065 – Valeska Schaudy: Neugier als Antrieb
Valeska Schaudy hat die Welt auf zwei Rädern entdeckt und dabei den
Blick für Umwelt, Gemeinschaft und Verantwortung geschärft. Deshalb
gestaltet sie heute mit.
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Beschreibung
vor 3 Wochen
Valeska Schaudy wächst in der Oststeiermark auf, besucht den
musischen Zweig im BORG, spielt Saxophon und Querflöte. Früh zeigt
sich ihre Neugier: auf Räume, Landschaften, andere Lebensweisen.
Dieses Interesse führt sie nach Graz, wo sie
Umweltsystemwissenschaften mit Schwerpunkt Geografie studiert – ein
Studium, das damals noch im Entstehen ist. „Ich wollte etwas
Breites, wo viel drinnen ist“, sagt sie rückblickend. Lebensräume,
Klima, Ökosysteme verstehen – das wird ihr Kompass. Schon während
des Studiums zieht es sie hinaus: Ein Auslandssemester in
Australien, eines in Island. Sie erlebt unterschiedliche
Lehrmethoden, Landschaften und Kulturen – und merkt, wie sehr sie
das Unterwegssein prägt. Besonders Island bleibt ihr im Gedächtnis:
„So anders, so frisch – die Landschaft durch die Erdgeschichte.“
Gleichzeitig wächst in ihr die Sehnsucht nach Weite und Bewegung.
Nach dem Studium arbeitet sie projektbezogen, unter anderem in der
Hydrologie und Regionalentwicklung. Gemeinsam mit ihrem heutigen
Mann Philipp reift ein größerer Plan – oder besser gesagt: ein
großes Abenteuer. Was als fünfmonatige Reise beginnt, wird später
zu fünf Jahren die Welt bereisen. Mit dem Fahrrad fahren die beiden
von Nordkap Richtung Süden, durch Europa, Afrika, Asien, Australien
und Amerika. Rund 65 Länder, tausende Kilometer, oft ohne Internet,
mit Karten und Gesprächen. „Man muss den Leuten Fragen stellen –
und genau das ist das Schöne“, erzählt Valeska. Türen öffnen sich,
obwohl man keine gemeinsame Sprache hat. Menschen laden sie ein,
geben ihnen einen Schlafplatz, teilen Essen. „Die überwiegende
Mehrheit der Menschen ist gut“, ist eine der Erkenntnisse, die sie
von dieser Reise mitnimmt. Die Reise ist nicht romantisch verklärt.
Es gibt Sandstürme in der Sahara, Dunkelheit in Spitzbergen,
Einsamkeit, Müdigkeit, Vorsicht. Und doch kommt Aufgeben nie
wirklich in Frage. „Dieses Vorhaben war so stark im Kopf, dass wir
gar nicht ans Aufhören gedacht haben.“ Mut bedeutet hier:
weitermachen, Lösungen finden, aushalten – Schritt für Schritt.
Zurück in Österreich beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Valeska
sehnt sich nach Regelmäßigkeit, nach Verlässlichkeit, nach einem
Ort. Kinder werden ein Thema. Sie kommen an, zuerst in Graz, später
in einer grünen Siedlung am Rand – mit Nachbarschaft, Austausch,
Gemeinschaft. Ein weiterer Schritt folgt vor kurzem: die
Gemeindepolitik. Valeska wird Gemeinderätin – nicht aus
Karriereplänen, sondern aus Engagement und weil sie die Zukunft
ihrer Kinder aktiv gestalten möchte. Der Auslöser ist ein sicherer
Schulweg. „Ich habe mir gedacht, ich kann mich jetzt beschweren –
oder ich gestalte mit.“ Heute sitzt sie mit Menschen
unterschiedlicher Zugänge an einem Tisch, ringt um Lösungen, fragt
nach, bleibt dran. „Ich bin ausdauernd und hartnäckig“, sagt sie –
Eigenschaften, die sie schon auf ihren Reisen gebraucht hat. Auch
beruflich bleibt sie in Bewegung: Sie absolviert eine inklusive
Klimaschutzakademie, möchte Workshops gestalten, Wissen
weitergeben, ihren „ökologischen Handabdruck vergrößern“. Kleine
Samen setzen – das ist ihr Bild für Veränderung. Am Ende bleibt ein
Satz, der vieles zusammenfasst. Auf die Frage, was Frauen müssen,
antwortet Valeska ohne Zögern: „Lauter werden.“ Und ihr
persönlicher Leitsatz hängt ausgerechnet am stillsten Ort der
Wohnung: „Was willst du einmal werden?“ – „Freundlich.“
musischen Zweig im BORG, spielt Saxophon und Querflöte. Früh zeigt
sich ihre Neugier: auf Räume, Landschaften, andere Lebensweisen.
Dieses Interesse führt sie nach Graz, wo sie
Umweltsystemwissenschaften mit Schwerpunkt Geografie studiert – ein
Studium, das damals noch im Entstehen ist. „Ich wollte etwas
Breites, wo viel drinnen ist“, sagt sie rückblickend. Lebensräume,
Klima, Ökosysteme verstehen – das wird ihr Kompass. Schon während
des Studiums zieht es sie hinaus: Ein Auslandssemester in
Australien, eines in Island. Sie erlebt unterschiedliche
Lehrmethoden, Landschaften und Kulturen – und merkt, wie sehr sie
das Unterwegssein prägt. Besonders Island bleibt ihr im Gedächtnis:
„So anders, so frisch – die Landschaft durch die Erdgeschichte.“
Gleichzeitig wächst in ihr die Sehnsucht nach Weite und Bewegung.
Nach dem Studium arbeitet sie projektbezogen, unter anderem in der
Hydrologie und Regionalentwicklung. Gemeinsam mit ihrem heutigen
Mann Philipp reift ein größerer Plan – oder besser gesagt: ein
großes Abenteuer. Was als fünfmonatige Reise beginnt, wird später
zu fünf Jahren die Welt bereisen. Mit dem Fahrrad fahren die beiden
von Nordkap Richtung Süden, durch Europa, Afrika, Asien, Australien
und Amerika. Rund 65 Länder, tausende Kilometer, oft ohne Internet,
mit Karten und Gesprächen. „Man muss den Leuten Fragen stellen –
und genau das ist das Schöne“, erzählt Valeska. Türen öffnen sich,
obwohl man keine gemeinsame Sprache hat. Menschen laden sie ein,
geben ihnen einen Schlafplatz, teilen Essen. „Die überwiegende
Mehrheit der Menschen ist gut“, ist eine der Erkenntnisse, die sie
von dieser Reise mitnimmt. Die Reise ist nicht romantisch verklärt.
Es gibt Sandstürme in der Sahara, Dunkelheit in Spitzbergen,
Einsamkeit, Müdigkeit, Vorsicht. Und doch kommt Aufgeben nie
wirklich in Frage. „Dieses Vorhaben war so stark im Kopf, dass wir
gar nicht ans Aufhören gedacht haben.“ Mut bedeutet hier:
weitermachen, Lösungen finden, aushalten – Schritt für Schritt.
Zurück in Österreich beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Valeska
sehnt sich nach Regelmäßigkeit, nach Verlässlichkeit, nach einem
Ort. Kinder werden ein Thema. Sie kommen an, zuerst in Graz, später
in einer grünen Siedlung am Rand – mit Nachbarschaft, Austausch,
Gemeinschaft. Ein weiterer Schritt folgt vor kurzem: die
Gemeindepolitik. Valeska wird Gemeinderätin – nicht aus
Karriereplänen, sondern aus Engagement und weil sie die Zukunft
ihrer Kinder aktiv gestalten möchte. Der Auslöser ist ein sicherer
Schulweg. „Ich habe mir gedacht, ich kann mich jetzt beschweren –
oder ich gestalte mit.“ Heute sitzt sie mit Menschen
unterschiedlicher Zugänge an einem Tisch, ringt um Lösungen, fragt
nach, bleibt dran. „Ich bin ausdauernd und hartnäckig“, sagt sie –
Eigenschaften, die sie schon auf ihren Reisen gebraucht hat. Auch
beruflich bleibt sie in Bewegung: Sie absolviert eine inklusive
Klimaschutzakademie, möchte Workshops gestalten, Wissen
weitergeben, ihren „ökologischen Handabdruck vergrößern“. Kleine
Samen setzen – das ist ihr Bild für Veränderung. Am Ende bleibt ein
Satz, der vieles zusammenfasst. Auf die Frage, was Frauen müssen,
antwortet Valeska ohne Zögern: „Lauter werden.“ Und ihr
persönlicher Leitsatz hängt ausgerechnet am stillsten Ort der
Wohnung: „Was willst du einmal werden?“ – „Freundlich.“
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