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Episoden
31.01.2026
1 Minute
Valeska Schaudy wächst in der Oststeiermark auf, besucht den
musischen Zweig im BORG, spielt Saxophon und Querflöte. Früh zeigt
sich ihre Neugier: auf Räume, Landschaften, andere Lebensweisen.
Dieses Interesse führt sie nach Graz, wo sie
Umweltsystemwissenschaften mit Schwerpunkt Geografie studiert – ein
Studium, das damals noch im Entstehen ist. „Ich wollte etwas
Breites, wo viel drinnen ist“, sagt sie rückblickend. Lebensräume,
Klima, Ökosysteme verstehen – das wird ihr Kompass. Schon während
des Studiums zieht es sie hinaus: Ein Auslandssemester in
Australien, eines in Island. Sie erlebt unterschiedliche
Lehrmethoden, Landschaften und Kulturen – und merkt, wie sehr sie
das Unterwegssein prägt. Besonders Island bleibt ihr im Gedächtnis:
„So anders, so frisch – die Landschaft durch die Erdgeschichte.“
Gleichzeitig wächst in ihr die Sehnsucht nach Weite und Bewegung.
Nach dem Studium arbeitet sie projektbezogen, unter anderem in der
Hydrologie und Regionalentwicklung. Gemeinsam mit ihrem heutigen
Mann Philipp reift ein größerer Plan – oder besser gesagt: ein
großes Abenteuer. Was als fünfmonatige Reise beginnt, wird später
zu fünf Jahren die Welt bereisen. Mit dem Fahrrad fahren die beiden
von Nordkap Richtung Süden, durch Europa, Afrika, Asien, Australien
und Amerika. Rund 65 Länder, tausende Kilometer, oft ohne Internet,
mit Karten und Gesprächen. „Man muss den Leuten Fragen stellen –
und genau das ist das Schöne“, erzählt Valeska. Türen öffnen sich,
obwohl man keine gemeinsame Sprache hat. Menschen laden sie ein,
geben ihnen einen Schlafplatz, teilen Essen. „Die überwiegende
Mehrheit der Menschen ist gut“, ist eine der Erkenntnisse, die sie
von dieser Reise mitnimmt. Die Reise ist nicht romantisch verklärt.
Es gibt Sandstürme in der Sahara, Dunkelheit in Spitzbergen,
Einsamkeit, Müdigkeit, Vorsicht. Und doch kommt Aufgeben nie
wirklich in Frage. „Dieses Vorhaben war so stark im Kopf, dass wir
gar nicht ans Aufhören gedacht haben.“ Mut bedeutet hier:
weitermachen, Lösungen finden, aushalten – Schritt für Schritt.
Zurück in Österreich beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Valeska
sehnt sich nach Regelmäßigkeit, nach Verlässlichkeit, nach einem
Ort. Kinder werden ein Thema. Sie kommen an, zuerst in Graz, später
in einer grünen Siedlung am Rand – mit Nachbarschaft, Austausch,
Gemeinschaft. Ein weiterer Schritt folgt vor kurzem: die
Gemeindepolitik. Valeska wird Gemeinderätin – nicht aus
Karriereplänen, sondern aus Engagement und weil sie die Zukunft
ihrer Kinder aktiv gestalten möchte. Der Auslöser ist ein sicherer
Schulweg. „Ich habe mir gedacht, ich kann mich jetzt beschweren –
oder ich gestalte mit.“ Heute sitzt sie mit Menschen
unterschiedlicher Zugänge an einem Tisch, ringt um Lösungen, fragt
nach, bleibt dran. „Ich bin ausdauernd und hartnäckig“, sagt sie –
Eigenschaften, die sie schon auf ihren Reisen gebraucht hat. Auch
beruflich bleibt sie in Bewegung: Sie absolviert eine inklusive
Klimaschutzakademie, möchte Workshops gestalten, Wissen
weitergeben, ihren „ökologischen Handabdruck vergrößern“. Kleine
Samen setzen – das ist ihr Bild für Veränderung. Am Ende bleibt ein
Satz, der vieles zusammenfasst. Auf die Frage, was Frauen müssen,
antwortet Valeska ohne Zögern: „Lauter werden.“ Und ihr
persönlicher Leitsatz hängt ausgerechnet am stillsten Ort der
Wohnung: „Was willst du einmal werden?“ – „Freundlich.“
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31.12.2025
1 Minute
Sabine wächst in Fürstenfeld auf – als erstes Kind sehr junger
Eltern, in einem klassischen Rollenbild: der Vater arbeitet, die
Mutter ist zu Hause. Früh zeigt sich ihre Vielseitigkeit. Sie liebt
Kinder genauso wie Technik, Räume und Strukturen. Architektur oder
Arbeit mit Kindern? Beides zieht sie an aber sie landet an der TU
Graz – und bleibt. Ihr Architekturstudium wird begleitet von
Arbeit, denn Praxis ist für sie nie ein Gegensatz zur Theorie,
sondern die logische Ergänzung. Der Weg in die Selbstständigkeit
entsteht nicht aus einem großen Masterplan, sondern aus einem
inneren Unwohlsein. „Ich bin am Montag mit Bauchweh in die Arbeit
gefahren und am Freitag erleichtert heim“, sagt sie rückblickend.
Mit Anfang dreißig kündigt sie – kurz vor Weihnachten – und macht
sich selbstständig. Was folgt, sind 13 Jahre als Architektin mit
eigener Handschrift: Sabine plant vor allem Einfamilienhäuser, aber
nicht als reine Baukörper. Für sie sind es Lebensräume. „Ein Haus
muss funktionieren. Es ist kein Kunstobjekt – es ist der Ort, an
dem Menschen ihr Leben leben.“ Ihre Arbeitsweise ist geprägt von
Zuhören. Der erste Termin findet meist bei den Bauherr:innen zu
Hause statt, dauert Stunden. Sabine schaut, fragt, spürt. Es ist
dieser respektvolle, klare Zugang, der ihr über Jahre hinweg
Aufträge bringt – ganz ohne Homepage, ganz ohne Werbung. „Wenn eine
Tür zugegangen ist, ist eine andere aufgegangen.“ Parallel dazu
passiert aber noch viel mehr: Sabine wird Mutter. Früh ist sie
alleinerziehend, jongliert Selbstständigkeit, Baustellen,
Verantwortung – getragen von einem starken familiären Rückhalt.
„Ohne meine Eltern wäre es nicht gegangen.“ Dieses Netz gibt ihr
Sicherheit, auch in Phasen, in denen alles gleichzeitig passiert.
Ein weiterer Schritt folgt später – einer, den Sabine selbst lange
ausgeschlossen hatte: die Politik. 2020 sagt sie Ja zur Anfrage,
Vizebürgermeisterin von Fürstenfeld zu werden. Drei intensive Jahre
folgen. Jahre, in denen sie ständig unterwegs ist, ansprechbar,
sichtbar. „Politik gehört für Menschen gemacht“, sagt sie – und
lebt genau das. Sie hört zu, erklärt ehrlich, was möglich ist und
was nicht. Doch der Preis ist hoch. Sabine merkt, dass sie sich
selbst verliert. Schlaflosigkeit, Erschöpfung, Kraftlosigkeit
schleichen sich ein. „Ich habe mich selbst nicht mehr gekannt.“ Der
Entschluss zu gehen ist klar – und mutig. Sie tritt nicht nur vom
Amt zurück, sondern zieht sich aus allen politischen Funktionen
zurück. Die Reaktionen überraschen sie: Dankbarkeit, Respekt,
Verständnis. Es ist ein Abschied ohne Groll, aber mit Klarheit.
Fast zeitgleich öffnet sich eine neue Tür. Ein Anruf, ein Gespräch,
ein schneller Prozess – und Sabine wechselt nach zehn Jahren in der
Baubezirksleitung in eine neue Rolle: Sie wird
Baukulturkoordinatorin der Steiermark. Heute arbeitet sie daran,
Bewusstsein zu schaffen für gute, nachhaltige,
landschaftsverträgliche Gestaltung. „Baukultur machen wir Menschen.
Alles, was draußen gebaut wird, gehört dazu.“ Ihr Ziel ist es,
Politik, Verwaltung und Gesellschaft zu verbinden – und zu zeigen,
dass gute Baukultur nicht teuer sein muss, sondern Haltung braucht.
Kraft schöpft Sabine heute bewusst: im Garten, in der Erde, unter
ihrer Linde. Beim Kinderturnen, das sie seit 1987 begleitet. In
Freundschaften, die geblieben sind. Und im Zulassen von Pausen. „Es
ist auch okay, einmal nichts zu tun“, sagt sie – eine Erkenntnis,
die nicht selbstverständlich war. Am Ende dieses Gesprächs bleibt
ein Satz, der Sabines Haltung zusammenfasst: „Frauen müssen nicht
alles. Aber sie müssen mutiger sein und mehr Selbstvertrauen
haben.“
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30.11.2025
59 Minuten
Die Geschichte von Kathrin Lorenz beginnt in einem kleinen Ort
namens Gillersdorf, an der Grenze zum Burgenland. „Ich bin mit
Hühnern, Hasen und Maulwürfen aufgewachsen“, erzählt sie lachend.
„Wir hatten wenig, aber unendlich viel Freiheit.“ Als sie sieben
Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter – ein Einschnitt, der vieles
verändert und sie früh selbstständig werden lässt. „Ich war eine
brave Schülerin, aber vor allem, um meinem Vater gute Noten zu
schenken“, sagt sie. Der Wunsch, hinaus in die Welt zu gehen war
trotzdem immer da und nach der Matura zieht es sie über den
Atlantik – als Au-pair in die USA. Tagsüber kümmert sie sich um
Kinder, abends besucht sie die University of Arts in Allentown. So
lebt sie schon damals zwei Themen die sie ihr Leben lang begleiten:
die Kunst und ihre soziale Ader. Zurück in Österreich folgt sie
ihrem inneren Ruf – und besteht die Aufnahmeprüfung an der
Universität für angewandte Kunst in Wien. Sie landet in der Klasse
von Christian Ludwig Attersee. „Er hat immer gesagt: Nur drei
Prozent leben später wirklich von der Kunst. Da hab ich mir gedacht
– gut, dann bin ich halt bei diesen drei Prozent.“ Die Jahre an der
Angewandten sind geprägt von Freiheit, Nachtarbeit und intensiven
Begegnungen. Kathrin reist mit ihrer Klasse nach Italien und
Belgien, trifft Hermann Nitsch und Daniel Spoerri – und lernt, dass
Leben und Kunst nicht zu trennen sind. „Er hat uns gezeigt, dass
Kunst nur funktioniert, wenn man sich selbst ins Leben wirft.“ Nach
dem Studium lebt Kathrin zehn Jahre ausschließlich von ihrer
Malerei. Sie stellt aus, verkauft ihre Werke, arbeitet nebenbei
beim Film – zuerst vor, dann hinter der Kamera – und schreibt
Artikel für eine Tageszeitung. „Ich war an einem Sonntagnachmittag
am Himmel in Wien und erzählte jemandem, dass ich Kurzgeschichten
schreibe. Eine Woche später hatte ich einen Job als Journalistin.“
Es sind diese scheinbar zufälligen Wendungen, die sich wie ein
roter Faden durch ihr Leben ziehen – immer begleitet von Offenheit
und Vertrauen. Dann kommt die Liebe – und mit ihr die Entscheidung,
Wien zu verlassen. Gemeinsam mit ihrem Mann zieht sie in die
Steiermark, auf einen alten Bauernhof, den sie renovieren – Stein
für Stein, Ziegel für Ziegel. Heute ist der ehemalige Pferdestall
ihr Atelier. Der Raum, in dem einst Tiere standen, ist jetzt
erfüllt von Licht, Leinwänden und Farben. Kathrin malt dort nicht
nur für sich, sie öffnet ihr Atelier auch für andere. „Ich male,
indem ich höre“, sagt sie über ihre Arbeit. „Ich lasse mich von
meinem Inneren führen.“ Diesen Zugang möchte sie teilen. In
Formaten wie Sunrise Painting oder Moon Painting begleitet sie
Menschen dabei, in ihre eigene Kreativität zu finden. Ihre Arbeit
verbindet Kunst, Heilung und Achtsamkeit. Neben Malabenden bietet
sie auch Sitzungen am Tonfeld an – einer Methode, bei der Menschen
mit geschlossenen Augen im Ton arbeiten und ihre inneren Bilder in
Bewegung bringen. Besonders am Herzen liegen ihr schwangere Frauen,
die sie mit Mal- und Gestaltungstherapie begleitet: „Ich durfte
erleben, wie kraftvoll es ist, in dieser Zeit über den Körper mit
dem Kind in Verbindung zu gehen.“ Kathrin ist überzeugt, dass Kunst
immer Ausdruck des Lebens ist – und dass beides nur dann gelingt,
wenn man dem eigenen Herzen folgt. Oder, wie sie es am Ende des
Gesprächs sagt: „Frauen müssen auf sich hören. Dein Herz kennt
deinen Weg.“
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31.10.2025
58 Minuten
Kristina ist in Graz-Mariatrost aufgewachsen, als dort noch Wiesen
und Wälder das Landschaftsbild prägten. Ihr Vater wurde schwer
krank, als sie noch jung war, und starb, als sie kaum über zwanzig
war. Kristina wollte eigentlich Tierärztin werden. Doch mit 18
fehlte ihr noch der Mut, für das Studium nach Wien zu ziehen. Also
entschied sie sich für das Lehramt – weil sie Kinder mochte, sich
nach Selbstständigkeit sehnte und aus praktischen Gründen, wie sie
selbst sagt. Es war kein geradliniger Weg denn sie wartete zehn
Jahre lang auf eine fixe Anstellung. In der Zeit jobbte sie, machte
eine technische Ausbildung, arbeitete in einem Architekturbüro in
Graz und Wien. Diesmal genoss sie die Zeit in Wien sehr. Das Leben
nahm eine Wendung als sie Mutter wurde und sie in den Lehrerberuf
zurückkehrte. Als Lehrerin fand Kristina ihre Berufung – in kleinen
Schulen am Land, im Team mit engagierten Kolleginnen, in Klassen,
die Inklusion lebten, lange bevor das Wort modern wurde. „Wir haben
so viel voneinander gelernt“, sagt sie über diese Zeit. Offenheit,
Empathie und ein klarer, ehrlicher Umgang mit Menschen zeichnen
Kristinas Wirken aus. Nach einer Trennung fand sie sich als
berufstätige Mutter mit zwei kleinen Söhnen wieder. Sie trug viel
Last mit sich und irgendwann war sie zu erschöpft und leer. Eine
Erschöpfungsdepression riss sie aus dem Alltag. „Ich konnte nicht
mehr – gar nichts ging mehr“, erzählt sie. Mit therapeutischer
Begleitung, viel Geduld und der stillen Unterstützung ihres
späteren Mannes fand sie zurück in die Kraft. Geholfen haben ihr
Bewegung, Natur, kleine Schritte – und der Glaube, dass es besser
wird. Wenige Jahre später übernahm sie die Leitung der Volksschule
in St. Radegund – jenem Ort, in dem sie lebt. „Vor zehn Jahren
hätte ich mir das nicht zugetraut“, sagt sie. Heute leitet sie ein
Team von sechs Lehrer:innen, kennt jedes Kind beim Namen und jede
Familie im Ort. Sie weiß, was es heißt, in einer kleinen Gemeinde
gleichzeitig Privatperson und öffentliche Figur zu sein. Und sie
hat gelernt, damit gelassen umzugehen: „Die Leute reden sowieso.
Wichtig ist, dass man sein Leben trotzdem so lebt, wie man es leben
möchte.“ Im Jahr 2024 wurde sie und die ganze Gemeinde auf die
Probe gestellt: Ein schweres Unwetter löste einen Hangrutsch aus –
das Schulgebäude wurde über Nacht unbenutzbar und musste innerhalb
weniger Tage abgerissen werden. Innerhalb kürzester Zeit
organisierte Kristina gemeinsam mit Bürgermeister, Team und Eltern
eine komplette Neuaufstellung: Zuerst fand der Unterricht in Räumen
der Feuerwehr, Pfarre und Gemeinde statt, später wurden Container
aufgestellt. Der Unterricht wurde improvisiert und Gemeinschaft neu
erfunden. „Es war reines Krisenmanagement, aber auch eine
unglaublich verbindende Zeit“, sagt sie. Heute steht sie schon fast
am Ende ihrer aktiven Schulkarriere, kurz vor der Pension, und
blickt mit Dankbarkeit zurück – aber auch mit Neugier nach vorn.
Sie möchte reisen, wandern, wieder mehr draußen sein. „Ich freue
mich darauf, das Leben in einem ruhigeren Tempo zu spüren – aber
nie stillzustehen.“ denn „das Leben ist ein Wandel“.
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30.09.2025
58 Minuten
Michaela Sapetschnig ist in einem kleinen Dorf außerhalb von
Villach aufgewachsen – in Unterschütt, in einfachen Verhältnissen.
„Wir hatten nicht viel, aber es war immer total schön und
unbeschwert“, erinnert sie sich. Früh spürte sie, dass sie Dinge
nicht einfach hinnehmen wollte. Schon als Schülerin stand sie auf,
wenn jemand unfair behandelt wurde. „Ich habe mich dafür eingesetzt
und durchaus auch in die erste Reihe gestellt – das ist nicht immer
goutiert worden“, sagt sie. Doch sie lernte: Es lohnt sich, Haltung
zu zeigen. Tiere, Tierärztin, Zoo – das war der erste Traum. Doch
der Weg führte anderswohin. Nach der Handelsakademie in Villach
begann sie direkt zu arbeiten. Ferialjobs bei der Kelag – dem
Unternehmen, in dem ihr Vater inzwischen tätig war – brachten sie
erstmals in Kontakt mit der Welt der Energie. Ein Projektangebot
ließ sie bleiben. Parallel dazu studierte sie Betriebswirtschaft in
Klagenfurt – Vollzeit arbeiten, nebenbei studieren: ein Muster, das
sich durch ihr Leben zieht. Heute ist Michaela
Konzernpersonalleiterin bei der Kelag – mit Verantwortung für über
80 Mitarbeitende, Lehrlinge und Trainees sowie für den
Ausbildungscampus und das Facility Service. Michaela brennt für
Chancengleichheit und Diversität. Sie hat vier Säulen definiert,
auf die sich die Kelag heute stützt: Geschlecht, Alter,
Beeinträchtigung und Cross Culture. „Diversität ist kein Slogan,
sondern ein echter Wettbewerbsvorteil“, sagt sie. Besonders wichtig
ist ihr, Frauen sichtbar zu machen und zu fördern. Unter dem Claim
„Fempowerment“ bündelte sie 2024 alle Maßnahmen zur
Frauenentwicklung. Und auch bei der Vereinbarkeit von Beruf und
Familie setzt sie neue Standards. „Führen in Teilzeit ist eine
Herausforderung, aber es geht“, erklärt sie. „Wir würden das
Potenzial großartiger Frauen liegen lassen, wenn wir sagen würden:
Führung nur in Vollzeit.“ Auch das Recruiting hat sich verändert.
Während vor fünf Jahren der Auswahlprozess für Lehrlinge noch drei
Monate dauerte, sind es heute acht bis neun. Im Gespräch gibt
Michaela Einblick, worauf sie bei Bewerbungen achtet („Die
Einstellung ist wichtiger als die Qualifikation“). Michaela hat als
Ziel Veränderungsbereitschaft im Unternehmen zu verankern.
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sieht sie dabei als
Chance, nicht als Bedrohung. Gleichzeitig achtet sie darauf, dass
Entscheidungen weiterhin von Menschen getroffen werden. Privat ist
Michaela eine Macherin. „Ich bin eher rastlos, muss mich immer
bewegen und beweg gern Dinge“, erzählt sie. Auch handwerklich packt
sie an – zuletzt hat sie zuhause geschliffen, gespachtelt und neu
übermalt. Ihre Kraft holt sie sich aus Begegnungen mit Menschen,
aus Netzwerken und lebenslangem Lernen. Michaelas Lebensmotto
lautet „Gib niemals auf.“ Und ihrem jüngeren Ich würde sie: „Bleib
dort stur, wo es Sinn macht – und gib dort nach, wo es sein soll.“
ausrichten. Dem können wir nur beipflichten.
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Über diesen Podcast
Ein Podcast von Frauen über Frauen, die für das Land leben und
lustvoll ihre Perspektiven erweitern. Übers Land, Thesen, Krisen,
Lebensmodelle bis hin zu Zukunftsvisionen und Strategien.
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