#731 Gute Entscheidung – Schlechte Entscheidung: Über Strategie, Erfahrung und Zufall in der Strafverteidigung

#731 Gute Entscheidung – Schlechte Entscheidung: Über Strategie, Erfahrung und Zufall in der Strafverteidigung

30 % Glück, 30 % Psychologie, 30 % Kompetenz – 100 % Verantwortung
17 Minuten

Beschreibung

vor 5 Monaten
Wann ist eine Entscheidung im Strafverfahren „gut“ – und wann
„schlecht“? Im juristischen Alltag wird Qualität oft nach dem
Ergebnis bemessen: Freispruch = gute Verteidigung, Verurteilung =
schlechte Verteidigung. Doch so einfach ist es nicht. In dieser
Episode sprechen die Strafverteidiger Duri Bonin und Gregor Münch
über die Kunst des Entscheidens in unsicheren Verfahren – zwischen
Strategie, Risikoabwägung, Erfahrung und einer gehörigen Portion
Zufall. Die zentralen Themen dieser Folge: - Ergebnis ≠ Qualität:
Warum eine sorgfältige Verteidigungsstrategie auch bei einem
ungünstigen Urteil richtig sein kann und weshalb ein Freispruch
nicht automatisch gute Verteidigung bedeutet. - Entscheiden unter
Unsicherheit: Strafverfahren sind dynamisch und unvorhersehbar.
Anwält:innen müssen auf unvollständiger Informationsbasis handeln
und trotzdem Verantwortung übernehmen. - Angst vor
Fehlentscheidungen: Wie Paralyse aus Angst entsteht und warum eine
Nicht-Entscheidung oft die schlechteste Entscheidung ist. -
Strategie in der Strafverteidigung: Chancen-Risiko-Abwägung bei
Beweisanträgen, Zeug:innen und Explorationen – und warum Geduld
manchmal die bessere Taktik ist. - Poker-Analogie im Strafprozess:
Gregor zieht den Vergleich zur Pokerpartie – 30 % Glück, 30 %
Psychologie, 30 % Kompetenz. Auch in der Strafverteidigung sind
Ergebnisse nie vollständig kontrollierbar, sondern ein
Zusammenspiel aus Können, Taktik und Zufall. - Fehlerkultur: Warum
Offenheit gegenüber Fehlern Vertrauen stärkt und weshalb
Frustrationstoleranz für Strafverteidiger:innen zentral ist. -
Erfahrung als Schlüssel: Wieso Lebenserfahrung und
Perspektivenvielfalt (z. B. Arbeit bei Gericht oder
Staatsanwaltschaft) die Entscheidungsqualität erhöhen. -
Mandatsbeziehung: Entscheidungen werden nie allein gefällt – die
Verantwortung zwischen Anwalt und Klient, Vertrauen und
Einflussnahme. Wer Strafrecht, Strafprozessrecht und die Praxis der
Strafverteidigung verstehen will, erfährt in dieser Episode, wie
Entscheidungen entstehen und warum „gut“ oder „schlecht“ mehr mit
Haltung als mit dem Urteil zu tun hat. Bei einem Freispruchbier kam
die Idee auf, die Strafprozessordnung Artikel für Artikel zu
besprechen: Deshalb treffen sich [Duri
Bonin](https://www.duribonin.ch) und [Gregor
Münch](https://www.d32.ch/personen) freitags in den "Heiligen
Stunden" des 5-Uhr-Clubs und diskutieren einen Artikel der
Strafprozessordnung. Wann ist Aussageverweigerung sinnvoll? Warum
braucht es Teilnahmerechte? Wie läuft eine Einvernahme ab und wie
ist die Atmosphäre im Vernehmungszimmer? Wann finden die meisten
Verhaftungen statt? Diesen und weiteren Fragen gehen Duri und Gregi
in diesem Podcast nach. Die Podcasts "Auf dem Weg als Anwält:in"
sind unter https://www.duribonin.ch/podcast/ oder auf allen
üblichen Plattformen zu hören . Dort einfach nach 'Duri Bonin'
suchen und abonnieren.

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