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Neulich habe ich mit einer guten Freundin telefoniert. Manchmal
reden wir über "Gott und die Welt", manchmal nur über den Alltag.
Dieses Mal aber hörte ich schon an ihrer Stimme, dass etwas schwer
auf ihr lag. Und dann erzählte sie mir: Ihre Tochter hatte zum
zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit eine Fehlgeburt erlitten. Ein
großer Schmerz, eine stille Trauer, die kaum jemand sieht. Und als
wäre das nicht genug, musste ihr Schwiegersohn – schon zum zweiten
Mal in zwei Wochen – wieder ins Krankenhaus. Ein
Bandscheibenvorfall, erneut operiert, wieder Hoffnungen, die sich
zerschlagen haben. Und dann sagte sie so passend: Der November gibt
sich gerade richtig Mühe bei mir.Ja, dachte ich, das sind diese
kleinen Tode, die wir im Leben immer wieder sterben. Es sind nicht
nur die großen Abschiede, die uns an den Rand bringen. Auch die
enttäuschten Erwartungen, die zerplatzten Wünsche, das Scheitern,
die Krankheit – all das fühlt sich manchmal an wie ein "Sterben im
Kleinen".Der November eignet sich seltsamerweise, uns auch daran zu
erinnern. Er ist der Monat der Verstorbenen, aber er ist auch der
Monat, in dem uns bewusst wird, dass wir im Alltag immer wieder
loslassen müssen. Wir trauern um Möglichkeiten, die es nicht geben
wird. Wir verabschieden uns von Plänen, die nicht aufgehen. Wir
tragen Wunden, die nicht sichtbar sind.Und doch bleibt es in diesem
Monat nicht beim Tod stehen. Denn mitten hinein in all diese
Erfahrungen ruft Jesus uns zu: "Ich bin bei euch alle Tage, bis ans
Ende der Welt." Und: "Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn
er gestorben ist."Diese Worte tragen nicht nur am Grab. Sie tragen
auch an Tagen, an denen wir innerlich müde sind. Sie erinnern uns
daran, dass jedes kleine Sterben im Alltag nicht das Ende ist. Dass
Gott aus dem, was zerbricht, behutsam wieder Leben wachsen lassen
kann. Und dass wir – trotz allem – weitergehen können.Und
vielleicht erinnert auch uns dieser November daran, dass Gott uns
durch diese kleinen und großen Tode hindurch begleitet – liebevoll,
geduldig und verlässlich.
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„"Ich bin bei euch"“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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