053 – Elke Müllegger & Lie: Vielfältig sein beim Wildwandern

053 – Elke Müllegger & Lie: Vielfältig sein beim Wildwandern

Elke und Lie verbindet die Leidenschaft zum Wandern. Beide wurden durch ihre Zeit in Wien sehr stark geprägt, trafen sich in Deutschlandsberg und sind über Zufälle nun in Kärnten gelandet.
52 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr
In dieser Folge sprechen wir mit Elke und Lie, deren Wege sich in
Deutschlandsberg gefunden haben und die seither gemeinsam
„wildwandern“. Elke kommt ursprünglich aus Bad Ischl im
Salzkammergut. Sie hat zwei Geschwister, hat dort die
Tourismusschule besucht und ist anschließend nach Wien um an der
Universität für Bodenkultur „Landschaftsplanung“ zu studieren. Die
Leidenschaft zum Wandern hatte auch ihr Vater, der sie zwar selten
auf den Berg mitgenommen hat, aber er hat sie mit dem sogenannten
„vibe“ angesteckt. Ihre Zeit in Wien war vom Studienlokal „TüWi“
geprägt, sie sagt selbst, dass sie dort politisiert wurde. Als Kind
wollte sie „Fernfahrerin“ werden, dabei ging es ihr aber um die
„Ferne“ nicht um das „fahren“. Deshalb ist es auch nicht
verwunderlich, dass sie schon als Studentin viel unterwegs war. Sie
hat in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit gearbeitet, auch
noch in der Zeit wo sie schon im „Wieserhoisl“ in Deutschlandsberg
in einem Zirkuswagon gewohnt hat. Dort hat sie auch Lie
kennengelernt. Lie, kommt ursprünglich aus Enns, hat in Linz die
höhere Schule besucht und ist danach ebenfalls nach Wien gegangen
um „Internationale Entwicklung“ zu studieren. Wien war für Lie auf
vielen Ebenen wichtig, denn schon als Jugendliche hat sie gemerkt,
dass sich ihr Begehren von dem ihrer Freund:innen* unterscheidet.
In Wien hat Lie sich intensiv mit Feminismus, queerem Feminismus
und alternativen Lebenskonzepten auseinandergesetzt und bekam so
auch Vertrauen in sich selbst. „Die Schenke“ war damals ein
Kostnixbeisl und Umsonstladen und hat sie stark geprägt. Nach
Abschluss ihres Gender Studies Masterstudiums hat Lie viele
Erfahrungen im deutschsprachigen Raum gemacht und unter anderem in
einer nicht kommerziellen Landwirtschaft gearbeitet. Lie sieht den
Fokus im Leben darin an Alternativen zu basteln. Im Wieserhoisl
haben sich Elke und Lie sowie Eva und Mika kennengelernt und dort
ist auch die Idee für „wildwandern“ entstanden. „Wildwandern“ ging
aus „Wanderwoman“ hervor und ist heute das Ergebnis gemeinsamer
Reflexion über die Bedürfnisse von Frauen und nicht-binären
Personen. Das Wanderprojekt stellt einen sicheren Raum für diese
Gruppen dar. Es geht darum gemeinsame Erfahrungen in der Natur zu
sammeln und sich zu verbinden. Die Touren sind nicht auf schnelles
Vorankommen ausgelegt, sondern auf das individuelle Tempo und die
Bedürfnisse der Teilnehmer*innen. Elke und Lie bieten verschiedene
Formate an, von anspruchsvollen Wanderungen bis hin zu
Kraftwerkstätten, Wochenenden mit Yoga und Schneeschuhwanderungen
oder Stimmerfahrungen. Besonders wichtig ist der Fokus auf die
Gemeinschaft, das gemeinsame Erleben in der Natur und ein Raum für
Reflexion und Achtsamkeit. „Wildwandern“ ist mittlerweile eine
wachsende Community, die auch über die österreichischen Grenzen
hinaus Personen anzieht und stetig wächst. Abschließend sprechen
Elke und Lie auch noch über ihre persönlichen Ziele: Elke möchte
auch im Alter noch fit genug sein, um die Berge zu erklimmen,
während Lie heuer einen besonderen Berg im Gailtal anpeilt. Beide
betonen, wie wichtig es ist, aufeinander aufzupassen und offen für
Neues zu bleiben – Werte, die sie in ihrem Projekt und in ihrem
Leben pflegen.

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