Religion heißt Unterbrechung

Religion heißt Unterbrechung

Religion heißt Unterbrechung
3 Minuten

Beschreibung

vor 1 Woche
In den letzten Tagen habe ich mich manchmal dabei erlebt, ganz
lange am Fenster zu stehen und dem Schnee zuzuschauen und dem wie
verzaubert wirkenden Städtchen.Eine dicke weiße Decke liegt über
dem Land und macht alles heller, weicher und sehr viel leiser. Hier
in Nordrheinwestfalen sind noch zwei Tage Ferien und das verstärkt
dieses wunderbare Gefühl noch einmal. Nur die Ski- und Rodelhänge
sind voll und laut und trubelig und voller sehr vergnügter Kinder,
Jugendlicher und Familien, die den Schnee und seine Schönheiten
genießen. Und dann sind da die Mitarbeiter des Winterdienstes der
Städte und Kreise, die unentwegt unterwegs sind und die Straßen vom
Schnee und Eis räumen und versuchen, dass die Einwohner sicher zur
Arbeit kommen und unterwegs sein können. Und wir denken
manchmal: Ach, die Armen, müssen ganze Nächte durcharbeiten, damit
die Straßen frei sein können. Seit einem Interview mit einem jungen
Mitarbeiter denke ich das nicht mehr. Er hat mit einer solchen
Begeisterung von seiner Arbeit erzählt und dass es genau sein Ding
ist, das zu tun und anderen quasi die Wege freizumachen. Da
denke ich dann, dass das vielleicht eine gute Idee für dieses neue
und noch ganz junge Jahr ist: zu schauen, was ist denn an dem, was
ich so jeden Tag zu tun habe, genau mein Ding und was kann ich mit
Begeisterung tun. An jeder Arbeitsstelle und in jedem Tagewerk
außerhalb oder zuhause gibt es Dinge, die man mag und Dinge, die
man nicht mag. Dann ist es eine gute Idee, dass was man mag mit
Begeisterung zu tun und dann gehen die anderen Dinge tatsächlich
auch leichter. Und dann, wie ich in den letzten Tagen, immer
mal am Fenster stehenbleiben und rausschauen und durchatmen und
mich freuen und die Stille draußen genießen, die auch der Stille in
meinem Inneren guttut. Religion heißt Unterbrechung, hat ein
kluger Mensch mal gesagt. Das Rennen unterbrechen und die Arbeit
und das geschäftige Tun, nur für einen Augenblich. Damit sich ein
Fenster öffnet innen und außen für den, der diese Welt und mich
erschaffen hat und der will, dass wir in seiner Gegenwart leben.
Glücklich leben. 

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