Trump, Tech-Bros und Kapernbeeren: Das Manifest des Nicht-Nachdenkens
Ich hatte die totale Blockade. Zu viele Ideen und dann wieder
keine. Ich habe es mit Spazierengehen probiert und prokrastinieren,
ich habe sogar das obligatorische Glas Babyblut getrunken – nichts
hat geholfen. Also habe ich mich für die radikalste Lösung
20 Minuten
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Ein Late Night Comedy Podcast. Gesellschaft, Politik, Klima, Alltag satirisch betrachtet, mit viel schwarzem Humor.
Je dunkler die Nacht, umso dunkler der Humor.
Beschreibung
vor 3 Wochen
Ich hatte die totale Blockade. Zu viele Ideen und dann wieder
keine. Ich habe es mit Spazierengehen probiert und
prokrastinieren, ich habe sogar das obligatorische Glas Babyblut
getrunken – nichts hat geholfen. Also habe ich mich für die
radikalste Lösung entschieden: Das Skript
weglassen. In dieser Folge geht es nämlich genau darum:
Das Denken einfach mal sein lassen und stattdessen ins Tun
kommen. Ein Konzept, das momentan erschreckend gut zu
funktionieren scheint.
Das Erfolgsrezept: Erst handeln, dann (vielleicht) ignorieren
Wenn man sich auf der Welt umsieht, scheint „Nicht-Nachdenken“
das neue Gold der Erfolgreichen zu sein. Man muss einfach nur
handeln, völlig egal, wie absurd oder erratisch das Ganze wirkt.
Wenn dabei Fehler passieren oder – ups – Menschen zu Schaden
kommen, kann man es hinterher immer noch verneinen oder eine
alternative Version der Wahrheit erfinden.
Schauen wir uns das Paradebeispiel an: Donald
Trump. Er hat das Prinzip perfektioniert. Er handelt
einfach, er tut und tut, und plötzlich ist er der „beste
Präsident aller Zeiten“, beendet 250.000 Kriege und bekommt den
Friedenspreis der FIFA (der natürlich viel mehr wert ist als der
von den Nobel-Leuten). Die Konsequenzen? Völlig egal. Und er ist
nicht allein. Die Tech-Bros aus dem Silicon Valley machen es vor:
Mark Zuckerberg klaut ein bisschen Code,
Elon Musk vermarktet sich als der Macher des
Universums – und am Ende zählt nur das Ergebnis, nicht der
moralische Ballast im Vorfeld.
Konsum ohne Reue: Von Kapernbeeren und Krediten
Aber man muss gar nicht so hoch greifen. Das Prinzip lässt sich
wunderbar auf unseren täglichen Einkauf übertragen. Den Konsum,
der unser System am Laufen hält.
Warum über Nachhaltigkeit oder Kinderarbeit recherchieren, wenn
man auch einfach kaufen kann? Unser System liebt das Tun, vor
allem das Einkaufen. Wenn du Lust auf eine Kapernbeere hast, dann
steh auf und hol sie dir aus dem Kühlschrank. Wer nur auf dem
Sofa sitzt und über Kapern nachdenkt, wird niemals satt.
Das gilt für alles: Geh ins Geschäft, kauf alles, was du siehst,
und wenn das Geld nicht reicht, nimm einen Kredit auf. Die
Schulden können ja deine Kinder bezahlen – oder du gehst zur Not
ins Gefängnis. Aber hey, zumindest hast du was getan! Nachdenken
verursacht am Ende eh nur eines: Angst. Und
Angst hindert dich daran, dein Leben zu leben.
Kreativität aus dem Chaos
Natürlich gibt es Ausnahmen. Ich würde jetzt nicht unbedingt
empfehlen, ohne Ausbildung am offenen Herzen zu operieren oder
Hochspannungsleitungen zu reparieren, nur weil man gerade „im
Flow“ ist. Aber im kreativen Bereich ist das Handeln ohne Plan
oft die einzige Rettung. Diese Podcast-Folge ist der lebende
Beweis. Keine Wiederholungen, kein Abschweifen zu einem anderen
Thema, wie gleiches Recht für alle, über das ich ewig lang reden
könnte, aber nicht tue, keine Wiederholungen, aber ich bin im
Tun.
Die Wahrscheinlichkeit, dass das, was man ohne Plan tut, erst
einmal „Scheiße“ ist, liegt bei etwa 99 %. Aber das ist egal. Es
geht nicht ums Ergebnis, sondern um den Prozess. Je öfter man es
macht, desto besser wird es – theoretisch zumindest. Also: Hör
auf zu grübeln, fang an zu handeln. Und fang am besten damit an,
diesen Podcast zu abonnieren. Ganz ohne nachzudenken.
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