Rauchen: Individuelle Sucht, gesellschaftliches Problem | Dr. Hans-Jörg Baumann
1 Stunde 20 Minuten
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Beschreibung
vor 4 Tagen
Wie bringt man Menschen dazu, wirklich mit dem Rauchen aufzuhören
und wie schädlich sind E-Zigaretten wirklich?
Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser neuen Folge von „5
Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Dr.
Hans-Jörg Baumann. Dieser ist Pneumologe, seit 5 Jahren
niedergelassen, vorher tätig als Chefarzt.
Auch er hält präventive Maßnahmen für wichtig, fragt sich
allerdings, ob eine Tabaksteuer alleine hilft. Denn dadurch
fühlen sich viele Menschen bestraft.
Er hat richtig Spaß daran, mit Menschen über das Rauchen zu
sprechen und bietet in seiner Praxis sogar Rauchentwöhnung an.
Für ihn ist klar: Rauchen ist sehr individuell, genauso wie die
Gründe, weiterzumachen oder aufzuhören. Es gibt kein Schema F.
Dass Rauchen schädlich ist, wissen wir ja sowieso alle.
Er geht gerne auf die Suche nach dem Ursprung und sucht nach
einem Ersatz.
Viele haben beim Rauch-Stopp Angst, Gewicht zuzulegen. Hans-Jörg
kann Entwarnung geben: Hier handelt es sich im Schnitt um 2-4
Kilo, die nehmen wir im Durchschnitt auch an Weihnachten zu.
Laura hat schon Erfahrung mit einem Patienten gemacht, der durch
Nikotinkaugummis seinen Konsum stark verringern konnte. Hier ist
zu differenzieren, ob es sich um eine starke oder weniger starke
Nikotinabhängigkeit handelt.
Akupunktur und Hypnose können unterstützen, allerdings fragt sich
Hans-Jörg, ob diese Maßnahmen auch das Verhalten in typischen
Rauch-Situationen verändert.
Bei jungen Menschen rezeptiert Laura gerne DIGAs. Hans-Jörg fand
die Preise der DIGAs damals sehr teuer, mittlerweile hat sich das
angepasst und er findet das für digital affine Menschen sehr gut.
Neu auf den Markt gekommen sind E-Zigaretten. Ein großes Problem
ist dabei der Dual-Use, den 70-80% der Raucher praktizieren.
Dadurch entstehen zwei Schädigungsmechanismen.
Wir wissen nicht, ob E-Zigaretten weniger schädlich sind als
klassische. Die Datenlage ist zu gering und es ist schwieriger zu
tracken, wie viel konsumiert wird.
Die Wiederholung des Reizes ist ein Problem.
Von Fachgesellschaften wird nicht empfohlen, dies als Instrument
gegen Nikotinabhängigkeit zu nutzen.
E-Zigaretten sind allerdings auch ein Problem, weil die Produkte
auf Kinder und Jugendliche abzielen durch die verschiedenen,
süßen Geschmacksrichtungen. Zudem betteln Entsorgungsbetriebe
darum, die Einweg-Geräte zu verbieten – diese entfachen immer
wieder Feuer. Zudem landen umgerechnet etwa 80-90 Auto-Akkus
wöchentlich auf dem Müll. Frankreich und Belgien führen mit einem
Verbot voran.
Krankheiten, die oft auf das Rauchen zurückzuführen sind, sind
beispielsweise COPD, was als Volkskrankheit bezeichnet werden
kann. Mittlerweile gibt es sehr teure Autoimmun-Therapien – aber
nur, wenn man mit dem Rauchen aufhört.
Hans-Jörg ist ein Fan vom Primärversorgungssystem. Mit einem
Husten muss man erstmal nicht zum Pneumologen. Allerdings
betrachtet er den Übergang vom aktuellen zu einem
Primärarztsystem als kompliziert. Beide sind sich einig, dass die
Preise der Leistungen angepasst werden müssten, um die Versorgung
zu verbessern.
Laura möchte sich damit beschäftigen, ein Verbot von
Einmalzigaretten durch eine Petition anzustoßen.
Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790
Zur Communtiy für PAs und PCM:
https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships
Folg Laura auch hier:
LinkedIn:
https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/
Instagram:
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