschieden. Deutschland hat mitgemacht, viele
andere Länder haben auch gesagt: Die Kernkraft ist nicht die
Zukunft. Heute stellen wir ein richtiges Revival der Kernkraft
fest. Ich bin vorletzte Woche an einer Ministerkonferenz in Paris
der Energieminister, die wirklich praktisch alle sagten, ohne
Kernkraft keine Stromversorgungssicherheit, keine
Dekarbonisierung. Ich glaube, da sollte die Schweiz als
technologieoffenes Land nicht abseits stehen.


00:11:27 – Jenny Sie haben auch unter anderem letztes Jahr
erwähnt, dass Sie viel Hoffnung bei den sogenannten Small Modular
Reactors sehen, also den neuen, modernen Arten von Kraftwerken.
Gleichzeitig ist letztes Jahr auch ein Bericht der
Schweizerischen Akademie der Wissenschaften herausgekommen, der
sich diesem Thema angenommen hat. Wann könnte so ein potenzielles
neues Kraftwerk stehen, wenn man jetzt wieder darauf setzt? Und
dort kommt man zum Schluss, dass das vor 2050 nicht möglich wäre.
Für Sie ist ja als Energieminister oberste Prämisse
Versorgungssicherheit. Da stellt sich für mich noch die Frage,
steht das irgendwo nicht auch in Widerspruch, wenn das erst 2050
der Fall wäre?


00:12:04 – Bundesrat Rösti Ich werde das oft gefragt mit dieser
Studie. Und diese Studie hat mich bestätigt, dass wir auf dem
richtigen Weg sind. Gösgen und Leibstadt wird man noch über 2050
hinaus betreiben. Und jetzt müssen wir anfangen. Und bis ein
neues Kernkraftwerk oder auch ein Small Modular Reactor wird
seine Zeit brauchen, bis er einmal bewilligt ist. Bis das so weit
ist, braucht es einfach Zeit. 2050 klingt wahnsinnig lang, ist
aber in 25 Jahren und gemessen an Bewilligungsfristen, an
Entwicklungen, ist das eigentlich sehr schnell. Ich bin schon der
Meinung, wir müssen schneller vorwärts gehen. Also wenn wir jetzt
dann ins Parlament kommen und wahrscheinlich nächstes Jahr
irgendwann eine Volksabstimmung haben, dann ist klar, und die
sollte die Technologieoffenheit bestätigen, also die Möglichkeit
für den Bundesrat, zur Kerntechnologie zurückzukehren, muss man
sicher einen Plan haben, wie das in welchen Fristen läuft. Aber
für mich ist ganz wichtig, dass wenn wir Leibstadt und Gösgen
schliessen, noch mal: 30 % der heutigen Stromproduktion, dass wir
dann bereit sind. Darum müssen wir heute anfangen. Aber dann
stimmt das gar nicht so schlecht mit der Studie überein.


00:13:16 – Lukas Ihr habt euch im neuen Amt einen Ruf geschaffen,
dass ihr helft, Hürden, bürokratische oder administrative Hürden
wegzuräumen, sei das bei einem Lift im Wallis oder bei einer
anderen Herausforderung. Ist es denn tatsächlich auch
vorstellbar, dass man das beschleunigen kann, wenn man jetzt
sieht, zum Beispiel die Vorsicht der Investoren, das müssten ja
die Energiebetreiber sein, ist ja riesig, weil das so ein
riesiges Risikoprojekt ist. Hätten Sie den Eindruck, dass sich in
der Schweiz mit all diesen Vorgaben, die es eben immer noch gibt,
Volksabstimmungen, tatsächlich dann relativ schnell umsetzen?


00:13:51 – Bundesrat Rösti Also ich glaube, das ist ganz wichtig,
was Sie jetzt sagen, Herr Golder, dass es, bevor man bauen würde,
nochmals eine Volksabstimmung geben. Also wenn man jetzt der
Technologieoffenheit mal den Raum gibt, dass man das überhaupt
diskutieren kann, dann ist noch lange keine gebaut. Es braucht
jetzt einfach mal den ersten Schritt, dass man überhaupt darüber
diskutieren kann. Und bevor der erste Schritt nicht da ist, ist
niemand bereit, nur einen Franken in eine Planung oder in eine
Überlegung zu geben. Wenn das gemacht ist, sieht es vielleicht
anders aus. Wir haben jetzt einen Beschleunigungserlass für
Windenergieanlagen, für Wasserkraftanlagen. Ich glaube, man
müsste natürlich, wenn man zum Schluss kommt, es geht nicht ohne
das, dann müsste man schon über die Regulierung auch noch
sprechen und sicher braucht es eine Art
Public-Private-Partnership-Projekt, also dass die öffentliche
Hand zusammen mit den Privaten das konkret an die Hand nimmt. Das
ist jetzt aber zu früh, das ist Zukunftsmusik, weil für mich ist
ganz wichtig, dass nicht entweder oder, also Rösti will nicht um
jeden Preis ein Kernkraftwerk. Ich habe nichts davon. Wenn wir es
mit Erneuerbaren lösen können, mit der Wasserkraft, dann bin ich
noch so froh. Und darum sage ich, jetzt müssen wir damit Gas
geben, jetzt müssen wir die Fördermittel in das stecken. Aber wir
müssen bereit sein, die nächste Geländekammer zu sehen, um dann
bereit zu sein. Aber das wird sehr herausfordernd, das ist
unbestritten.


00:15:20 – Jenny Sie haben ja gerade gesagt, es ist für Sie nicht
ein Entweder-Oder und gleichzeitig finde ich es spannend, wenn
wir über den Zusammenhang zwischen dem Ausbau der Erneuerbaren
sprechen, aber auch potenziell über neue Kernkraftwerke. Es gab
auch eine Politik-Folgenabschätzung der Schweizerischen
Energiestiftung, die sich das angeschaut hat, anhand von
verschiedenen Szenarien. Und die kommen jetzt zum Schluss bei den
Erneuerbaren, dass das doch dazu führen würde, wenn man jetzt
wieder auf Kernkraft setzt in der Schweiz, dass die Marktpreise
heruntergehen und das auch für mehr Verunsicherung führen könnte
bei den Investoren und Investorinnen bei den Erneuerbaren. Für
Sie ist ja Technologieoffenheit sehr wichtig, aber besteht da
nicht auch die Gefahr, dass es de facto einen Rückschlag für die
Erneuerbaren gibt, wenn man beide Pfade verfolgt?


00:16:05 – Bundesrat Rösti Dass die Schweizerische
Energiestiftung auf diesen Schluss kommt, ist aufgrund des
Inhalts, den sie haben, vielleicht nicht ganz überraschend. Aber
ich gehe nicht davon aus, dass dies der Schluss ist, weil wir ja
eine bestehende Gesetzgebung haben. Diese bestehende Gesetzgebung
gilt heute bis 2035. Und die bedeutet, dass wir Förderkriterien
haben für erneuerbare Energien. Und gestützt darauf kann man die
jetzt zubauen, und man soll sie auch zubauen. Das stelle ich auf
keine Art und Weise infrage. Es gibt keine Fördermöglichkeit für
Kernkraft, stand heute. Und ich sage, über das müsste man dann
reden, wenn es nicht anders geht. Und wenn sich der Trend von
heute, dass es viel zu langsam geht, und dass wir es nicht
schaffen, wenn sich der bestätigen sollte in den nächsten Jahren,
dann müssten wir darüber reden. Aber dann wäre es ja auch nötig.
Und diesen Einwand höre ich nicht nur von der Energiestiftung,
dass man jetzt Unsicherheit schaffe. Aber diese Unsicherheit hat
ja zwischen 2011, als die Diskussion begonnen hat, bis jetzt, da
der Bundesrat diese Diskussion wieder öffnen will, nicht
stattgefunden. Und trotzdem ging es nicht schneller vorwärts.
Also jetzt zu sagen, weil jetzt die Diskussion losgeht, es jetzt
langsamer geht, das ist für mich nicht stichhaltig. Wichtig ist,
den Investoren zu sagen, jetzt gibt es nur Fördergelder für
Erneuerbare. Und jetzt ist gar nicht die Frage eines neuen
Kernkraftwerks. Die Frage, die sich jetzt stellt, ist, ob man die
Technologieoffenheit bereitstellen will, dass man sich überhaupt
Gedanken machen darf, was in Zukunft längerfristig passieren
soll. Das wäre meine Antwort darauf. Und dass die Preise sinken,
das würde ja erst passieren, wenn wirklich mehr Strom produziert
würde, also wenn wirklich mehr am Netz wäre. Und das wäre ja für
die Konsumenten auch wieder nicht so schlecht.


00:18:00 – Lukas Wir reden auch im Hintergrund genau über einen
Rollenwechsel, wo eben nicht nur die grossen Betreiber, sondern
auch die Konsumentinnen und Konsumenten zu Investorinnen und
Investoren werden sollen. Das heisst, sie sollten selber
PV-Anlagen zubauen, sie sollten vielleicht selber einen Speicher
haben, wäre gerade mit den Unsicherheiten vielleicht auch eine
relativ spannende Investition. Wir haben schon ein wenig
angetönt, dass die Unsicherheit im Moment da ist. Und zwar
vielleicht nicht nur wegen der neuen Entscheidungen oder den
neuen Vorschlägen, die der Bundesrat macht, sondern auch, weil
jetzt die Minuspreise im Sommer schon bereits Tatsache geworden
sind. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass wir Minuspreise haben.
Mir wird zugetragen: Die Leute, die vielleicht eher euphorisch
früh investiert haben, sind jetzt frustriert und auch ein wenig
überrascht, dass es zum Teil negative Preise gibt am Markt. Was
kann man denen als Botschaft geben, unabhängig von langer
Zukunft? Wie geht die nächste Zeit weiter? Wie können sie sicher
sein, wenn sie investieren? Oder ist es tatsächlich ein Risiko,
dass man immer wieder im Sommer eigentlich kein Geld machen kann
mit diesen Investitionen?


00:19:03 – Bundesrat Rösti Wir versuchen, dem vom Bund her ein
wenig entgegenzuhalten. Ich begreife die Enttäuschung, die
Euphorie war da, und die Leute sind jetzt ein wenig Opfer des
eigenen Erfolgs geworden. Wir hatten 1–2 Terawatt Zubau im
Solarbereich, wo jetzt 71 % der erneuerbaren Energie, also fast
alles, oder drei Viertel, sind eben Solarenergie. Und wenn es im
Sommer die Sonne scheint und es heiss ist, dann laufen die alle.
Dann kann das tatsächlich zu negativen Preisen führen. Wir haben
jetzt festgelegt, dass bei kleinen Anlagen ab dem 1.1. dieses
Jahres ein Minimalpreis von 6 Rappen gilt, immerhin noch. Der ist
etwas höher, als gewisse Elektrizitätswerke bezahlt haben. Das
gibt einen kleinen Anreiz. Das wird aber irgendwann befristet
sein, weil es natürlich nicht ganz marktgerecht ist. Darum muss
man schon sagen, wenn jemand privat eine Solaranlage macht, ist
das tiptop. Es gibt zusätzlichen Strom, auch einen zusätzlichen
Teil Winterstrom, aber er muss es vor allem für den eigenen
Gebrauch machen und am besten mit einem Speicher, mit dem
Elektroauto, das auch noch geladen werden kann, wo man praktisch
Eigenversorger werden kann. Und das entlastet natürlich das ganze
Netz. Aber man sollte nicht zu gross mit Ertrag rechnen, wenn man
dann noch einspeisen will. Es gibt ja jetzt auch die Möglichkeit
von Elektrizitätsgesellschaften, also regionalen
Elektrizitätsgesellschaften, die selber den Strom austauschen
können. Da hat man schon Möglichkeiten geschaffen, um das zu
erleichtern. Aber diejenigen, die voll damit rechnen, jederzeit
zu einem rentablen Preis einspeisen zu können, dann gelten bei zu
viel Angebot einfach Angebot und Nachfrage, vor allem bei den
grossen Anlagen, wo man die Mindestvergütung nicht vollständig
hat. Ich glaube, da muss man ehrlich sagen, wenn jemand neu
installiert, gerade im Einfamilienhaus, soll es vor allem für
sich selber machen, für den eigenen Strom. Dann lohnt es sich
noch.


00:21:07 – Lukas Bei der Unsicherheit mache ich trotzdem noch
einmal den Sprung zurück zur grossen Geschichte. Wir haben es
angekündigt, es könnte ein Public-Private-Partnership nötig
werden, wenn wir wirklich Kernkraft mit der Technologie, die es
im Moment noch im Markt nicht gibt, im Moment sind es die
3-Plus-Generationen, wir sprechen hier von der 4. Generation
möglicherweise, wenn es so etwas gibt, muss man ja unglaublich in
ein Risiko hineingehen. Der Bund hat auch schon angekündigt, da
würden Sie auch als Bund mithelfen, damit dieser Weg gegangen
werden kann, mit diesem riesigen Risiko. Auch da sieht man wieder
die ganz Kleinen, habe ich so den Eindruck, die sind ein bisschen
überrascht und überfahren von diesem Risiko, mit relativ vielen
Investitionen, die sie selber gemacht haben. Und hier hat man
irgendwie das Gefühl, es wird plötzlich an einem völlig anderen
Ort, wo im Sommer natürlich – wenn die AKWs nicht zur Revision
vom Netz genommen werden – auch Bandstrom produziert wird und der
Preis tendenziell noch einmal sinkt. Ist da nicht tatsächlich
auch die Unsicherheit, die ich an vielen Orten im Moment spüre,
bei diesen Kleininvestorinnen, noch stärker befeuert?


00:22:12 – Bundesrat Rösti Die Integration oder das Verknüpfen
von den verschiedenen Technologien, das ist herausfordernd, das
ist unbestritten. Aber ihr habt es vorhin selbst angetönt, dass
die Kernkraftwerke vor allem im Sommer revidiert werden und dann
möglichst weniger Strom produzieren. Das müsste man entsprechend
so gestalten. Also ich glaube, wer heute investiert in eine
Solaranlage, muss keine Angst haben, er wird demnächst von
Kernkraft kannibalisiert. Ich sage, das brauchen wir dann, wenn
wir die bestehenden Kernkraftwerke, die es ja heute
unbestrittenermassen am Netz braucht, wenn wir die ersetzen
würden. Und darum ist die Diskussion mit dem Fördern, wie viel
Fördern, für mich etwas verfrüht. Man kann das einfach sicher
nicht ausschliessen. Keine Energie wird ohne staatliche
Unterstützung produziert. Darum wäre es Sand in die Augen
gestreut zu sagen, das wäre möglich. Aber jetzt brauchen wir
zuerst den Grundsatzentscheid: Dürfen wir darüber diskutieren?
Das tönt jetzt ein wenig demütig, ob wir darüber diskutieren
dürfen, aber faktisch ist es so. Heute steht im Kernenergiegesetz
klar, dass neue Anlagen nicht bewilligt werden dürfen. Und dann
ist jede Diskussion vielleicht politisch möglich, aber in einer
Firma wird gar nicht diskutiert, das ist dort gar keine Frage.
International sehe ich, dass das ganz anders aussieht. Wenn ihr
nach Frankreich schaut, die wollen massiv investieren in
Kerntechnologie. Übrigens auch im Zusammenhang mit der KI als
Standort. Wir sind stromversorgungssicher, wir haben genügend
Strom, damit man bei uns auch in die KI investieren kann. Ich
sage, da sollte die Schweiz einfach nicht abseits stehen als
Forschungsstandort, als Innovationsstandort. Und diese Sicherheit
auch bieten können. Ihr habt vorhin die Small Modular Reactors
angesprochen. Wir sind uns bewusst, dass die reifen Technologien
in 4–5 Jahren da sein sollten. Und wenn es dann wirklich möglich
sein sollte, für ein Rechenzentrum den Strom vor Ort zu
produzieren, und dort zu brauchen, der nicht in Konkurrenz ist zu
Solar, dann sollten wir eigentlich bereit sein und nicht noch
zuerst diskutieren müssen, ob wir es dürfen oder nicht. Aber man
muss immer auch zuerst abstimmen, bevor etwas kommt. Aber die
Herausforderung dieser Integration kann ich nicht wegreden. Mir
wäre am liebsten, wir könnten genügend Wasserstrom produzieren,
ein wenig Wind, damit wir genügend im Winter hätten. Und könnten
Abstand nehmen von der Diskussion. Aber wenn ich sehe, dass wir
30 Jahre diskutiert haben, um eine Grimselstaumauer zu erhöhen,
und es gibt heute noch Diskussionen um Ausgleichsmassnahmen, bei
denen man sich nicht einig ist. Wenn man sich am runden Tisch
einig ist, dann ist wieder eine Gemeinde nicht einverstanden. Es
ist immer irgendetwas, das sehr, sehr schwierig ist. Entweder
können wir diese Blockade lösen, und diese Projekte gehen jetzt
mit ganz anderem Tempo vorwärts, dann bin ich der Erste, der
Abstand nimmt und sagen kann, es braucht die anderen Technologien
nicht. Im Moment sieht das einfach nicht so aus. Und nur mit
Solarstrom im Sommer, das geht einfach nicht.


00:25:30 – Lukas Ja, da haben wir im Winter tatsächlich immer
noch ein Problem. Zum Schluss, wir haben es schon ein bisschen
angetönt mit Frankreich und so, es ist eine sehr vernetzte Sache
und dort geht es um Stromnetze. Was mich überraschte bei der
Diskussion um das Stromabkommen mit der EU, war der Widerstand,
der innenpolitisch sehr laut von allen Seiten kam. Mich hat das
etwas überrascht. Ging es euch auch so, dass es doch sehr
vehement und kritisch war?


00:25:54 – Bundesrat Rösti Mich hat vor allem überrascht, dass
von denen, die das Stromabkommen immer gefordert haben,
namentlich von den Stromunternehmen, auch die Kritik sehr stark
war. Ich muss allerdings auch klar sagen, warum. Sie kritisieren
die innenpolitische Umsetzung. Und das ist natürlich schon eine
Quadratur des Zirkels. Also das Stromabkommen soll ja vor allem
helfen, den Zugang zu den internationalen Regelplattformen zu
haben, dass wir sehen, wie viel Strom hereinkommt, wie viel
hinausgeht. Damit man das planen kann und nicht plötzlich von
unangemeldeten Stromflüssen überhäuft wird, die sehr grosse
Regelenergiepreise bedeuten. Ausgang und Eingang, also die
Bilanz, müssen stimmen. Und wenn sie nicht stimmt, muss man Strom
einkaufen oder verkaufen. Und das kann sehr viel kosten, wenn man
das nicht voraussieht und kann vorausplanen. Und darum, das ist
eigentlich das Stromabkommen. Aber das Stromabkommen bedeutet
eben auch, dass wir den Markt öffnen müssen, also dass wir nicht
mehr geschützte Preise haben. Sondern dass hier jeder wie die
Krankenkasse auch den Stromanbieter wechseln kann. Da ist man
natürlich insbesondere von der Seite der Gewerkschaften dagegen,
weil man Angst hat, es könnte für Konsumenten zu hohe Preise
geben. Und dass das nicht passiert, hat man jetzt gesagt, wir
machen trotzdem noch eine gewisse administrative Grundversorgung.
Das haben vor allem die Stromunternehmen kritisiert, weil das
bedeutet, dass sie Strom zu Gestehungskosten verkaufen müssen.
Und die Berggebietskantone, obschon das weniger stark war, haben
Angst wegen ihrer Wasserkraft, dass die dann plötzlich von der EU
gesteuert werden können. Wir haben das so weit wie möglich in
einem Abkommen mit dynamischer Rechtsübernahme ausgeschlossen.
Aber da gibt es noch viel darüber zu diskutieren. Das ist noch
nicht durch das Parlament. Da braucht es noch Überzeugungsarbeit.


00:27:57 – Lukas Das ist eine heisse Geschichte, eindeutig. Die
Frage stellt sich jetzt wieder mit dem grossen Blick auf die
Versorgungssicherheit. Ist es alternativlos? Ist es wichtig,
dieses Stromabkommen für die Versorgungssicherheit zu haben?


00:28:13 – Bundesrat Rösti Also für mich gilt der Grundsatz:
Politik ist nie alternativlos. Es muss immer Alternativen geben.
Ich habe ja auch schon gesagt, das Stromabkommen ist gut und
hilft, die Versorgungssicherheit mitzusichern, indem die
Leitungen offen sind, dass wir genügend Kapazität haben, um
genügend zu importieren. Das ist quasi eine völkerrechtliche
Absicherung von dem, was wir heute haben. Aber man weiss ja nie,
ob das immer so bleibt. Aber letztlich kann natürlich auch eine
Situation eintreten, wo in Europa eben nicht genug Strom ist, wie
wir auch schon hatten. Darum ist mindestens neben dem
Stromabkommen ebenso wichtig, dass wir im Inland genügend Strom
produzieren. Da schliesst sich eigentlich der Kreis. Wir müssen
vor allem mehr Stromanlagen für den Winter haben, die
Winterproduktion machen, im Inland für die
Stromversorgungssicherheit. Dann ist unsere Position auch
gegenüber der EU eine bessere Verhandlungsposition und eine
bessere Handelsposition.


00:29:12 – Lukas Ja, dann kommen wir auch wieder auf die Frage
zurück, die ich am Anfang gesagt habe. Es hat mich ein bisschen
überrascht, dass die Sorgen im Sorgenbarometer eher
zurückgegangen sind. Wenn wir jetzt, sagen wir, vom Platz 9
ausgehen, was im Moment, Ende 2025 publiziert, die Situation ist,
wenn ihr jetzt eine Prognose machen müsstet, wie in fünf Jahren
die Sorgen der Leute sind, welches das zwingendste Problem, das
die Schweiz lösen sollte, ist, geht es hoch oder runter mit den
Sorgen? Auf welchem Rang steigt die Energie in fünf Jahren?


00:29:39 – Bundesrat Rösti Ich hoffe natürlich … ja es ist eine
wichtige Zeit für mich auch als Energieminister. Und ich hoffe
jetzt, dass wir die richtige Entscheidung treffen werden können
im Bundesrat und im Parlament und das beim Volk durchgeht. Und
das würde bedeuten, für alle Technologien offen sein, alle
Technologien ermöglichen, wenn sich das zeigt und die Produktion
tatsächlich auch steigt, bin ich überzeugt, dann geht die Sorge
zurück. Wenn aber die heutige Situation anhält, dass wir nicht
zubauen können, dass alles weiterhin blockiert ist, dann wird sie
massiv steigen.


00:30:12 – Lukas Herr Bundesrat Albert Rösti, herzlichen Dank für
den Besuch bei uns.


00:30:15 – Bundesrat Rösti Danke für die Einladung.


00:30:18 – Jenny Danke Ihnen. Und wer es genauer wissen möchte,
alle Details zu der genannten Studie finden sich unten in der
Beschreibung der Folge.

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