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  4. Wie finanzieren wir Gesundheit? Sparen an den falschen Ecken | Laura zum aktuellen Stand
Eigentlich wollte Laura eine Rückblickfolge machen. Doch der
GKV-Spitzenverband hat ein 77-Seiten-Pamphlet aufgelegt und
deswegen spricht Laura über die Aufgaben, welche die
Bundesgesundheitsministerin und ihre Finanzkommission Gesundheit
in 2026 mitnimmt.

Zuerst gibt’s aber noch ein paar Neuigkeiten aus dem System:

Wenn Patient:innen den Rettungsdienst alarmieren, müssen sie
einen Eigenanteil zahlen, wenn sie einen Krankenwagen brauchen.
Findet keiner cool, aber keiner will’s sonst zahlen.

Jeder vierte junge Mensch fühlt sich psychisch belastet, das hat
Quentin Gärtner auch schonmal betont. Die Pandemie hat bei vielen
Kindern und Jugendlichen psychische Beeinträchtigungen
hinterlassen, gleichzeitig finden sie jetzt keinen Therapieplatz.

Therapeutische Wundprodukte fallen jetzt auch wieder aus der
Erstattung.

Auch beim Thema Impfempfehlungen herrscht die Bürokratie vor.
Jede Schutzimpfungsrichtlinie muss erst durch den Gemeinsamen
Bundesausschuss freigegeben werden und dann gibt es noch
Verhandlungen auf Bundesebene. Die Impfung gegen Meningokokken B
wird auch noch nicht von der GKV übernommen.

Die Kassen haben derweil eine Digitalisierungsstrategie
vorgelegt, diese wollen jetzt die Patient:innen steuern. Damit
ist auch die Sicherstellung verbunden – dann gibt Laura ihre
Kassenzulassung zurück. Es ist grotesk, dass der
GKV-Spitzenverband sich als freundliche Versorgungshilfe
inszeniert.

Wenn wir langfristig die Kosten senken wollen im
Gesundheitssystem, dann müssen wir auf Prävention setzen, doch
die Politik unternimmt zu wenig.

Ohne Mut zur Strukturreform wird’s nicht gehen. Sonst könnten
Beiträge zur Krankenversicherung bald die Rente übersteigen.

Kommen wir zurück zu den vorgestellten Maßnahmen des
GKV-Spitzenverbands.

Ein Irrsinn ist ein Fahr- und Notdienst gleichzeitig zu den
Öffnungszeiten der Praxen. Auch Telemedizin soll 24h pro Tag
erreichbar sein.

Zunächst gab es eine Kommission Pflege, die Politik scheint zu
hoffen, dass diese Kommissionen ihre Arbeit machen. Sogar die
Kassen sind davon überzeugt.

Die SPD will den Eigenanteil deckeln, die Union hält das nicht
für finanzierbar, die CDU will eine private Zusatzversicherung,
das hält die SPD für unsolidarisch.

Warken hofft auf mehr Facharzttermine durch Ergebnisse der
Expertenkommission, in der übrigens niemand aus der ambulanten
Medizin drinsitzt. Jetzt ist auch mal aufgefallen, dass 13% der
Termine im fachärztlichen Versorgungsbereich ohne Bezahlung
stattfinden.

Die Schuld wird sich mal wieder hin- und hergeschoben von den
Parteien.

Stabile Beitragssätze sind 2026 kaum zu halten laut GKV
Spitzenverband. Der Vermittlungsausschuss hat aber keine Einigung
erzielt.

Auch der Pharmasektor bleibt ein Problem, wir geben mehr für
Medikamente aus als für die gesamte ambulante, ärztliche
Versorgung. Die Pharma-Industrie soll ihren Beitrag leisten, das
will aber die SPD nicht – in Rheinland-Pfalz sind halt nächstes
Jahr Wahlen.

Es wird also heiß diskutiert, ob die Pharma-Branche mitwirken
soll oder nicht.

Die Krankenkassen wollen, dass Heil- und Hilfsmittel nur noch per
Festbetrag erstattet werden sollen und die Verpflichtung zur
hausarztzentrierten Versorgung beenden. Doch die sorgt für viel
bessere Versorgung.

Laura ist davon überzeugt, dass die Zukunft der Versorgung in
einem Primärarztsystem liegt, dafür brauchen wir Physician
Assistants und Primary Care Manager.

Zum Schluss gibt es noch ein wichtiges Thema: Herr Streeck,
eigentlich Drogenbeauftragter der Bundesregierung, hat sich zur
Medizin am Lebensende geäußert. Das war das falsche Medium, ABER:
Wir müssen uns darum kümmern.

Es gibt keine Regelung über Medizin am Lebensende, gleichzeitig
gibt es Menschen, die möchten ihr Leben vorzeitig beenden. Und
wir werden als Solidargemeinschaft nicht mehr in der Lage sein,
alle Behandlungen zu bezahlen. Wenn die Wahrscheinlichkeit zu
sterben größer ist als zu genesen, müssen Wünsche, Würde und
Frieden der Patient:innen im Vordergrund stehen.

Es gibt sehr teure Chemotherapien, die das Leben um 3-6 Monate
verlängern, gleichzeitig gibt es kein Geld für Psychotherapie für
Kinder und Jugendliche.

Wir brauchen eine ehrliche Debatte mit einer ethischen
Grundhaltung.

Für uns alle ist es eine Aufgabe, sich dieser Diskussion mit
unseren Familien und Freunden zu widmen.

Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790

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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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