Fünffacher Kindsmord in Wernigerode

Fünffacher Kindsmord in Wernigerode

vor 3 Jahren
In den 80ern töten Eltern fünf ihrer Neugeborenen, über Jahre bleiben die Morde unentdeckt. Eine aufmerksame Personalchefin sorgt schließlich für die Ermittlungen der Polizei, die das Paar auffliegen lassen.
1 Stunde 9 Minuten
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Beschreibung

vor 3 Jahren
Ein aufsehenerregender Gerichtsprozess in Magdeburg erschüttert im
Juni 1990 das ganze Land. Manfred und Margitta F. aus Wernigerode
werden zu jeweils 15 Jahren Haft verurteilt. Das Paar tötete in den
80er Jahren fünf seiner neugeborenen Babys und entsorgte sie in
einer Heizungsanlage – unbemerkt von Nachbarn, Verwandten und
Bekannten. Erst nach dem fünften Mord 1988 fliegen die Taten auf.
Die Verbrechensserie beginnt 1984. Zu diesem Zeitpunkt hat das Paar
bereits fünf Kinder. Margitta F. ist Hausfrau, ihr Mann arbeitet
als Heizer. Als Margitta F. wieder schwanger wird, beschließt sie,
das Kind zu töten. Nach der Hausgeburt weist sie ihren Mann an, dem
Baby Zellstoff aufs Gesicht zu legen, es in einen Korb zu packen
und in eine Decke zu wickeln. Dort verstirbt der Säugling wenige
Stunden später. Manfred F. packt das Kleine in eine Papiertüte und
bringt es zu seinem ehemaligen Arbeitsplatz, eine Heizungsanlage in
Wernigerode, um es dort zu verbrennen. In den Jahren darauf
entwickelt das Paar eine grausame Routine. Jedes Jahr wird ein Baby
geboren, jedes Jahr muss es auf die gleiche Weise sterben und wird
in der Heizungsanlage verbrannt. Erst als Margitta F. 1988 eine
Stelle als Reinigungskraft in einem Stahlbaubetrieb annimmt, fällt
den Mitarbeiterinnen auf, dass ihre neue Kollegin einen Babybauch
hat. Doch die fünffache Mutter streitet eine Schwangerschaft ab.
Ein paar Monate später ist der Babybauch wieder verschwunden –
angeblich eine Totgeburt. Personalchefin Jutta Appold schickt
Margitta F. zum Frauenarzt. Der stellt fest, dass die fünffache
Mutter eine ganz normale Lebendgeburt hatte, aber nicht sagen will,
wo sich der Säugling befindet. Georg Giertz, Oberleutnant der
Kriminalpolizei, nimmt die Ermittlungen auf und bringt gemeinsam
mit seinen Kollegen die grausamen Details der Tötungsreihe ans
Licht. Schleierhaft bleibt bis heute, warum die Verbrechen so lange
unbemerkt blieben. Nachbarn sagen aus, sie hätten zwar mehrmals
eine Schwangerschaft bei Margitta F. bemerkt, hätten aber den
Ausflüchten der Mutter geglaubt. Angeblich seien die Babys
"abgegangen" bzw. zur Adoption freigegeben worden. Auch die
"Jugendhilfe" der DDR, vergleichbar mit dem heutigen Jugendamt,
bemerkt die Schwangerschaften nicht, trotz mehrfacher Besuche bei
der Familie. Der Podcast Die Spur der Täter zeigt die Hintergründe
des grausamen Falls und versucht mithilfe von Zeitzeugen und einer
Kriminalpsychologin die Motive der Serientäter aufzudecken. Neue
Entwicklungen zum Fall in unserer Podcast-Folge "Unfall
oder Mord" "Fünffacher Kindsmord in
Wernigerode" als Film in der ARD Mediathek
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