Schwarz hören: Petra Schwarz im Gespräch mit Pierre Sanoussi-Bliss über Leben und Tod

Schwarz hören: Petra Schwarz im Gespräch mit Pierre Sanoussi-Bliss über Leben und Tod

32 Minuten

Beschreibung

vor 1 Woche
„Vizekönig“ im „Dschungelcamp“ (RTL) 2025 und im selben Jahr „Den
Rest habe ich verdrängt – Unordentliche Erinnerungen“ (Querverlag)
– das sind zwei „Anlässe“ für ihn, immer wieder – wie auch in
dieser Episode von „Schwarz hören“ – zu betonen: „Ich bin Ossi und
schwarz.“ Einer großen Öffentlichkeit bekannt ist er aber schon,
seitdem er 1997 in der ZDF-Fernsehserie „Der Alte“ für 18 Jahre die
Hauptrolle des Kommissars Axel Richter übernommen hatte, bevor er –
wie er hier erzählt – auf menschenunwürdige Art und Weise
„rausgeschmissen“ wurde. Er beklagt, dass Schwarze in der
Medien-Öffentlichkeit nicht vorkommen. „Ich wäre immer gern mal
Traumschiff-Kapitän gewesen. Aber: Alles weiße Schauspieler dort in
weißen Klamotten … und wenn ein Schwarzer vorkommt, dann hält er
einem Passagier beim Landgang die Taxi-Tür auf.“ Pierre
Sanoussi-Bliss ist mehr als ein Fernsehgesicht: Er ist Regisseur,
Kinderbuchautor („Der Nix“), Hörbuchsprecher (aktuell: „Berliner
Sehnsucht“ von Johannes Albendorf, erschienen im Querverlag),
Aktivist und Teil der #actout-Kampagne für mehr Diversität in Kunst
und Medien. 1962 in Ost-Berlin als Sohn eines westafrikanischen
Vaters und einer deutschen Mutter geboren, muss er sich früh mit
Fragen nach Zugehörigkeit, Sichtbarkeit und Identität
auseinandersetzen. Nach einer Ausbildung zum Koch studierte Pierre
an der Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin und spielte
zunächst Theater an renommierten Bühnen. Er war am Staatsschauspiel
Dresden (1987-1990) engagiert und schnell kamen erste Film- und
Fernsehrollen. 1994 hatte er in der preisgekrönten Filmkomödie
„Keiner liebt mich“ von Doris Dörrie (1994) eine der Hauptrollen.
Und bald macht er selbst Filme: 2016 veröffentlichte Sanoussi-Bliss
seinen zweiten abendfüllenden Spielfilm „Weiber! – Schwestern
teilen. Alles.“, bei dem er für die Produktion, das Drehbuch und
die Regie verantwortlich zeichnet. Seit dem Film „Coming out“
(Kino-Premiere am 9. November 1989! im „Kino International“ in
Ost-Berlin) kenne ich Pierre und hatte ihn für „Schwarz hören“
schon lange „auf dem Zettel“. Aber nach einer Vorstellung von „Miss
Daisy und ihr Chauffeur“ kürzlich im „Theater am Frankfurter Tor“
(Intendant: Johannes Hallervorden) war klar, jetzt endlich muss es
sein. Also habe ich Pierre Sanoussi-Bliss Anfang 2026 in seiner
Wohnung in Berlin-Pankow besucht und wir haben übers Leben und den
Tod gesprochen. Für letzteren hat er noch keine konkreten
Vorbereitungen getroffen, denkt aber durchaus darüber nach.
Unlängst hat er über mehrere Jahre seine Mutter „in den Tod
gepflegt“. Wie sie, will er kein übliches Grab auf dem Friedhof,
sondern in einem Friedwald mit Bio-Urne begraben werden. „Ich
brauche keine Stelle, an der man um mich trauert.“ Und mit der
treffenden Formulierung: „Nur noch atmen, ist es nicht.“ beschreibt
er seine Haltung zu einem selbstbestimmten Tod … Viel Spaß mit der
151. Episode von „Schwarz hören“ mit Pierre Sanoussi-Bliss.

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