Podcaster
Episoden
20.02.2026
57 Minuten
Die Sitzung des Sächsischen Landtages am 4. Februar hatte mit einem
außergewöhnlichen Vorgang begonnen. Die Immunität des
AfD-Abgeordneten Jörg Dornau wurde aufgehoben. Ermittler standen
bereit, der Sicherheitsdienst führte den Politiker aus dem Saal in
einen separaten Raum. Der Grund: Dornau steht im Verdacht gegen
EU-Sanktionen verstoßen zu haben – konkret geht es um die Ausfuhr
eines Teleskopladers, also einer Baumaschine, über Kasachstan nach
Belarus. „So etwas hat es noch nie gegeben“, sagen die beiden
Reporter Andreas Debski und Thilo Alexe rückblickend über die
Abfolge der Ereignisse in dieser Folge „Thema in Sachsen“. Der
Vorgang war außergewöhnlich. Allerdings wäre Jörg Dornau, sollte
sich der Verdacht gegen ihn erhärten, kein Einzelfall. Für den
Podcast ist das Anlass, um einmal grundsätzlich zu fragen: Wie
wirksam sind die Sanktionen gegen Russland und Belarus – vier Jahre
nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine? Und wie gut
funktioniert die Durchsetzung von Embargobestimmungen in
Deutschland? Frank Buckenhofer, Vorsitzender der Bezirksgruppe Zoll
bei der Gewerkschaft der Polizei und seit vier Jahrzehnten
Zollfahnder, kennt sich in diesem Bereich bestens aus. Im
ausführlichen Interview erklärt er, warum Sanktionen ein Mittel
sind, um Kriege zu vermeiden und Wege zu diplomatischen Lösungen zu
ermöglichen. Außerdem schildert Buckenhofer, wie Ermittler des
Zolls Kriminellen auf die Schliche kommen und mit welchen Taktiken
dubiose Unternehmer versuchen, Lieferketten zu verschleiern.
Schließlich führt der Podcast auch zu ganz generellen Fragen über
den Zoll als Behörde. Ist der Zoll für die Überwachung des
Außenhandels ausreichend ausgestattet? Und müsste der Zoll in der
Strafverfolgung eigentlich mehr wie die Landespolizeien arbeiten
und weniger wie eine Finanzbehörde? Auch dazu findet Buckenhofer
deutliche Worte. Der Zoll sei eine sehr bedeutende und wichtige
Einrichtung im Kampf gegen Schmuggel, Finanzkriminalität und
Wirtschaftskriminalität, sagt er. Allerdings müsse der Zoll aber
aus seinem „Schattendasein“ befreit werden. Warum sich dafür ein
Blick nach Italien lohnen würde, das erzählt Buckenhofer im
Podcast.
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11.02.2026
48 Minuten
„Dazu will ich nichts sagen - und muss ich nichts sagen“, erklärte
Gil Ofarim in einer Folge Dschungelcamp auf die Frage, ob er Reue
verspüre für das, was er getan hat. Zu dem Antisemitismus-Skandal
und dem Gerichtsprozess wollte der spätere Dschungelkönig während
seiner Zeit im australischen Busch zuerst gar nichts sagen - doch
je weiter er kam, umso öfter streute er Details, die irreführend
und auch falsch waren. Schließlich sei es ihm gelungen, „mit einer
Lüge durchzukommen [und] die Geschichte zu drehen“. So kommentieren
es die beiden Investigativ-Reporter Antonie Rietzschel und Josa
Mania-Schlegel. Seit mehr als vier Jahren beschäftigen sich die
beiden mit dem Fall. In dieser Folge des Podcasts „Thema in
Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung
erklären sie, was in der RTL-Sendung zwei Wochen lang passiert ist,
ordnen Ofarims Äußerungen ein - und erklären, was daraus folgen
könnte. Der Wieder-Aufstieg des Sängers und Schauspielers Gil
Ofarim zum Dschungelkönig wurde von Millionen Menschen verfolgt.
Doch Ofarim ist nicht einfach ein Reality-Star. Er ist der Mann,
der am 5. Oktober 2021 in einem Video auf seinem Instagramkanal
schwere Antisemitismusvorwürfe gegen einen Mitarbeiter des
Leipziger Hotels Westin erhob und zwei Jahre lang an dieser Version
festhielt, eh sich vor dem Landgericht Leipzig alles als haltlose
Anschuldigung erwies. Was bedeutet es, wenn ausgerechnet dieser
Mann, der jemand anderen mit einer schwerwiegenden Behauptung
öffentlich bloßgestellt hat, nun zum „König“ eines der
erfolgreichsten TV-Formate Deutschlands gekrönt wird? Wieso hat RTL
einer so umstrittenen Figur eine so große Bühne geboten? Warum
wurde nicht wirklich eingeordnet und erklärt, dass sich Ofarim
einen Antisemitismusvorwurf allem Anschein nach ausgedacht hat?
Diesen und vielen weiteren Fragen geht der Podcast nach. Und
schließlich wird auch eine Entschuldigung Ofarims im Dschungel –
adressiert an „die Menschen in Leipzig und Sachsen“ – in den Blick
genommen. War das glaubhaft? Und reicht das? In einer
Straßenumfrage machen SZ und LVZ den Check. Ebenso nehmen die die
Reporter Rietzschel und Mania-Schlegel Bezug auf ein Interview bei
Zeit.de, dort hat der von Ofarim beschuldigte Hotelmitarbeiter kurz
nach dem Ende des Dschungelcamps erstmals den Schritt in die Medien
gewagt, um klarzustellen: „Gil Ofarim inszeniert sich wie ein
Opfer, obwohl ich das bin.“ Eine Podcastfolge mit einer intensiven
Suche nach Antworten, über Wahrheit, Inszenierung – und darüber, ob
es in einer anscheinend „postfaktischen Zeit“ noch so etwas wie
klare Grenzen gibt.
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26.01.2026
36 Minuten
Altenberg hat gewählt - und das zu rund 61 Prozent André Barth, den
Kandidaten der AfD, der bereits seit mehreren Monaten die Geschicke
der Stadt übergangsweise geleitet hat. Damit habe sich ein Kandidat
durchgesetzt, der politische Erfahrung hat, etabliert ist und dem
zugetraut wird, die akuten Probleme der Kommune zu lösen,
kommentiert Politikwissenschaftler Janek Treiber von der TU Dresden
das Ergebnis der Bürgermeisterwahl im erzgebirgischen Altenberg im
Podcast „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger
Volkszeitung. Doch steht der Sieg eines erstmals gewählten
AfD-Kandidaten mit Amtsbonus für eine Wende, mit der sich die in
Sachsen erwiesen rechtsextremistische Partei über
kommunalpolitische Ämter normalisieren kann? Lässt sich daraus was
für die anstehenden Wahlen ableiten? Und was ist der der Wahlsieger
André Barth eigentlich für ein Typ Politiker? Darum geht es in der
Podcast-Folge mit Politikwissenschaftler Janek Treiber und
SZ-Lokalreporterin Annett Heyse.
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21.01.2026
50 Minuten
Der Fahrplan für die Zukunft der Mitteldeutschen Flughafen AG steht
– und er hat es in sich. Sachsen stützt den Dresdner Airport
künftig allein, Sachsen-Anhalt zieht sich auf das Nötigste zurück –
und die beiden Hauptgesellschafter machen klar: Ab 2030 soll die
Unternehmensgruppe ohne staatliche Hilfe auskommen. In dieser Folge
"Thema in Sachsen" wird insbesondere die unter der Woche verkündete
Entscheidung der Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt zur weiteren
Finanzierung der sächsischen Airports analysiert. Neben
Flughafenchef Götz Ahmelmann sind dabei unter anderem auch die
Finanzminister der beiden Länder zu hören, und deren Sichtweisen
insbesondere zum Umgang mit dem Dresdner Flughafen. Während
Sachsens Finanzminister Christian Piwarz (CDU) sagt, dass beide
Länder nach wie vor Gesellschafter der MFAG seien, betont dessen
Amtskollege aus Sachsen-Anhalt, Michael Richter: „Ich möchte noch
einmal deutlich machen, dass das Geld, das wir hineingeben,
natürlich nur in den Flughafen Leipzig/Halle reingeht.“ In dem
Podcast, wie auch in den darin zitierten Kabinettspressekonferenzen
beider Bundesländern diese Woche, wird klar: Das Finden einer
gemeinsamen Lösung für den Standort Dresden war mutmaßlich ein
zähes Ringen. Flughafenchef Ahmelmann sagt: „Dresden hat ein paar
Besonderheiten.“ Er verweist etwa auf das für vier Millionen
Passagiere pro Jahr ausgelegte und überdimensionierte Terminal in
der sächsischen Landeshauptstadt. „Auch da drehen wir jeden Stein
um, haben das auch jetzt in den letzten Monaten schon getan. Und
wir werden natürlich uns weiterhin Lösungen anschauen, um die
Infrastruktur der entsprechenden Nachfrage anpassen zu können.“ Das
sei keine einfache Aufgabe. „Aber daran arbeiten wir gerade
intensiv und ich glaube, wir werden da im Laufe des Jahres auch
Ergebnisse präsentieren werden können.“ Der Flughafen-Chef muss die
beiden Airports in Leipzig und Dresden seit 2024 durch einen
strikten Sanierungskurs führen. Begleitet wurden diese
Anstrengungen bereits in den vergangenen zwei Jahren mit Zuschüssen
in Höhe von 100 Millionen Euro der beiden Hauptgesellschafter, den
Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt. Jetzt verabredeten diese beiden
Seiten, auch in den kommenden Jahren Millionensummen zuzuschießen.
Dabei hat sich Sachsen bereit erklärt, einen höheren Beitrag zu
leisten als seinem Anteil entspricht – als Bekenntnis zu beiden
sächsischen Flughafen-Standorten. Sachsen-Anhalt pocht, wie
Finanzminister Richter sagt, hingegen darauf, dass es künftig nur
noch für den größeren und wichtigeren Standort Wie das
zusammenpasst, ob das eine sinnvolle Lösung ist, welche
Vorgeschichte es gibt und welche Alternativen, um all das geht es
in der neuen Folge des Podcasts „Thema in Sachsen“.
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09.01.2026
52 Minuten
Das Jahr 2026 war gerade einmal anderthalb Stunden alt. Dann
passierte gegen 1.30 Uhr im Club „Le Constellation“ im Schweizer
Alpenort Crans-Montana das, was man beim Anblick von Bildern und
Videos in sozialen Medien kaum ertragen kann. Unvorstellbar
erscheint auch mehr als eine Woche später das, was sich in der
Silvesternacht in diesem Tanzlokal zugetragen hat. Feiernde
Menschen, überwiegend junge Leute, hatten ausgelassen das neue Jahr
begrüßt, als sich binnen weniger Augenblicke das Lokal in eine
tödliche Feuerfalle verwandelte. Inzwischen weiß man, dass
mutmaßlich Sprühfontänen an Champagnerflaschen den Brand ausgelöst
haben. Die Bilanz dieses Unglücks ist traurig wie verheerend: 40
Menschen starben. 116 wurden verletzt, viele davon schwer, mit
heftigsten Verbrennungen am ganzen Körper. Die Katastrophe hat
weltweit große Betroffenheit ausgelöst, aber auch sensibilisiert
und zu einer Sicherheitsdebatte geführt. Denn bei allem, was bisher
aus den Ermittlungen bekannt ist und über den mutmaßlich eklatant
vernachlässigten Brandschutz in der Bar, stellen sich viele Fragen,
die man sich überall, also auch in Sachsen, stellen darf. Diese
Folge „Thema in Sachsen“ tut genau das. Es wird gefragt: Wie sicher
sind Clubs und Diskotheken im Freistaat? Kann so etwas wie in
Crans-Montana auch in Sachsen passieren? Welche Pflichten haben
Betreiber, und wie ernst nehmen sie diese? Und weil das für das
Feuer in der Schweiz wohl ursächlich war, stellt sich auch die
Frage: Darf man eigentlich mit Wunderkerzen, Sprühfontänen – also
mit Pyrotechnik – in Clubs einfach so hantieren? Drei Experten
ordnen die Ereignisse in der Schweiz ein und beschreiben, wieso
eine solche Katastrophe unter normalen Umständen und bei Einhaltung
von Gesetzen in Deutschland eigentlich kaum möglich wäre. Es
sprechen: - Steffen Kache, Betreiber des Clubs Distillery in
Leipzig, dem ältesten Techno-Club in Ostdeutschland. - Felix
Martens, Vorstand beim Bundesverband für Pyrotechnik und
Kunstfeuerwerk sowie staatlich geprüfter Pyrotechniker - Nils
Witte, Fachbereichsleiter Vorbeugender Brandschutz beim
Landesfeuerwehrverband Sachsen sowie Bau- und Sicherheitsingenieur.
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Über diesen Podcast
Worüber wird gerade am meisten diskutiert? Zu welcher Entscheidung
oder zu welchen Ereignissen haben die Menschen im Freistaat Fragen?
Der Podcast über Themen, die Sachsen bewegen. Das ist "Thema in
Sachsen". Ob Wahlen, große Veranstaltungen in Kultur, Sport,
Gesellschaft, Demonstrationen - oder Dinge, die auch außerhalb
passieren, aber natürlich genauso in Sachsen ein Thema sind. In
diesem News-Podcast bekommen Sie Informationen und Hintergründe.
Sie erfahren, was gerade passiert und wichtig ist. Über das
jeweilige "Thema in Sachsen" werden in jeder Folge Gespräche mit
Fachleuten, politisch Aktiven und Gestaltenden,
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder Journalisten
geführt. Es werden Ergebnisse von Recherchen der Redaktion von
Sächsische.de und Leipziger Volkszeitung präsentiert - und auch
angehört, was die Menschen in Sachsen dazu sagen.
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