Trumps Öl-Traum zerschellt | Von Rainer Rupp
12 Minuten
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 1 Woche
Trumps venezolanischer Öl-Traum zerschellt an
Realität
Ein Kommentar von Rainer Rupp.
BIG-US-OIL werde in Venezuela investieren und alles zum Besten
wenden, prahlte Trump auf „sozialen“ Medien vor seinem Treffen
mit rund 20 Top-Managern der US-Energiewirtschaft am vergangenen
Wochenende. Doch die schütteten einen Eimer mit kaltem Wasser
über seinen Fiebertraum von einer Öl-Bonanza.
Wir haben uns inzwischen an Donald Trumps Gigantismus gewöhnt.
Alles, wirklich alles, was er macht - selbst sein Toilettengang -
sind entweder gigantisch, einmalig auf der Welt oder „super
duper“. Mit diesen Attributen prahlt er auch über seinen jüngsten
verbrecherischen Überfall auf ein anderes Land. Mit dem
„einzigartig toll“ ausgeführten US-Raubmord in Venezuela –
immerhin wurden an die 100 Menschen, darunter viele Zivilisten
bei dem US-Überfall auf Caracas getötet – wollte Trump die
größten Ölvorkommen der Welt in den Besitz der USA überführen und
sich zugleich als Chefverwalter über diesen märchenhaften
Reichtum einsetzen. Er schwelgte bereits in der Vorstellung, dass
er mit Venezuelas Öl nun die Kontrolle über mehr Ölreserven als
Saudi-Arabien und Russland zusammen hatte und natürlich weit mehr
als China.
Zur Verwirklichung seiner megalomanen Fantasie mussten aber erst
wieder die venezolanischen Öl-Quellen zum Sprudeln gebracht
werden. Für Trump kein Problem. Dank seines unglaublich schlauen
Kopfs entwarf er im Handumdrehen ein Hundert Milliarden-Dollar
Investitionsprogramm, das er letztes Wochenende erwartungsfroh
den Chefs der US-Ölindustrie vorstellte, die er im Weißen Haus
zusammengetrommelt hatte. Das war der Moment, wo das Trugbild
seiner größenwahnsinnigen Fantasie mit der Realität
zusammenstieß.
Denn die BIG-OIL-Bosse machten Trump klar, dass Venezuelas
Reserven in geographisch unzugänglichen Dschungelgebieten liegen
und das teerartige Öl chemisch verdünnt und aufwendig
transportiert werden muss. Personalmangel, Lebensgefahr durch
anti-US-Milizen und Entführungsbanden sowie fehlende juristische
Investitionssicherheit machen daher eine umfassende Ausbeutung
unrealistisch. Dazu mehr Details weiter unten im Text.
Nur wenige Tage nach der brutalen, unprovozierten,
völkerrechtswidrigen militärischen US-Intervention in Venezuela
hatte Präsident Trump seine grandiose Vision auf die Bildschirme
der US-Fernseher gemalt. Seine kühne Verheißung: Mindestens 100
Milliarden Dollar frisches US-Kapital werden die weltgrößten,
nachgewiesenen Ölvorkommen im Orinoco-Gürtel zum Sprudeln
bringen; natürlich unter seiner Oberaufsicht zum Wohl der
amerikanischen und der venezolanischen Bevölkerung. Das muss man
Trump glauben, schließlich hatte er als New Yorker Baulöwe, als
er seine ersten Dollar-Milliarden machte mit seinen
Billigwohnungen immer das Wohl der ärmeren Teile der Bevölkerung
im Sinn gehabt. Zumindest glaubt er selbst daran.
Im Übrigen unterstrich er in seinen öffentlichen Reden die
absolute Notwendigkeit seiner Militärintervention, denn nur so
habe er Venezuela vor China und Russland retten können, die sich
sonst die fette Beute selbst geschnappt hätten. Aber nun sei das
Baby in trockenen Tüchern und BIG-US-OIL werde mit 100 Milliarden
Dollar Investitionen alles zum Besten wenden.
Doch die Realität hat die unangenehme Angewohnheit, Luftschlösser
zum Einsturz zu bringen. Bei dem von der Öffentlichkeit
abgeschirmtem Treffen am vergangenen Wochenende hatten die rund
20 eingeladenen Top-Manager der größten US-Energieunternehmen
einen ernüchternden Eimer kalten Wassers für Trumps Fiebertraum
parat. Statt sofort Schecks zu unterschreiben, zeigten die
Ölbarone höflich, aber bestimmt starke Skepsis gegen Trumps
Pläne. Ihre Einwände summierten sich zu einer langen Liste von
Problemen und Risiken, darunter Zeitpläne über Jahrzehnte und
schiere Unrentabilität von Investitionen bei aktuellen Ölpreisen
von etwa 56–60 Dollar pro Barrel.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Weitere Episoden
8 Minuten
vor 1 Tag
16 Minuten
vor 2 Tagen
23 Minuten
vor 3 Tagen
12 Minuten
vor 4 Tagen
8 Minuten
vor 5 Tagen
In Podcasts werben
Abonnenten
göhrde
Göppingen
Würzburg
Rostock
Vlotho
Buxtehude
Wehr
R_M: Bisch
Kommentare (0)