Im Gespräch mit ... Eva Ladipo

Im Gespräch mit ... Eva Ladipo

vor 1 Monat
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Beschreibung

vor 1 Monat

Wenn junge Männer in Scharen zu Protestparteien strömen, liegt
der Reflex nahe, von Verführung zu sprechen, von bösen
Einflüsterern und Filterblasen. Doch was, wenn der Befund
schlichter ist – und unbequemer? Eva Ladipo hat in ihrem
Buch-Essay »Not am Mann« eine Bestandsaufnahme gewagt, die im
kulturellen Klima der Gegenwart fast schon als Provokation gilt:
Sie schaut hin, wo andere lieber wegschauen. Anstatt in der
Entrüstung der moralischen Ökonomie zu baden, nimmt sie die
Verschiebungen der politischen Ökonomie in den Blick – und hält
dabei fest, dass vor allem der Wandel der Industriegesellschaft
das Bild des Mannes – als Ernäher der Familie – ins Wanken
gebracht hat. Insofern ist ihr Essay weniger ein Manifest als
eine Diagnose – über verschwundene Helden, umgedeutete Begriffe
und die sonderbare Tatsache, dass der Begriff der „toxischen
Männlichkeit”, der einst ein therapeutisches Konzept für
traumatisierte Männer darstellte, im Gefolge von MeToo zum
Kampfbegriff geworden ist. Oder wie Eva Ladipo schreibt: »Es ist
ein lässiger, geradezu schicker Männerhass entstanden.« Und weil
sich das juste milieu in der modischen Misandrie ergeht, nimmt es
nicht wunder, dass der moderne Mann, wie der Vorsitzende der
Grünen, nur mit einem Akt der Selbstgeißelung moralische
Pluspunkte einheimsen kann.


Eva Ladipo ist Journalistin und Autorin. Sie hat zwei Romane und
ein Sachbuch veröffentlicht und publiziert regelmäßig in
deutschen Zeitungen. Als Journalistin arbeitete sie als
Redakteurin, Korrespondentin und Ressortleiterin bei der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Financial Times Deutschland,
Vanity Fair, Financial Times und Die Welt.


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