Großer Knall mit Happy End | Von Paul Clemente
9 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Monat
Epstein-Leaking
Ein Kommentar von Paul Clemente.
Das ist wie bei spannenden Krimi-Serien: In jeder Folge lauert
das Publikum nach neuen Indizien. Und mit jedem Teil kommt es der
Auflösung näher. Nach diesem dramaturgischen Schema publiziert
auch das US-Justizministerium seine Dokumente zum Fall Jeffrey
Epstein. In der neuesten „Folge“ gibt es drei Millionen Seiten zu
bestaunen. Plus tausende Videos und Fotos.
Stichtag für diese Mammut-Publikation war eigentlich der 19.
Dezember 2025. Aber daraus wurde nichts. Der Vize-Justizminister
Todd Blanche erklärte: Hunderte von Anwälten mussten den
Dokumenten-Wust erst prüfen, um einige Passagen zum Schutz der
Opfer einzuschwärzen.
Dabei dürften die Opfer kaum jemanden interessieren. Wer würde
die Autobiographie einer minderjährigen Prostituierten lesen?
Wenige. Und weshalb? Weil Täter interessanter sind. Die großen
Tiere. Die Monster. Die Bestien. Das war immer so. Darüber hinaus
hofft jeder, die Namen seiner politischen Gegner dort zu finden.
Demokraten erwarten, dass Trump kräftig geleakt wird, während
Republikaner auf weitere Verstrickung der Clintons setzen. Klar,
wenn man den Gegner nicht durch politische Kompetenz besiegt,
versucht man ihn moralisch zu diskreditieren. In England könnte
sich der Kontakt zwischen Epstein und Prinz Andrew gar als
Sargnagel für die bröckelnde Monarchie erweisen.
Kurzum: Die Epstein-Akten sind zur politischen Waffe geworden. In
einer Zeit, wo Politiker selbst nach endlosen Misserfolgen nicht
zurücktreten, wird deren Erwähnung in den
Epstein-Dokumenten zur letzten Hoffnung.
Auch das Leaking der vergangenen Tage ließ Emotionen aufkochen.
Natürlich liegt eine vollständige Auswertung in ferner Zukunft.
Es gilt nämlich zu differenzieren:
1. Wer stand mit Epstein bloß in Kontakt, ohne Wissen um den
Pädo-Ring?
2. Wer wusste vom Lolita-Verleih, ohne die Polizei
einzuschalten.
3. Wer war „Kunde“ beim Verkauf von Minderjährigen?
Das dürfte die Justiz noch lange beschäftigen. Trotzdem haben
ambitionierte Medien erste Highlight aus dem Datensumpf gefischt.
Da ist beispielsweise Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit. Die
hatte 2013, begleitet von einer Freundin, drei Tage auf Epsteins
Anwesen in Florida abgehangen. Ihr Name findet sich über
tausendmal in den Dokumenten. Mette-Marits Kommentar zu dem Leak:
„Jeffrey Epstein ist selbst für seine Handlungen verantwortlich.
Ich muss die Verantwortung dafür übernehmen, dass ich Epsteins
Hintergrund nicht besser überprüft habe." Da macht jemand auf
naiv. Oder sollte sie wirklich verpasst haben, dass Epstein
vorbestraft war. Eingeknastet im Jahr 2008, aufgrund zweier
Delikte, die er selber eingeräumt hatte: Wegen Vermittlung einer
minderjährigen Person zur Prostitution und zweitens wegen
Aufforderung dazu. Dafür erhielt er 13 Monate Knast. Und darüber
sollen spätere Freunde nichts erfahren haben?
Das gilt auch für Prinz Andrew. Einen Monat, nach Epsteins
Entlassung, organisierte er für den Herzog von York ein Dinner
mit einer 26-jährigen Russin. Außerdem wird er von manchen Medien
als „The invisible Man“ identifiziert. Eine unbekannte Person,
die mit Epsteins Lebensgefährtin Ghislaine Maxwell in Kontakt
stand. Den lud Kuppel-König Eppstein zu einem Inselbesuch mit „5
umwerfenden Rothaarigen". Allerdings erteilte der Unsichtbare ihm
eine Absage.
...https://apolut.net/grosser-knall-mit-happy-end-von-paul-clemente/
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