Brückensprengung in Russland: Alles Terror oder was? | Von Paul Clemente

Brückensprengung in Russland: Alles Terror oder was? | Von Paul Clemente

11 Minuten

Beschreibung

vor 9 Monaten

Ein Kommentar von Paul Clemente.


Eine höchst bizarre Geschichte: Innerhalb weniger Stunden
stürzten drei Brücken in russischen Grenzregionen ein. Jeweils
infolge einer Sprengung. Das russische Ermittlerkomitee hatte
eine naheliegende Deutung parat: Terroristische Anschläge. Okay,
wäre nicht das erste mal, dass die Ukraine solche Bahn-Attentate
verübt. Schließlich will man russische Truppen- und
Waffentransporte ins Kriegsgebiet verhindern. Manch einer
spekulierte über den Zeitpunkt der Sprengungen: Das Ganze wirke
wie eine orchestrierte Sabotage der Istanbuler Friedensgespräche.
Die sind nämlich für heute, Montag, angesetzt. Tatsächlich stand
eine Zusage der Ukraine zum Zeitpunkt der Explosionen noch aus.
Aber dann kam alles ganz anders… Beginnen wir mit der Nacht zum
Sonntag. 


Die erste Katastrophe ereignete sich in der westrussischen Region
Brjansk. Entfernung von der ukrainischen Grenze: 80 Kilometer.
Das russische Bahn-Unternehmen meldete einen „illegalen Eingriff
in den Transportverkehr.“ Eine harmlose Formulierung, denn dort
wurde – angeblich - eine Autobahnbrücke hochgejagt. Die befand
sich direkt über den Bahngleisen. Ein Lastwagen stürzte herab,
ein Personenzug entgleiste. Alexander Bogomas,
Gouverneur der Region, schrieb auf Telegram: „Leider gibt es
Opfer. Die Brücke wurde gesprengt, während der Zug von Klimowo
nach Moskau mit 388 Passagieren an Bord die Stelle passierte."
Sieben Menschen starben, 69 wurden verletzt. Unter den Verletzten
befanden sich drei Kinder.


Wenige Stunden später kam es zum zweiten Einsturz einer Brücke.
Ort des Geschehens: Die russische Grenzregion Kursk. Alexander
Chinschtein, Gouverneur der Bezirks Schelesnogorsk, erklärte auf
Telegram: Die Brücke sei eingestürzt, „als eine Güterlokomotive
darüber fuhr". Ein Teil des Zugs „stürzte auf die Straße, die
sich unter der Brücke befand. Eine Diesellokomotive fing Feuer.“
Der am Bein verletzte Lokomotivführer und weiteres Zugpersonal
lägen im Krankenhaus. Tote gab es keine. Zur Erinnerung: Bereits
im vergangenen August hatte die ukrainische Armee eine Brücke in
Kursk zerstört. Damals jubelte deren Luftwaffenkommandeur Mykola
Oleschtschuk auf Telegram: „Eine weitere Brücke weniger. Die
Luftwaffe beraubt den Feind weiterhin mit präzisen Luftangriffen
seiner logistischen Fähigkeiten.“


Kurz nach Einsturz der zweiten Brücke bestätigte das russische
Ermittlungskomitee ebenfalls den Verdacht einer Sprengung. Laut
der Nachrichtenagentur RIA lautete die Einstufung:
Terroristischer Akt.   


Aber damit nicht genug. Dritter Tatort: Die ukrainische Region
Saporischschja, nahe der Siedlung Jakymiwka. Teilweise von Russen
kontrolliert, zählt diese Region zählt zu den wichtigsten
Verkehrsadern von Putins Armee. Dort sorgte eine weitere
Brückenexplosion für die Entgleisung eines russischen
Militärzuges. Außerdem ist damit eine wichtige logistische
Verbindung zur Krim unterbrochen. Laut der
Nachrichtenagentur Interfax kam das russische Ermittlungskomitee
erneut zum Resultat: Terrorakt...hier weiterlesen:
https://apolut.net/bruckensprengung-in-russland-alles-terror-oder-was-von-paul-clemente/


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