Lars Klingbeil – die graue Eminenz? | Von Uwe Froschauer

Lars Klingbeil – die graue Eminenz? | Von Uwe Froschauer

16 Minuten

Beschreibung

vor 10 Monaten

Ein Kommentar von Uwe Froschauer.


Der Niedersachse Lars Klingbeil steht fast an der Spitze seiner
möglichen politischen Laufbahn. Die SPD-Basis hat ihm grünes
Licht für die Positionen des Vizekanzlers und Finanzministers in
der neuen schwarz-roten Regierung gegeben. Die SPD-Mitglieder
haben mit einer Mehrheit von 84,6 Prozent für eine schwarz-rote
Koalition gestimmt – 2013 waren es nur 76 und 2018 nur 66
Prozent. Allerdings stimmten lediglich 56 Prozent der 358.000
SPD-Mitglieder ab.


Die SPD will mit Lars Klingbeil als Frontmann in die neue
Regierung einziehen. Lars Klingbeil wäre dann die Nummer 2 in der
Regierung. Das Präsidium der SPD gab Klingbeil überdies den
Auftrag, die sechs anderen Ministerinnen und Minister der SPD am
5. Mai 2025 in Absprache mit Generalsekretär Miersch,
Co-Parteichefin Saskia Esken sowie den SPD-Ministerpräsidentinnen
und -Ministerpräsidenten zu benennen. Dabei wolle die Partei „auf
Erfahrung, aber auch auf neue Gesichter und sichtbare Schritte zu
einem Generationswechsel in der SPD" setzen. Es werde ein
"starkes und kompetentes Regierungsteam".


Verteidigungsminister Boris Pistorius wird sein Amt ziemlich
sicher behalten, auch Entwicklungsministerin Svenja Schulze
könnte im Amt bleiben, Bärbel Bas könnte das Ressort Arbeit und
Soziales übernehmen, Sonja Eichwede Justiz und Verbraucherschutz,
und Verena Hubertz eventuell Umwelt und Klimaschutz. Die intern
und extern umstrittene SPD Co-Chefin Saskia Esken dürfte nach
meiner Einschätzung leer ausgehen. Am 5. Mai wird auch der
Koalitionsvertrag unterschrieben – zumal CSU und CDU dem
Koalitionsvertrag bereits zugestimmt haben. Einen Tag später wird
Friedrich Merz aller Voraussicht nach zum Bundeskanzler gewählt.


Die SPD hatte seit 138 Jahren mit 16 Prozent ihr schlechtestes
Ergebnis in einer Bundestagswahl eingefahren. Trotz der bitteren
Wahlniederlage am 23. Februar 2025 fuhr Klingbeil noch am
gleichen Abend in die Parteizentrale, dem Willy-Brandt-Haus in
Berlin, um sich den strategisch wichtigen Fraktionsvorsitz zu
sichern. Am 26. Februar 2025, drei Tage nach dem
Bundestagswahldebakel, wählten ihn die Sozialdemokraten mit 85,6
Prozent zu ihrem Fraktionschef. Dadurch wurde Klingbeil zum
Haupt-Ansprechpartner für den designierten Bundeskanzler
Friedrich Merz und führte die entscheidenden Gespräche
beispielsweise mit dem CSU-Politiker Alexander Dobrindt, als die
Koalitionsverhandlungen auf der Kippe standen. Andere wie
Co-Parteichefin Saskia Esken blieben oftmals außen vor...hier
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https://apolut.net/lars-klingbeil-die-graue-eminenz-von-uwe-froschauer/


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