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Beschreibung
vor 1 Monat
Dass der Populismus ein Gespenst sei, das die Demokratie
heimgesucht habe, gehört zu den Glaubenssätzen unserer Zeit – als
handle es sich um eine Krankheit, die man mit den richtigen
Therapien kurieren könne. Doch was, wenn dieses Gespenst gar kein
Eindringling ist, sondern ein Familienmitglied? Der Historiker
Jörg Baberowski hat sich in die Abgründe des Begriffs begeben und
dabei eine unbequeme Entdeckung gemacht: nämlich dass der
Gegensatz von »denen da oben« und »uns hier unten« keine
Verfallserscheinung, sondern geradezu ein Leitmotiv moderner
Gesellschaften ist. Schon Heinrich Heine hat in seinem
Wintermärchen die wunderbare Bemerkung gemacht, dass diejenigen,
die das ideologische Eiapopeia vom Himmel singen, damit vor allem
bestrebt sind, das Volk, den großen Lümmel ruhig zu stellen. Oder
wie Baberowski schreibt: Der Populismus [ist] der immerwährende
Schatten der Volkssouveränität. Und weil dies so ist, sind die
Fronten keineswegs klar, sondern ist man, um so vertraut
anmutende Begriffe wie Demokratie oder Repräsentation wirklich zu
begreifen, zu einem Gang in die Geistesgeschichte genötigt. Genau
dies ist der Gegenstand unseres Gesprächs: eine geistige Anatomie
des Repräsentationsbegriffs und der Versuch, sich über seine
zunehmende Dysfunktionalität Klarheit zu verschaffen.
Jörg Baberowski ist ein deutscher Historiker und
Gewaltforscher. Er ist seit 2002 Professor für Geschichte
Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin. Baberowski hat
sich auf die Geschichte der Sowjetunion und des stalinistischen
Terrors spezialisiert.
Jörg Baberowski hat u.a. veröffentlicht
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