Keine Handys, kein Problem? Wie Sachsen über Verbote für Social Media diskutiert
Deutschland diskutiert über ein Social-Media-Verbot, Sachsen will
zudem ein Handyverbot an Schulen bis Klasse 8. Ist das sinnvoll?
Wir fragen nach bei Politik, Lehrern und Schülern.
1 Stunde 3 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Tag
Sollte der Zugang zu sozialen Medien für Kinder und Jugendliche mit
einer strikten Altersgrenze reguliert werden? Sachsens
Kultusminister Conrad Clemens (CDU) hat dazu eine klare Meinung:
„Ja, wir brauchen ein Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige“,
sagt er im Podcast „Thema in Sachsen“ von Leipziger Volkszeitung
und Sächsischer Zeitung. Die tägliche Flut an Nachrichten und eine
Bildschirmzeit jenseits von 40 Stunden in der Woche seien zu viel.
Eigentlich, so der Minister weiter, sei eine solche Maßnahme kein
Verbot, „sondern eine Befreiung für Jugendliche“. Ist das so? Also,
hat Social Media tatsächlich mehr negative als positive
Auswirkungen auf die Entwicklung von Heranwachsenden und den Alltag
in der Schule? Wie sehen das auch diejenigen, die es betreffen
würde, also Schülerinnen und Schüler in Sachsen? Und generell: Wie
könnte ein Zutrittsverbots zu bestimmten Websites, Apps oder
Spielen überhaupt technisch gelingen? Podcast-Host Fabian Deicke
und Politikredakteurin Franziska Höhnl gehen in dieser Folge auf
die Suche nach Antworten. Im Interview mit Kultusminister Conrad
Clemens wird deutlich: Sachsens CDU-SPD-Minderheitsregierung
unterstützt den Kurs der Bundesregierung und damit ihrer jeweiligen
Bundesparteien. Diese hatten unlängst auf ihren Parteitagen
beschlossen, ein Social-Media-Verbot auf den Weg bringen zu wollen.
Im Falle Sachsens gibt es bei der Regulierung von
Kommunikationstechnologien allerdings noch eine weitere Maßnahme:
ein Handyverbot, das es seit Februar bereits an staatlichen
Grundschulen gibt. Im Podcast kündigt Clemens nun erstmals an,
dieses Verbot auch bis Klassenstufe 8 auszuweiten. „Ich finde, das
gehört gut zusammen: Social-Media-Verbot bis 14 Jahre und
gleichzeitig Handyverbot bis zur achten Klasse.“ Die Vorsitzende
des Landesschülerrates, Lina Zeeh, kritisiert die Linie des
Ministers und sieht Verbote kritisch. Auch sie ist im Podcast zu
Gast. Sie sagt: „Wenn wir in der Schule nicht dafür sensibilisiert
werden, was wir auf dem Handy tun und was wir damit machen können,
lernen wir es nie.“ Ein Handyverbot gehe „in die falsche Richtung“.
Auch Medienpädagoge Marcel Burghardt von der Dresdner Initiative
„Social Web macht Schule“ warnt davor, sich allein auf Verbote zu
verlassen. Ein Social-Media-Verbot „verschiebt ein bisschen die
Problemlage“, sagt er. Notwendig seien vor allem mehr
Medienkompetenz und strukturelle Angebote an Schulen. Allerdings
gehöre neben dem politischen Willen, Jugendliche besser mit Medien
in Kontakt zu bringen, auch die Bereitschaft, solche Lehrangebote
zu finanzieren. Aus dem Schulalltag berichtet der Dresdner
Gymnasiallehrer Philipp Hallmann. Er schildert, wie stark
Smartphones und soziale Netzwerke den Unterricht bereits prägen.
„Wenn ich es mit Ja oder Nein beantworten müsste, würde ich sagen:
ja, eindeutig“, sagt er zur Frage, ob Handys ein Störfaktor in der
Schule seien. Gleichzeitig warnt aber auch er davor, Probleme nur
durch Verbote lösen zu wollen. Und schließlich erklärt Torsten
Lodderstedt, Projektleiter bei der Bundesagentur für
Sprunginnovationen (Sprind), wie ein mögliches Social-Media-Verbot
technisch überhaupt umgesetzt werden könnte – etwa mit einer
digitalen europäischen Identitäts-Wallet, deren Entwicklung derzeit
am Sprind in Leipzig koordiniert wird.
einer strikten Altersgrenze reguliert werden? Sachsens
Kultusminister Conrad Clemens (CDU) hat dazu eine klare Meinung:
„Ja, wir brauchen ein Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige“,
sagt er im Podcast „Thema in Sachsen“ von Leipziger Volkszeitung
und Sächsischer Zeitung. Die tägliche Flut an Nachrichten und eine
Bildschirmzeit jenseits von 40 Stunden in der Woche seien zu viel.
Eigentlich, so der Minister weiter, sei eine solche Maßnahme kein
Verbot, „sondern eine Befreiung für Jugendliche“. Ist das so? Also,
hat Social Media tatsächlich mehr negative als positive
Auswirkungen auf die Entwicklung von Heranwachsenden und den Alltag
in der Schule? Wie sehen das auch diejenigen, die es betreffen
würde, also Schülerinnen und Schüler in Sachsen? Und generell: Wie
könnte ein Zutrittsverbots zu bestimmten Websites, Apps oder
Spielen überhaupt technisch gelingen? Podcast-Host Fabian Deicke
und Politikredakteurin Franziska Höhnl gehen in dieser Folge auf
die Suche nach Antworten. Im Interview mit Kultusminister Conrad
Clemens wird deutlich: Sachsens CDU-SPD-Minderheitsregierung
unterstützt den Kurs der Bundesregierung und damit ihrer jeweiligen
Bundesparteien. Diese hatten unlängst auf ihren Parteitagen
beschlossen, ein Social-Media-Verbot auf den Weg bringen zu wollen.
Im Falle Sachsens gibt es bei der Regulierung von
Kommunikationstechnologien allerdings noch eine weitere Maßnahme:
ein Handyverbot, das es seit Februar bereits an staatlichen
Grundschulen gibt. Im Podcast kündigt Clemens nun erstmals an,
dieses Verbot auch bis Klassenstufe 8 auszuweiten. „Ich finde, das
gehört gut zusammen: Social-Media-Verbot bis 14 Jahre und
gleichzeitig Handyverbot bis zur achten Klasse.“ Die Vorsitzende
des Landesschülerrates, Lina Zeeh, kritisiert die Linie des
Ministers und sieht Verbote kritisch. Auch sie ist im Podcast zu
Gast. Sie sagt: „Wenn wir in der Schule nicht dafür sensibilisiert
werden, was wir auf dem Handy tun und was wir damit machen können,
lernen wir es nie.“ Ein Handyverbot gehe „in die falsche Richtung“.
Auch Medienpädagoge Marcel Burghardt von der Dresdner Initiative
„Social Web macht Schule“ warnt davor, sich allein auf Verbote zu
verlassen. Ein Social-Media-Verbot „verschiebt ein bisschen die
Problemlage“, sagt er. Notwendig seien vor allem mehr
Medienkompetenz und strukturelle Angebote an Schulen. Allerdings
gehöre neben dem politischen Willen, Jugendliche besser mit Medien
in Kontakt zu bringen, auch die Bereitschaft, solche Lehrangebote
zu finanzieren. Aus dem Schulalltag berichtet der Dresdner
Gymnasiallehrer Philipp Hallmann. Er schildert, wie stark
Smartphones und soziale Netzwerke den Unterricht bereits prägen.
„Wenn ich es mit Ja oder Nein beantworten müsste, würde ich sagen:
ja, eindeutig“, sagt er zur Frage, ob Handys ein Störfaktor in der
Schule seien. Gleichzeitig warnt aber auch er davor, Probleme nur
durch Verbote lösen zu wollen. Und schließlich erklärt Torsten
Lodderstedt, Projektleiter bei der Bundesagentur für
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