Doppelt fremd: Russlanddeutsche. Kolonisten, Deportierte, Spätaussiedler

Doppelt fremd: Russlanddeutsche. Kolonisten, Deportierte, Spätaussiedler

Folge 5: Almut Finck im Gespräch mit Jannis Panagiotidis
52 Minuten

Beschreibung

vor 8 Monaten
eigenes Land, wertvolle Privilegien. Kein Militärdienst, keine
Steuern, Religionsfreiheit. Mit solch attraktiven Versprechen
lockte Zarin Katharina II. im 18. Jahrhundert arme Bauern aus den
deutschen Ländern in das expandierende Russische Reich. Die
deutschen Kolonisten siedelten vor allem an der Wolga und im
Schwarzmeergebiet, in der heutigen Ukraine. Lange Zeit genossen die
so genannten Russlanddeutschen autonome Rechte, erklärt im Podcast
der Historiker Jannis Panagiotidis. Später aber wurden sie verfolgt
und litten in besonderem Maße unter den Gewaltsystemen des 20.
Jahrhunderts. Viele von ihnen wurden gleich zweifach umgesiedelt
und deportiert, erst durch Hitler, dann durch Stalin, der sie nach
Sibirien verbannte. Im Zuge von Glasnost und Perestroika und
verstärkt nach dem Zerfall der Sowjetunion wanderten ab 1991
zweieinhalb Millionen Russlanddeutsche aus. In der ihnen fremden
Heimat ihrer Vorfahren erhielten sie als so genannte Volksdeutsche
mehr oder minder automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit. Das
sorgte und sorgt unter anderen MigrantInnen für Unmut. Die
Spätaussiedler blieben in der Bundesrepublik lange Zeit unter sich
und weitgehend unsichtbar, obwohl sie die größte MigrantInnengruppe
seit der Wiedervereinigung sind. Heute aber, so Panagiotidis,
beginnen junge, bereits in Deutschland geborene Russlanddeutsche,
sich auch öffentlich mit ihrer Geschichte und Kultur
auseinanderzusetzen.

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