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  4. Im Gespräch mit ... Geert Lovink
Wie nennt man einen Avantgardisten, der in die Jahre gekommen
ist? Vielleicht ist das egal, denn die Frage, die der
Netzaktivist Geert Lovink an die Welt gestellt hat, hat sich bis
heute heute keineswegs erledigt – ganz im Gegenteil. Tag für Tag
wird klarer, dass die Welt der Internets keine künstliche
Hinterwelt darstellt, sondern eine soziale Plastik, die unser
tägliches Leben formatiert – auf eine Weise, die den Akteuren,
auch manchem Digital Native gar nicht bewusst sein mag. Und weil
dies so ist, hat sich die Fragestellung, welche den jungen Geert
Lovink zum Studium der Politikwissenschaften und der
Massenpsychologie bewegte, nicht erledigt – ja, kann man sie als
das Leitmotiv seines Denkens und Handelns auffassen. In Geert
Lovink findet sich jemand, der als Netzaktivist, als Kurator,
Zeitungsmacher, als Gründer des Institute of Network Cultures an
der Amsterdamer University for Applied Sciences, schließlich als
Hochschullehrer selbst die Geschichte des Netzes begleitet,
beobachtet und analysiert hat. Mag sein, dass hier die eine oder
andere Beobachtung mit einer tiefen Ernüchterung einhergeht. In
jedem Fall erzählt sein schönes Buch Sad by Design – das in der
deutschen Übersetzung den Titel „Digitaler Nihilismus“ trägt –
von einem großen, massenpsychologischen Feldexperiment, dem die
Theorie abhanden gekommen ist. Und genau deswegen kommen wir im
Gespräch immer wieder auf diese unerledigte Frage zurück: Was ist
das Netz, wenn wir es nicht als Medium, sondern als soziale
Plastik betrachten?

Die vorausgegangenen Gespräche

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„Im Gespräch mit ... Geert Lovink“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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