Podcaster
Episoden
31.12.2025
1 Minute
Sabine wächst in Fürstenfeld auf – als erstes Kind sehr junger
Eltern, in einem klassischen Rollenbild: der Vater arbeitet, die
Mutter ist zu Hause. Früh zeigt sich ihre Vielseitigkeit. Sie liebt
Kinder genauso wie Technik, Räume und Strukturen. Architektur oder
Arbeit mit Kindern? Beides zieht sie an aber sie landet an der TU
Graz – und bleibt. Ihr Architekturstudium wird begleitet von
Arbeit, denn Praxis ist für sie nie ein Gegensatz zur Theorie,
sondern die logische Ergänzung. Der Weg in die Selbstständigkeit
entsteht nicht aus einem großen Masterplan, sondern aus einem
inneren Unwohlsein. „Ich bin am Montag mit Bauchweh in die Arbeit
gefahren und am Freitag erleichtert heim“, sagt sie rückblickend.
Mit Anfang dreißig kündigt sie – kurz vor Weihnachten – und macht
sich selbstständig. Was folgt, sind 13 Jahre als Architektin mit
eigener Handschrift: Sabine plant vor allem Einfamilienhäuser, aber
nicht als reine Baukörper. Für sie sind es Lebensräume. „Ein Haus
muss funktionieren. Es ist kein Kunstobjekt – es ist der Ort, an
dem Menschen ihr Leben leben.“ Ihre Arbeitsweise ist geprägt von
Zuhören. Der erste Termin findet meist bei den Bauherr:innen zu
Hause statt, dauert Stunden. Sabine schaut, fragt, spürt. Es ist
dieser respektvolle, klare Zugang, der ihr über Jahre hinweg
Aufträge bringt – ganz ohne Homepage, ganz ohne Werbung. „Wenn eine
Tür zugegangen ist, ist eine andere aufgegangen.“ Parallel dazu
passiert aber noch viel mehr: Sabine wird Mutter. Früh ist sie
alleinerziehend, jongliert Selbstständigkeit, Baustellen,
Verantwortung – getragen von einem starken familiären Rückhalt.
„Ohne meine Eltern wäre es nicht gegangen.“ Dieses Netz gibt ihr
Sicherheit, auch in Phasen, in denen alles gleichzeitig passiert.
Ein weiterer Schritt folgt später – einer, den Sabine selbst lange
ausgeschlossen hatte: die Politik. 2020 sagt sie Ja zur Anfrage,
Vizebürgermeisterin von Fürstenfeld zu werden. Drei intensive Jahre
folgen. Jahre, in denen sie ständig unterwegs ist, ansprechbar,
sichtbar. „Politik gehört für Menschen gemacht“, sagt sie – und
lebt genau das. Sie hört zu, erklärt ehrlich, was möglich ist und
was nicht. Doch der Preis ist hoch. Sabine merkt, dass sie sich
selbst verliert. Schlaflosigkeit, Erschöpfung, Kraftlosigkeit
schleichen sich ein. „Ich habe mich selbst nicht mehr gekannt.“ Der
Entschluss zu gehen ist klar – und mutig. Sie tritt nicht nur vom
Amt zurück, sondern zieht sich aus allen politischen Funktionen
zurück. Die Reaktionen überraschen sie: Dankbarkeit, Respekt,
Verständnis. Es ist ein Abschied ohne Groll, aber mit Klarheit.
Fast zeitgleich öffnet sich eine neue Tür. Ein Anruf, ein Gespräch,
ein schneller Prozess – und Sabine wechselt nach zehn Jahren in der
Baubezirksleitung in eine neue Rolle: Sie wird
Baukulturkoordinatorin der Steiermark. Heute arbeitet sie daran,
Bewusstsein zu schaffen für gute, nachhaltige,
landschaftsverträgliche Gestaltung. „Baukultur machen wir Menschen.
Alles, was draußen gebaut wird, gehört dazu.“ Ihr Ziel ist es,
Politik, Verwaltung und Gesellschaft zu verbinden – und zu zeigen,
dass gute Baukultur nicht teuer sein muss, sondern Haltung braucht.
Kraft schöpft Sabine heute bewusst: im Garten, in der Erde, unter
ihrer Linde. Beim Kinderturnen, das sie seit 1987 begleitet. In
Freundschaften, die geblieben sind. Und im Zulassen von Pausen. „Es
ist auch okay, einmal nichts zu tun“, sagt sie – eine Erkenntnis,
die nicht selbstverständlich war. Am Ende dieses Gesprächs bleibt
ein Satz, der Sabines Haltung zusammenfasst: „Frauen müssen nicht
alles. Aber sie müssen mutiger sein und mehr Selbstvertrauen
haben.“
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30.11.2025
59 Minuten
Die Geschichte von Kathrin Lorenz beginnt in einem kleinen Ort
namens Gillersdorf, an der Grenze zum Burgenland. „Ich bin mit
Hühnern, Hasen und Maulwürfen aufgewachsen“, erzählt sie lachend.
„Wir hatten wenig, aber unendlich viel Freiheit.“ Als sie sieben
Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter – ein Einschnitt, der vieles
verändert und sie früh selbstständig werden lässt. „Ich war eine
brave Schülerin, aber vor allem, um meinem Vater gute Noten zu
schenken“, sagt sie. Der Wunsch, hinaus in die Welt zu gehen war
trotzdem immer da und nach der Matura zieht es sie über den
Atlantik – als Au-pair in die USA. Tagsüber kümmert sie sich um
Kinder, abends besucht sie die University of Arts in Allentown. So
lebt sie schon damals zwei Themen die sie ihr Leben lang begleiten:
die Kunst und ihre soziale Ader. Zurück in Österreich folgt sie
ihrem inneren Ruf – und besteht die Aufnahmeprüfung an der
Universität für angewandte Kunst in Wien. Sie landet in der Klasse
von Christian Ludwig Attersee. „Er hat immer gesagt: Nur drei
Prozent leben später wirklich von der Kunst. Da hab ich mir gedacht
– gut, dann bin ich halt bei diesen drei Prozent.“ Die Jahre an der
Angewandten sind geprägt von Freiheit, Nachtarbeit und intensiven
Begegnungen. Kathrin reist mit ihrer Klasse nach Italien und
Belgien, trifft Hermann Nitsch und Daniel Spoerri – und lernt, dass
Leben und Kunst nicht zu trennen sind. „Er hat uns gezeigt, dass
Kunst nur funktioniert, wenn man sich selbst ins Leben wirft.“ Nach
dem Studium lebt Kathrin zehn Jahre ausschließlich von ihrer
Malerei. Sie stellt aus, verkauft ihre Werke, arbeitet nebenbei
beim Film – zuerst vor, dann hinter der Kamera – und schreibt
Artikel für eine Tageszeitung. „Ich war an einem Sonntagnachmittag
am Himmel in Wien und erzählte jemandem, dass ich Kurzgeschichten
schreibe. Eine Woche später hatte ich einen Job als Journalistin.“
Es sind diese scheinbar zufälligen Wendungen, die sich wie ein
roter Faden durch ihr Leben ziehen – immer begleitet von Offenheit
und Vertrauen. Dann kommt die Liebe – und mit ihr die Entscheidung,
Wien zu verlassen. Gemeinsam mit ihrem Mann zieht sie in die
Steiermark, auf einen alten Bauernhof, den sie renovieren – Stein
für Stein, Ziegel für Ziegel. Heute ist der ehemalige Pferdestall
ihr Atelier. Der Raum, in dem einst Tiere standen, ist jetzt
erfüllt von Licht, Leinwänden und Farben. Kathrin malt dort nicht
nur für sich, sie öffnet ihr Atelier auch für andere. „Ich male,
indem ich höre“, sagt sie über ihre Arbeit. „Ich lasse mich von
meinem Inneren führen.“ Diesen Zugang möchte sie teilen. In
Formaten wie Sunrise Painting oder Moon Painting begleitet sie
Menschen dabei, in ihre eigene Kreativität zu finden. Ihre Arbeit
verbindet Kunst, Heilung und Achtsamkeit. Neben Malabenden bietet
sie auch Sitzungen am Tonfeld an – einer Methode, bei der Menschen
mit geschlossenen Augen im Ton arbeiten und ihre inneren Bilder in
Bewegung bringen. Besonders am Herzen liegen ihr schwangere Frauen,
die sie mit Mal- und Gestaltungstherapie begleitet: „Ich durfte
erleben, wie kraftvoll es ist, in dieser Zeit über den Körper mit
dem Kind in Verbindung zu gehen.“ Kathrin ist überzeugt, dass Kunst
immer Ausdruck des Lebens ist – und dass beides nur dann gelingt,
wenn man dem eigenen Herzen folgt. Oder, wie sie es am Ende des
Gesprächs sagt: „Frauen müssen auf sich hören. Dein Herz kennt
deinen Weg.“
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31.10.2025
58 Minuten
Kristina ist in Graz-Mariatrost aufgewachsen, als dort noch Wiesen
und Wälder das Landschaftsbild prägten. Ihr Vater wurde schwer
krank, als sie noch jung war, und starb, als sie kaum über zwanzig
war. Kristina wollte eigentlich Tierärztin werden. Doch mit 18
fehlte ihr noch der Mut, für das Studium nach Wien zu ziehen. Also
entschied sie sich für das Lehramt – weil sie Kinder mochte, sich
nach Selbstständigkeit sehnte und aus praktischen Gründen, wie sie
selbst sagt. Es war kein geradliniger Weg denn sie wartete zehn
Jahre lang auf eine fixe Anstellung. In der Zeit jobbte sie, machte
eine technische Ausbildung, arbeitete in einem Architekturbüro in
Graz und Wien. Diesmal genoss sie die Zeit in Wien sehr. Das Leben
nahm eine Wendung als sie Mutter wurde und sie in den Lehrerberuf
zurückkehrte. Als Lehrerin fand Kristina ihre Berufung – in kleinen
Schulen am Land, im Team mit engagierten Kolleginnen, in Klassen,
die Inklusion lebten, lange bevor das Wort modern wurde. „Wir haben
so viel voneinander gelernt“, sagt sie über diese Zeit. Offenheit,
Empathie und ein klarer, ehrlicher Umgang mit Menschen zeichnen
Kristinas Wirken aus. Nach einer Trennung fand sie sich als
berufstätige Mutter mit zwei kleinen Söhnen wieder. Sie trug viel
Last mit sich und irgendwann war sie zu erschöpft und leer. Eine
Erschöpfungsdepression riss sie aus dem Alltag. „Ich konnte nicht
mehr – gar nichts ging mehr“, erzählt sie. Mit therapeutischer
Begleitung, viel Geduld und der stillen Unterstützung ihres
späteren Mannes fand sie zurück in die Kraft. Geholfen haben ihr
Bewegung, Natur, kleine Schritte – und der Glaube, dass es besser
wird. Wenige Jahre später übernahm sie die Leitung der Volksschule
in St. Radegund – jenem Ort, in dem sie lebt. „Vor zehn Jahren
hätte ich mir das nicht zugetraut“, sagt sie. Heute leitet sie ein
Team von sechs Lehrer:innen, kennt jedes Kind beim Namen und jede
Familie im Ort. Sie weiß, was es heißt, in einer kleinen Gemeinde
gleichzeitig Privatperson und öffentliche Figur zu sein. Und sie
hat gelernt, damit gelassen umzugehen: „Die Leute reden sowieso.
Wichtig ist, dass man sein Leben trotzdem so lebt, wie man es leben
möchte.“ Im Jahr 2024 wurde sie und die ganze Gemeinde auf die
Probe gestellt: Ein schweres Unwetter löste einen Hangrutsch aus –
das Schulgebäude wurde über Nacht unbenutzbar und musste innerhalb
weniger Tage abgerissen werden. Innerhalb kürzester Zeit
organisierte Kristina gemeinsam mit Bürgermeister, Team und Eltern
eine komplette Neuaufstellung: Zuerst fand der Unterricht in Räumen
der Feuerwehr, Pfarre und Gemeinde statt, später wurden Container
aufgestellt. Der Unterricht wurde improvisiert und Gemeinschaft neu
erfunden. „Es war reines Krisenmanagement, aber auch eine
unglaublich verbindende Zeit“, sagt sie. Heute steht sie schon fast
am Ende ihrer aktiven Schulkarriere, kurz vor der Pension, und
blickt mit Dankbarkeit zurück – aber auch mit Neugier nach vorn.
Sie möchte reisen, wandern, wieder mehr draußen sein. „Ich freue
mich darauf, das Leben in einem ruhigeren Tempo zu spüren – aber
nie stillzustehen.“ denn „das Leben ist ein Wandel“.
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30.09.2025
58 Minuten
Michaela Sapetschnig ist in einem kleinen Dorf außerhalb von
Villach aufgewachsen – in Unterschütt, in einfachen Verhältnissen.
„Wir hatten nicht viel, aber es war immer total schön und
unbeschwert“, erinnert sie sich. Früh spürte sie, dass sie Dinge
nicht einfach hinnehmen wollte. Schon als Schülerin stand sie auf,
wenn jemand unfair behandelt wurde. „Ich habe mich dafür eingesetzt
und durchaus auch in die erste Reihe gestellt – das ist nicht immer
goutiert worden“, sagt sie. Doch sie lernte: Es lohnt sich, Haltung
zu zeigen. Tiere, Tierärztin, Zoo – das war der erste Traum. Doch
der Weg führte anderswohin. Nach der Handelsakademie in Villach
begann sie direkt zu arbeiten. Ferialjobs bei der Kelag – dem
Unternehmen, in dem ihr Vater inzwischen tätig war – brachten sie
erstmals in Kontakt mit der Welt der Energie. Ein Projektangebot
ließ sie bleiben. Parallel dazu studierte sie Betriebswirtschaft in
Klagenfurt – Vollzeit arbeiten, nebenbei studieren: ein Muster, das
sich durch ihr Leben zieht. Heute ist Michaela
Konzernpersonalleiterin bei der Kelag – mit Verantwortung für über
80 Mitarbeitende, Lehrlinge und Trainees sowie für den
Ausbildungscampus und das Facility Service. Michaela brennt für
Chancengleichheit und Diversität. Sie hat vier Säulen definiert,
auf die sich die Kelag heute stützt: Geschlecht, Alter,
Beeinträchtigung und Cross Culture. „Diversität ist kein Slogan,
sondern ein echter Wettbewerbsvorteil“, sagt sie. Besonders wichtig
ist ihr, Frauen sichtbar zu machen und zu fördern. Unter dem Claim
„Fempowerment“ bündelte sie 2024 alle Maßnahmen zur
Frauenentwicklung. Und auch bei der Vereinbarkeit von Beruf und
Familie setzt sie neue Standards. „Führen in Teilzeit ist eine
Herausforderung, aber es geht“, erklärt sie. „Wir würden das
Potenzial großartiger Frauen liegen lassen, wenn wir sagen würden:
Führung nur in Vollzeit.“ Auch das Recruiting hat sich verändert.
Während vor fünf Jahren der Auswahlprozess für Lehrlinge noch drei
Monate dauerte, sind es heute acht bis neun. Im Gespräch gibt
Michaela Einblick, worauf sie bei Bewerbungen achtet („Die
Einstellung ist wichtiger als die Qualifikation“). Michaela hat als
Ziel Veränderungsbereitschaft im Unternehmen zu verankern.
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sieht sie dabei als
Chance, nicht als Bedrohung. Gleichzeitig achtet sie darauf, dass
Entscheidungen weiterhin von Menschen getroffen werden. Privat ist
Michaela eine Macherin. „Ich bin eher rastlos, muss mich immer
bewegen und beweg gern Dinge“, erzählt sie. Auch handwerklich packt
sie an – zuletzt hat sie zuhause geschliffen, gespachtelt und neu
übermalt. Ihre Kraft holt sie sich aus Begegnungen mit Menschen,
aus Netzwerken und lebenslangem Lernen. Michaelas Lebensmotto
lautet „Gib niemals auf.“ Und ihrem jüngeren Ich würde sie: „Bleib
dort stur, wo es Sinn macht – und gib dort nach, wo es sein soll.“
ausrichten. Dem können wir nur beipflichten.
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31.08.2025
1 Stunde 1 Minute
Zala Pusniks Lebensgeschichte beginnt in Slowenien – damals noch
Jugoslawien – dort kam sie einen Monat zu früh auf die Welt. Schon
dieses erste „zu früh dran sein“ war bedeutend: nicht abwarten,
sondern ins Leben hineinspringen. Ihre Kindheit war geprägt von
einem Vater, der Alkoholiker war - ihr Zuhause war oft angespannt
und ungemütlich. Zala spürte früh: Wenn meine Seele überleben will,
muss ich hinaus in die Welt. Schon mit 15 Jahren verließ sie ihre
Familie und zog nach Klagenfurt um eine Modeschule zu besuchen.
Dort erlebte sie nicht nur den Kulturschock zwischen slowenischer
und österreichischer Jugendkultur, sondern auch, wie es ist, als
„Ausländerin zweiter Klasse“ betrachtet zu werden. Während ihre
Mitschüler:innen über Markenklamotten und Musikstile debattierten,
war sie für viele eine „Jugo“ – fremd, anders, ein Alien. Zala ließ
sich nicht unterkriegen. Sie lernte Deutsch, besuchte zusätzlich
Sprachkurse an der Universität als außerordentliche Hörerin und
fand so ihren eigenen Weg hinein in ein neues Leben. Ihr offenes,
neugieriges Wesen half ihr dabei, Brücken zu bauen – auch wenn sie
immer ein Stück weit „anders“ blieb. Ihre erste Leidenschaft galt
der Mode und dem Theater. Sie wollte Bühnenbilder entwerfen,
Kostüme gestalten, Kunst schaffen. Ein Jahr in Spanien brachte
jedoch eine überraschende Wendung: Sie hatte plötzlich Visionen von
Familie und Kindern, die ihr bisher fernlagen. Zurück in Klagenfurt
entschied sie sich, zu bleiben – und schon bald wurde sie Mutter.
Die Geburt ihres ersten Kindes wurde zum Schlüsselerlebnis: „Das
war die Initialzündung. Ich wusste sofort: Das ist mein Weg.“ So
fand Zala zu ihrer eigentlichen Berufung: Sie begann die Ausbildung
zur Hebamme, obwohl ihre Kinder damals noch klein waren. Mit großer
Entschlossenheit und der Unterstützung einer Kinderbetreuerin
schloss sie die Akademie ab. Über zwei Jahrzehnte hinweg arbeitete
sie als Hausgeburtshebamme – eine Aufgabe, die absolute Präsenz,
Flexibilität und Stärke erfordert. Rund 30 bis 35 Geburten pro Jahr
begleitete sie, oft nach langen Fahrten durch ganz Kärnten. Ihre
erste Geburt betreute sie noch unfreiwillig allein, die zweite dann
bereits mit voller Überzeugung: Das ist es, wofür ich da bin. Zala
war immer mehr als „nur“ Hebamme. Sie beschreibt sich selbst als
„Reflektorin“ – ein Typ im Human Design, der nur ein Prozent der
Menschen ausmacht. Sie besitzt die Fähigkeit, in anderen Menschen
sehr schnell Licht- und Schattenseiten zu erkennen und ihnen ihr
höchstes Potenzial zurückzuspiegeln. Diese Gabe, die in ihrer
schwierigen Kindheit geschärft wurde, ließ sie Frauen nicht nur
körperlich, sondern auch seelisch in ihren Geburtsprozessen
begleiten. Für Zala war jede Geburt nicht nur die Ankunft eines
Kindes, sondern vor allem die Transformation einer Frau. Nach 20
Jahren spürt sie jedoch, dass die klassische Geburtshilfe für sie
zu eng geworden war. „Geburt ist nur ein Abschnitt – mich
interessiert der ganze Prozess des Wachsens und Werdens“, sagt sie.
Heute begleitet sie Menschen als „Raumhalterin für Transformation“.
Mit Ausbildungen in Atem- und Reinkarnationstherapie erweitert sie
ihren Wirkungsbereich: Sie unterstützt Frauen und Männer in Zeiten
des Übergangs – von der Jugend bis in die Perimenopause, von
beruflichen Neuanfängen bis zu tiefen persönlichen Krisen. Ihr Ziel
ist es, Menschen zu helfen, den inneren Muskel des „Ich bin gut
genug“ zu stärken. Auch ihre Stimme hat Zala mittlerweile
erweitert: Mit dem „Wonderworks Podcast“, den sie 2023 gestartet
hat, teilt sie Geschichten von Frauen, die sie in ihrem Alltag
begleiten. Verletzliche, ehrliche, inspirierende Erzählungen, die
Mut machen und zeigen, dass Transformation in jedem Lebensabschnitt
möglich ist. Von Slowenien nach Kärnten, von der Modeschule zur
Hebamme, von der Geburtsbegleiterin zur Raumhalterin – Zalas zeigt,
dass Mut und Vertrauen ins Leben Türen öffnen, die man sich selbst
kaum hätte vorstellen können. Oder, wie sie selbst sagt: „Wunder
wirken.“
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Über diesen Podcast
Ein Podcast von Frauen über Frauen, die für das Land leben und
lustvoll ihre Perspektiven erweitern. Übers Land, Thesen, Krisen,
Lebensmodelle bis hin zu Zukunftsvisionen und Strategien.
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