Ein Prozent Hoffnung? | Von Janine Beicht
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vor 1 Monat
Was Katherina Reiches Jahreswirtschaftsbericht
verschweigt
Neuverschuldung ersetzt Reformen und kaschiert
strukturelle Schwächen. Was als Stabilität gilt, entpuppt sich
als politisch organisierter Stillstand.
Ein Kommentar von Janine Beicht.
Deutschland wächst, so lautet die offizielle Erzählung. Ein
Prozent, sagt die Bundesregierung. Ein Prozent nach Jahren der
Stagnation, nach zwei Rezessionsjahren, nach einer Phase, in der
industrielle Substanz, Investitionsbereitschaft und
internationale Wettbewerbsfähigkeit systematisch erodiert sind.
Dieses Prozent wird nun als Beleg für eine Trendwende verkauft.
Tatsächlich ist es nichts weiter als ein statistisches Aufbäumen,
erkauft mit Schulden, erkünstelt durch staatliche Ausgaben und
politisch aufgeladen, um Handlungsfähigkeit zu simulieren, wo
strukturelles Versagen fortbesteht.
Die Rezessionsjahre: Fundament des
Scheiterns
In den Jahren 2023 und 2024 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt
um 0,9 beziehungsweise 0,5 Prozentpunkte, eine Periode
anhaltender Kontraktion, die von der Ampel-Regierung unter Olaf
Scholz und Robert Habeck durch manipulierte Statistiken kaschiert
wurde. (1) Das Statistische Bundesamt verkündete zunächst zu
niedrige Schrumpfungsraten, um die Regierung günstiger dastehen
zu lassen, und korrigierte die Zahlen erst nach der Abwahl nach
unten. (2) Für 2025 ergab sich ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent,
knapp am dritten Rezessionsjahr vorbei, doch Deutschland hinkte
anderen Industrienationen weit hinterher. (1)
Die Industriebranchen versanken in der Krise, Exporte in die USA
brachen um fast zehn Prozent ein aufgrund höherer Zölle (3), und
die Inflationsrate betrug im Jahresdurchschnitt 2,2 Prozent. Die
schwache Industriekonjunktur verursachte massiven Stellenabbau in
Konzernen, während die Deindustrialisierung voranschritt, mit
Verlagerungen von Produktionen ins Ausland und Deinvestitionen
hierzulande. Besonders Führungskräfte im mittleren Management
wurden in ungewöhnlichem Ausmaß entlassen.
Trotz enormer Staatsausgaben verpufften die Effekte, da
strukturelle Defizite wie hohe Energiepreise, überbordende
Bürokratie und sinkende Wettbewerbsfähigkeit ignoriert wurden.
Habecks Prognosen mussten ständig nach unten angepasst werden,
ein Erbe, das nahtlos übernommen wurde. Die Energiepolitik,
fixiert auf Erneuerbare, überging die Zerstörung der
Kernkraftwerke (4) und schob hohe Kosten auf externe Faktoren wie
Putin und Trump ab, statt eigene Fehler einzugestehen.
Die Prognose für 2026: Ein Trugbild aus Schulden
Die schwarzrote Koalition unter Friedrich Merz hat die
Wachstumsprognose für 2026 auf 1,0 Prozent gesenkt. In einer
Pressekonferenz am Mittwoch, den 28. Januar 2026, stellte die
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche,
den Jahreswirtschaftsbericht vor, in dem der neue Wert nach einer
ursprünglichen Schätzung von 1,3 Prozent präsentiert wurde.
„Für 2026 zeichnet sich eine konjunkturelle Erholung ab. Wir
erwarten in diesem Jahr ein Wachstum von rund 1% […] Das ist etwas
niedriger, als wir in der Herbstprojektion angenommen haben. Damals
waren wir von Wachstumsraten von 1,3 % ausgegangen. Hintergrund für
die etwas vorsichtige Einschätzung ist die Tatsache, dass ich die
erwarteten Impulse aus den Wirtschaft- und finanzpolitischen
Maßnahmen nicht ganz so schnell und nicht in dem Ausmaß realisiert
hatten, wie wir das angenommen haben.“ Katherina Reiche (5)
Dieses magere Prozent basiert jedoch nicht auf echter Stärke,
sondern auf Pumpwachstum durch staatliche Maßnahmen. Für 2027
werden 1,4 Prozent erwartet, doch historische Muster deuten auf
weitere Korrekturen hin. Die Wirtschaftsweisen prognostizierten
0,9 Prozent (6), und selbst das wirkt übertrieben. Die Erholung
im zweiten Halbjahr 2025 blieb schwächer als geplant, was den
Jahresstart belastete. Die binnenwirtschaftliche Dynamik steigt
durch Konsumausgaben und Investitionen, aber ohne
Produktivitätsgewinne bleibt sie hohl.
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