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4 Minuten
Während unserer Pilgerfahrt mit 25 Frauen im September nach Assisi, ist mir diese Frau wieder sehr nahe gekommen und so mag ich gerne nochmal erinnern: Mit 17 haut sie von zuhause ab, weil sie nicht machterhaltend verheiratet werden will. Sie flüchtet zu Brüdern eines neuen Bettelordens, beansprucht Kirchenasyl und klammert sich am Altar fest, als sie mit Gewalt zurückgeholt werden soll. Sie lebt nur ganz kurz bei gut abgesicherten Benediktinerinnen und dann bei Aussteigerinnen, die als Waldschwestern leben. Dann findet sie ihren Ort und immer mehr junge Frauen folgen ihr, sogar ihre leiblichen Schwestern und ihre Mutter.Ein Kardinal hat die Idee, einen neuen weltweiten Klausurorden zu gründen und will diese Gemeinschaft als Prototyp. Aber die junge Frau kommt immer mehr in Konflikt mit der Amtskirche, weil die Ideen dazu zu lasch sind. Ein Papst mischt sich ein und schreibt eine Ordensregel für Frauen. Da wird es der Frau zu bunt. Sie schreibt als erste Frau der Kirchengeschichte eine eigene Ordensregel mit demokratischen Elementen, der Betonung der Eigenverantwortung jeder Schwester und dem besonderen Augenmerk auf dem Privileg der Armut, also dem Privileg ohne Absicherung zu leben. Bei einem Besuch legt sie sich lautstark mit dem Papst an und hat nicht vor nachzugeben. Als ein anderer, späterer Papst den Schwestern jeglichen Kontakt mit den Minderbrüdern verbieten will, tritt sie in den Hungerstreik, bis diese weltfremde Verordnung aufgehoben wird.Mit einer Königstochter in Prag tritt sie in einen angeregten Briefwechsel und die beiden Frauen bestärken sich auf ihrer Suche nach dem Weg der Art, wie sie vor Gott und für die Menschen leben wollen. Bei einem drohenden Überfall einer fremdländischen Armee stellt sie sich ihnen betend mit der Monstranz in den Weg. Das Kloster und die Stadt werden vor der Zerstörung bewahrt. Sie ist die liebevolle Chefin und macht auch jede Drecksarbeit. Aber sie bleibt stur, streng und energisch, wenn es darum geht, die Zukunft ihrer Gemeinschaft zu verwässern oder in seichte Bahnen zu lenken. Zwei Tage vor ihrem Tod gibt der Papst nach und bestätigt ihre Ordensregel mit dem Privileg der Armut.Klara von Assisi, eine Aussteigerin völlig anderer Art mit energischen Zielen und liebevollem Dienst an den Mitmenschen, mit Bereitschaft bis in den Tod zu gehen und unkaputtbarem Gottvertrauen, mit jugendlich-fraulicher Frische und innerer und äußerer Schönheit und einem Leben im Dienst vor Gott und in brennender Liebe zu Christus, die auf dem Sterbebett sagt: "Herr sei gelobt, weil Du mich geschaffen hast." Ein Gebet für Sie und mich für heute über den Tag!
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In zwei Monaten und einem Tag ist der Heilige Abend. Und dann ist Weihnachten und wir feiern das unbegreifliche Geheimnis, dass Gott seinen Sohn sendet, um den Menschen deutlich zu machen, dass sie geliebt und erlöst sind. Und Franz von Assisi möchte das noch mehr deutlich machen und nicht nur das Evangelium vom Fest vorlesen und darüber predigen, sondern er möchte es sehen und spüren und erleben. Also bittet er einen Bekannten, ihm in Greccio alles vorzubereiten mit Ochs und Esel und Schafen und den Hirten aus der Umgebung. Und sie singen und beten und hören das wunderbare Evangelium und Franziskus predigt selbst so ergriffen, dass die Leute fast fühlen können, wie das schlafende Kind in der Krippe lebendig wird. Und es ist ein Sinnbild dafür, dass der Glaube an die Gegenwart des neugeborenen Gottessohnes in den Herzen der Menschen wieder erwacht ist.Diese Feier war genau vor 800 Jahren, an Weihnachten 1223 in Greccio, der Einsiedelei im Rietital. Und wie bei jeder Fahrt nach Assisi haben wir auch im September mit den Frauen eine Fahrt dorthin gemacht. Wir haben gehört und geschaut, die alten Texte gelesen und Lieder gesungen, die genau das zum Inhalt haben: "Zu Bethlehem geboren ist uns ein Kindelein" Und es ging nicht um rührseliges Feiern und Erinnern. Es ging um das Erkennen, dass dieser Gott nicht der strenge, strafende Richtergott ist, der hoch oben in der Ferne thront, sondern der liebende Vater, der seinen eigenen Sohn sendet, damit wir wieder klarkriegen, dass wir geliebte Kinder dieses Gottes sind. Und dann haben wir ein Lied gesungen, dass ich gerade erst entdeckt hatte. Es hat auf die Melodie "Großer Gott wir loben Dich" einen ganz anderen Text, den Pfarrer Ueli Greminger geschrieben hat. Da heißt es:"Kleiner Gott, wir lieben dich. Kind, uns rührt das Schwache, Zarte.Wieder zeigt an Weihnacht sich: Weiches bricht das Starke, Harte.Klein fängst du auf Erden an, dass der Mensch dich lieben kann.Gott zeigt sich als Menschenkind, denn wir fürchten seine Größe.Weil wir eingeschüchtert sind, zeigt sich Gott in seiner Blöße.Und er zittert und er friert, dass der Mensch die Angst verliert.Kleiner Gott, dich lieben wir. Klein ist noch dein Reich auf Erden.Schwache Menschen dienen dir, und dein Reich wird grösser werden.Friede sei in diesem Haus und dring in die Welt hinaus."
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Gar nicht so selten passiert es mir, dass mich Texte aus der Bibel überraschen. Nicht weil sie so fremd oder völlig entfernt von unserem Denken und Tun sind, sondern so nah dran. Die heutige Lesung ist aus dem Buch Tobit aus dem Alten Testament und wahrscheinlich zwischen dem dritten und zweiten Jahrhundert vor Christus geschrieben worden, also ist es ungefähr 2.200 Jahre alt. Aber wenn ich das lese, scheint es mir aus einer Anweisung für Mitarbeiter zu stammen, die in kirchlichen oder anderen religiösen Unternehmen arbeiten.Da heißt es also: "Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem anderen nicht zu! Gib dem Hungrigen von deinem Brot und dem Nackten von deinen Kleidern. Such nur bei Verständigen Rat; einen brauchbaren Ratschlag verachte nicht! Preise Gott, den Herrn, zu jeder Zeit; bitte ihn, dass dein Weg geradeaus führt und dass alles, was du tust und planst, ein gutes Ende nimmt."Das ist wirklich sehr deutlich. Wenn mir also verhasst ist, Hass und Hetze in den Medien zu lesen, dann schreibe und verbreite ich keinen Hass. Wenn mir Unpünktlichkeit verhasst ist, bin ich selbst immer pünktlich. Wenn mir Lieblosigkeit verhasst ist, bleibe ich selbst liebevoll, auch wenn es mal schwerfällt. Ich merke, dass ich hier unendlich viele Beispiele finde. Sie wahrscheinlich auch. Den Hungrigen zu geben und die Nackten zu bekleiden, scheint mir so selbstverständlich auch heute zu sein, dass ich nur immer mal auch dran denken muss, es ganz praktisch bei den großen Hilfswerken auch zu tun.Und dann dieser sehr weise Rat: "Such nur bei Verständigen Rat; einen brauchbaren Ratschlag verachte nicht!" Sich mit anderen zu wichtigen Fragen auszutauschen, ist nicht so fremd, aber brauchbare Ratschläge auch anzunehmen, fällt vielfach schwer, weil wir oft nicht genau unterscheiden können, was wirklich gute und brauchbare Ratschläge sind. Und da scheint mir der letzte Satz der Schlüssel zu sein: "Preise Gott, den Herrn, zu jeder Zeit; bitte ihn, dass dein Weg geradeaus führt und dass alles, was du tust und planst, ein gutes Ende nimmt."Was ich mit und vor Gott bedenke und überlege, geht über meine eigenen Möglichkeiten hinaus und erweitert Herz und Horizont. Gute Tipps von Tobit also!
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Hier in Olpe und Umgebung gibt es ganz viele Frauen mit dem Namen Ursula. Bei unserer Pilgerreise nach Assisi waren allein vier mit diesem Namen dabei. Es gab also eine Zeit, in der dieser Name und die dazugehörige Patronin sehr populär war.Heute ist ihr Fest als Stadtpatronin der Stadt Köln und mit dem Festgottesdienst endet dann die Festwoche zu Ehren der Stadtpatrone Gereon und Ursula. Im Stadtwappen von Köln erinnern bis heute die drei Kronen an die Heiligen drei Könige und die elf schwarzen Flämmchen bzw. Blutstropfen auf weißem Grund an Ursula und ihre Gefährtinnen.Ursula war eine britannische Königstochter, die ihr Leben Christus geweiht und gelobt hatte. Als jedoch der heidnische König von Anglia sie als Frau für seinen Sohn Aetherius will, geht sie zum Schein auf den Antrag ein, stellt jedoch die Bedingung, dass ihr Bräutigam zum Christentum übertreten muss und ihr bis zur Hochzeit noch eine dreijährige Frist gewährt. In dieser Zeit begibt sie sich mit einigen Begleiterinnen auf eine Pilgerreise nach Rom. Auf der Heimreise landen sie wieder in Köln. Seit längerer Zeit leidet die Stadt unter der Belagerung der Hunnen und die wilden Horden ermorden Ursulas Begleiterinnen. Als sich Ursula dem Hunnenfürsten verweigert, wird auch sie selbst getötet. Darauf erschien eine Schar von elftausend Engeln, die die Hunnen in die Flucht schlug. Zum Dank für die Befreiung errichten die Bürger Kölns der heiligen Ursula eine Kirche und machen sie zu ihrer Schutzpatronin.Soweit die Geschichte und Legende, die natürlich wunderbar ausgeweitet und mit viel Augenzwinkern von den Kölnern erzählt wird. Aber was heißt das für uns heutige Menschen im 21. Jahrhundert? In Erfurt im Garten des Ursulinenklosters steht ein Brunnen, vom Leipziger Künstler Markus Gläser. Er zeigt ein Segelschiff mit den jungen Frauen und bis oben, auf den Mast geklettert, ist Ursula dargestellt. Sie hält Ausschau nach dem, der ihr Leben wirklich erfüllen kann. Menschen, die Ausschau danach halten, was unser Leben erfüllen könnte, brauchen wir immer. Manchmal sind es alte Heilige und manchmal Menschen in unserer Umgebung, die uns hinweisen auf das, was uns in Zukunft notwendig sein könnte. 
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Wir sind mitten im Oktober und die Älteren unter uns kennen ihn noch als Rosenkranzmonat. Bei einem Kurs im Schwesternaltenheim in Drolshagen hat mir eine Schwester von Erlebnissen aus den schweren Jahren nach dem 2. Weltkrieg erzählt."Es gab nur selten Strom und außer dem Holz- und Kohleherd in der Küche auch keine Heizung in der Wohnung. Abends im Dunkeln haben meine Mutter, meine Schwester und ich dann in der Küche gesessen. Meine Mutter hat die Feuerklappe am Ofen aufgemacht, damit wir ein bisschen Licht hatten, und dann die Backofentür nach unten aufgeklappt. Da haben wir dann unsere immer kalten Füße draufgelegt und zusammen den Rosenkranz gebetet.Das hat also alles warm gemacht: die Füße auf der Backofenklappe, die Küche und unser Herz und Gemüt. Zusammen zu beten war einfach etwas stark Verbindendes in der Not und hat uns gezeigt, dass meine Mutter in allen schwierigen Situationen immer doch auf Gott vertraut hat. Das hat uns Kinder sehr geprägt. Und außerdem war es schön gemütlich und wir konnten dann aufgewärmt und mit Gottes Segen schlafen gehen."Sie hat diese kleine aber wohl sehr bedeutende Begebenheit mit solch leuchtenden Augen erzählt, dass wir Zuhörerinnen noch sehr genau spüren konnten, was damals diese kleinen Geschwister beeindruckt hat. Zusammen beten schafft innere familiäre Beziehungen und manchmal erzählen Leute noch heute von Episoden, die sehr kurz und sehr eindrücklich waren, weil sie Vater oder Mutter beim Beten erlebt haben.
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Auf meinem Smartphone habe ich viele Apps, die ich für alles Mögliche brauche: Nachrichten, Messengers, Sport, Uhrzeit; Wecker, Bibel, Wetter, Scanner und so weiter.Seit ein paar Jahren habe ich auch eine sehr kleine feine App, die gegen Stress helfen soll. Da gibt es viele nette Dinge, die man zur Entspannung tun kann: Klötzchen stapeln, mit Kreide auf einer Tafel malen, das berühmte "Ohne Fleiß kein Preis" in einer Tafel sortieren, Klötzchen sortieren, Bambusröhren zum Klingen bringen, ein sich wandelndes Prisma anschauen mit meditativer Musik im Hintergrund, Tischbillard und noch viel mehr. Wenn man ein paar von diesen Spielen gemacht hat, ist man quasi tiefenentspannt und völlig raus aus dem Thema, dass soeben noch Stress verursacht hat.Man kann natürlich auch noch andere Sachen machen, die helfen, aus der Tretmühle der Gedanken und des Stresses herauszukommen. Spazieren gehen, Musik machen oder hören, Singen und Rosenkranz beten.Ich merke immer wieder, dass ein in Ruhe gebeteter Rosenkranz die Gedanken auf das Leben Jesu lenkt und man einige Etappen mitgeht. Herz und Atem beruhigen sich und mir geht es so, dass ich nach dem Gebet, dass so ungefähr 20 Minuten dauert, viel wacher und aufmerksamer bin. Nichts hat mich abgelenkt und anderweitig beansprucht: keine Musik, kein Telefon, keine Nachricht die aufploppt.Es gibt tatsächlich auch Rosenkranz-Apps, die man sich aufs Handy laden kann, es betet jemand vor, und man kann mitbeten. Oder hier auf Domradio gibt es einige Angebote, um den Rosenkranz mit zu beten. Inspiriert wurde der Heilige Franziskus von Assisi bei seinem Besuch beim Sultan von den gebetsschnüren der Muslime mit den 99 Namen Gottes. Als er das gesehen, gehört und erlebt hat, war ihm klar, dass das eine gute Idee ist, um in konzentrierter Entspannung zu beten.Eine richtig gute Erfindung. Falls Sie im Rosenkranzmonat Oktober noch keine Gelegenheit hatten, es auszuprobieren, ergibt sich für Sie vielleicht heute die Gelegenheit. Es ist entspannend wie eine Anti-Stress-App und bringt sie ganz leicht mit Gott in Verbindung. Einfach mal probieren!
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Ich bin mit meinem Auto bisher immer noch überall da hingekommen, wo ich hin wollte oder musste. Aber unsere kleine Straße ist eine Einbahnstraße und am Ende muss man links abbiegen. Da standen aber zwei Fahrzeuge. Ein Sprinter mit Stahlstufen für eine Baumaßnahme und ein anderes Fahrzeug, regulär geparkt. Kein Durchkommen. Der Chef der Firma rät mir drehen und zurückfahren. Aber das ging gar nicht wegen der engen Einbahnstraße. Dann schaute er sich das Ganze an und sagte ganz locker: "Da passen Sie mit ihrem kleinen Auto durch." Ich bin nicht sehr mutig in solchen Sachen und dachte sofort: "Oh ich trau mich nicht." Und als ob er es gehört hätte ruft er: "Vertrauen Sie mir, ich winke Sie durch."Also habe ich tief Luft geholt und mich ganz auf seine winkenden Hände verlassen und bin nach seinen Anweisungen gefahren und bei gefühlt 10 Millimeter auf jeder Seite tatsächlich da durchgekommen. "Sie fahren 1 A", hat er mir noch zugerufen und ich habe mich gefreut. Aber mir war klar: Ohne sein Winken und ohne mein Vertrauen in seine Fähigkeiten, hätte ich das nie geschafft. Ich bin mir sicher, dass das schon Viele von Ihnen auch so erlebt haben.Menschen, die in ihrer Zeit ihren Mitmenschen Wegweiser geworden sind, feiern wir heute auch. Zum Beispiel Hedwig von Andechs, die Herzogin von Schlesien, hat zu Beginn des 13. Jahrhunderts dafür gesorgt, dass die Menschen in ihrem Land in Kriegen und Katastrophen mit allem Notwendigen versorgt und in Glauben und Leben unterrichtet wurden. Fast 600 Jahre vorher hat Gallus als Mönch und Einsiedler den Glauben im Frankenreich und am Bodensee verkündet und die große Abtei Sankt Gallen steht am Ort seiner Einsiedlerzelle.Und Margareta Maria Alacoque, die im 17. Jahrhundert gelebt und entdeckt hat, dass die Liebe zu Jesus Christus ihr alle Möglichkeiten des Lebens eröffnet, wenn sie wirklich an sein liebevolles Herz glaubt und ihm vertraut. Ihre Art der Herz-Jesu-Verehrung ist uns heute eher fremd und auch manches komisch, aber viele ihrer Aussagen sind absolut normal. Sie sagt einmal: "Beunruhigen Sie sich nicht, sondern haben Sie großes Vertrauen in die barmherzige Güte Jesu." – Da ist es wieder, das Vertrauen in die, die uns helfen, die uns Wege weisen, auf deren winkende Hände wir uns voll und ganz verlassen können.
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Teresa hat einfach getan, was für junge Frauen ihres Standes vor 500 Jahren ziemlich normal war. Sie ist ins Kloster gegangen, in ihrer Heimatstadt Avila. Aber eigentlich hat sie nur ihren Aufenthaltsort geändert. Sie hat das gleiche, gut behütete Leben ihres Standes im Kloster weitergeführt, hat die üblichen Gebetszeiten und auch die Arbeitszeiten eingehalten, hat aber auch viel Besuch bekommen und viel Zeit in angeregtem Austausch im Sprechzimmer verbracht.Erst nach vielen Jahren dieses nicht sonderlich geistlichen Lebens gehen ihr plötzlich mit Macht die Augen auf: Sie sieht eine Statue mit dem Antlitz des leidenden Jesus zum ersten Mal richtig bewusst und spürt plötzlich, welches oberflächliche Leben sie bisher geführt hat. Schlagartig krempelt sie ihr Leben um. Sie beschließt, in der Freundschaft mit diesem Jesus zu leben. 22 neue Klöster hat sie gegründet und das geistliche Leben in vielen anderen Klöstern und in der gesamten Kirche ringsum neu belebt und reformiert – weg von statischen Gebetsweisen hin zum lebendigen Leben mit Gott und dem Gebet aus dem tiefsten eigenen Herzen. Ihr war sehr klar, dass zum geistlichen Leben viel Verstand und Vernunft und zur Heiligkeit, also dem Heilsein in Gott, unendlich viel Humor gehört.Aber was mich am meisten sprachlos macht, ist ihr ziemlich wütender Vorwurf der da lautet: "Ich werfe unserer Zeit vor, dass sie starke und zu allem Guten begabte Menschen zurückstößt, nur weil es sich um Frauen handelt." Dieser Ausspruch von ihr ist fast 500 Jahre alt und könnte aus dem Heute stammen. Das haut einen echt um.Sie hat trotz oder wegen dieser Ignoranz der Kirche gegenüber den Frauen das allerbeste aus ihrer zweiten Berufung gemacht und all ihre Kraft, ihre Weitsicht und Klugheit, ihre Frömmigkeit und ihre Liebe zu Gott dazu genutzt, viele tausend Menschen näher zu Gott und zu einem Leben nach dem Evangelium zu motivieren und Klöster zu gründen, die das über Jahrhunderte immer weiter gelebt und das Christentum weit über das alte Europa hinaus verbreitet haben.Mir scheint diese große Frau eine wirkliche Protagonistin unserer heutigen Zeit für uns Frauen in der Kirche zu sein. Leben und nutzen wir heute unseren Glauben und unsere Möglichkeiten, um Frauen und Mädchen für die Freundschaft mit Gott zu gewinnen, die über die festgefahrenen Strukturen der heutigen Kirche hinausgehen und die wahre Kraft des Evangeliums zu den Menschen zu bringen.
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Am Samstag war ein außergewöhnlicher Tag. Mehr als 150 Ordenschristen aus dem Erzbistum Paderborn waren eingeladen zum jährlichen Ordenstag. In den letzten Jahren hatte ich diese Einladung meist nicht wahrgenommen, weil die Fahrt mangels Rahmede-Talbrücke oft viel zu lang gedauert hätte und der Zeitaufwand zu hoch. Aber diesmal sind wir mit 8 Schwestern hier aus Olpe und Drolshagen gefahren. Die Franziskanerinnen von Salzkotten hatten dazu in ihr Mutterhaus eingeladen. Es war ein wirklich gelungen schöner Tag.Es ist schon sehr berührend, so viele Ordensleute aus den verschiedensten Klöstern und Konventen zu sehen und einen Tag miteinander zu erleben. Es ist wie bei großen Wallfahrten oder Pilgerreisen. Der gemeinsame Glaube und das Wissen um den gleichen Lebenshintergrund schafft eine Leichtigkeit und Vertrautheit mit Menschen, die man vorher nicht kannte oder sehr lange nicht gesehen hat. Und dann ist es eine Freude, zusammen Gottesdienst zu feiern, einen Vortrag über eine sehr gelungene Neustrukturierung einer Gemeinschaft und ihres Stammhauses zu hören und zu bestaunen, Workshops mitzumachen, die sich um Kunst und Kultur, um Filme und einen Pilgerradweg drehen, zusammen zu singen und zu Mittag zu essen. Nach einer schönen Vesper, die natürlich mit so vielen Stimmen ganz anders klingt als das zu dritt oder zu viert möglich ist, gab es einen Abschied mit herzlichem Dank und Vorfreude auf nächste Begegnungen.Viele Ministrantinnen und Ministranten mit ihren Leitern und Begleiterinnen erleben zurzeit ähnliches. Sie sind seit vorgestern unterwegs zur Kölner Ministrantenwallfahrt nach Rom. In vielen Bussen erleben sie, die oft in den Dörfern und Städten mit wenigen Mitstreitern zusammen sind, eine große wohltuende Gemeinschaft und schöne Erlebnisse in der Heiligen Stadt, die ihnen guttun und in ihrem Dienst neue Power und neues Selbstbewusstsein geben werden.Welche Formen und Erlebnisse wünschen Sie sich, um Gemeinschaft der Glaubenden und Stärkung in Ihrem Christsein zu bekommen?
3 Minuten
Vor ein paar Tagen ist mir beim Aufräumen und Sortieren ein Text wieder in die Hände gefallen, den ich immer schon mochte, der mir aber irgendwie verloren gegangen war. Er ist von Marianne Williamson aus ihrem Buch "A return to love" Darin heißt es:"Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind. Unsere tiefgreifendste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein.Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns Angst macht.Wir fragen uns: Wer bin ich, mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen?Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen?Du bist ein Kind Gottes.Sich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt.Es ist nichts erleuchtetes daran, sich so klein zu machen, dass andere um dich herum sich nicht unsicher fühlen.Wir sind alle dazu bestimmt, zu leuchten, wie es Kinder tun.Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren.ER ist nicht nur in einigen von uns, ER ist in jedem Einzelnen.Und wenn wir unser eigenes Licht erscheinen lassen,geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.Wenn wir von unserer Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere." Soweit dieser Text.Wow, was für eine Ermutigung: Wir sind als Kinder Gottes geboren worden damit wir sein Licht in die Welt bringen. Wir brauchen uns für unsere Talente und Fähigkeiten nicht zu entschuldigen, wir haben sie ja von Gott. Unsere Aufgabe ist es, sie einzusetzen für die Menschen in allem, was wir heute zu tun und zu tragen und zu lassen haben."Wir sind alle dazu bestimmt, zu leuchten, wie es Kinder tun.Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren."
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Der Herbst ist auch die Zeit der Feste und Feierlichkeiten. Die Ernte ist eingebracht, die wichtigsten Arbeiten draußen sind erfolgt und aus diesem, früher noch deutlicher, erlebbaren Rhythmus wurden die Feste gefeiert: Erntefest, Kirchweih, Hochzeiten und viele andere Feiern. Am Sonntag ist hier in Olpe auch ein Fest, dass in gewisser Weise ein Erntefest ist. Die Caritas–Konferenz St. Elisabeth Olpe begeht ihr 180-jähriges Bestehen mit einem Fest.Als am 20. Oktober 1845 in Olpe ein Verein der Frauen gegründet wurde mit dem Ziel, "arme und hülflose Kranken zu unterstützen", konnte noch keiner ahnen, welche Tragweite dieser Zusammenschluss einmal haben sollte. Dieser caritativ tätige Olper Verein der Frauen gehört zu den ältesten Deutschlands und ist der erste im Erzbistum Paderborn. In vielen Orten gibt es eine selbstständige Caritas-Konferenz. Sie ist ein Zusammenschluss ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Auftrag der Kirche zu solidarischer Hilfe in der Gemeinde verwirklichen hilft.1914 schloss sich der Verein der "Organisation der Elisabethenvereine" der Diözese an und nannte sich von nun an Elisabethverein. Nach 1939 entstand hieraus die Pfarrcaritas Olpe. Die Aufgaben der Caritas werden in der heutigen Zeit in Olpe von mehreren Konferenzen und Organisationen praktiziert. Die Krankenhaushilfe, die sich im Besuchsdienst um Menschen kümmert, die keine oder wenige Angehörige haben. Die Möbelbörse bietet eine Möglichkeit, noch gut erhaltene Möbel weiterzugeben, ebenso wie die Kleiderkammer, in der gute Bekleidung an Menschen weitergegeben werden kann, die nicht so viel Geld haben. Ebenso ist die Tafel, die früher Warenkorb hieß, ein wichtiger Ort, um Lebensmittel an bedürftige Menschen auszugeben und Begegnung und Kontakt zu schaffen.  Die Arbeit der Caritaskonferenzen findet oft im Verborgenen statt, dennoch ist die Hilfe oft schnell und unkompliziert. Die unverzichtbaren Kernaufgaben der Caritas sind immer noch: Not entdecken, persönlich helfen, andere zum Helfen anregen, Mittel zum Helfen bereitstellen und fachliche Hilfe vermitteln.
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Seit gestern bin ich in unserem Schwesternaltenheim mit einem Teil der Schwestern auf dem Weg der Exerzitien. Es ist üblich bei uns vor Jubiläumsfeierlichkeiten, die man zusammen feiern möchte, zusammen nachzudenken, zu beten, Rückschau und Vorschau zu halten. So ist hier also am ersten Tag die Frage, wie hat mein Glaubens- und Ordensweg begonnen? Wer hat mich begleitet? Wer hat mir geholfen, meinen Weg zu finden? Die Schwestern erinnern sich an abenteuerliche Geschichten: die einen, die ganz selbstverständlich selbst entschieden haben und sich von nichts uns niemanden aufhalten ließen. Dann gibt es die, die lange gesucht haben und einfach nicht genau wussten, was sie selbst wollen und auch die, die angesprochen worden sind und ihnen plötzlich ein Licht aufgegangen ist. Eine Schwester hat erzählt, dass sie ihre Mutter besucht hat, die zu einer Kur war. Eine der Schwestern, die dort die Station geleitet hat, hat ihr alles gezeigt und sie dann gefragt, ob das nicht auch etwas für sie sein, Franziskanerin zu werden und Gott und den Menschen zu dienen. Und sie sagt: "Da ist mir wirklich ein Licht aufgegangen. Ich hatte diese Weise zu leben, nie vorher in Betracht gezogen und jetzt war mir plötzlich alles klar." Eine andere Schwester hat erst noch die jüngeren Geschwister betreut, da die Mutter gestorben war. Erst als der Vater wieder geheiratet hat, durfte sie eintreten. Und die Schwestern erzählen, dass ihnen oft erst sehr viel später bewusst geworden ist, wie Gott ihre Wege geleitet und sie durch Menschen geführt hat. Und die Konsequenz ist bei vielen dieser sehr betagten Schwestern, Gott immer noch mehr zu loben und zu danken und gar nicht genug staunen zu können über das, was sie in seiner Nachfolge erlebt und miteinander gelebt haben. Und wenn ich "junges Ding", wie die Schwestern scherzhaft sagen, dann bedenke, was diese Schwestern erlebt haben: die also im zweiten Weltkrieg und den schwierigen Nachkriegsjahren groß geworden sind, die in sehr armen Verhältnissen Krankenhäuser und andere Einrichtungen wieder mit aufgebaut haben, die Währungsreformen und politische Veränderungen erlebt haben, dann staune ich umso mehr über ihre Gelassenheit und stille Freude. Aber wahrscheinlich geht das auch vielen anderen alten Menschen so: wer in seinem Leben immer mehr auf Gott sein Vertrauen setzt, der kann heiter und gelassen bleiben, egal was kommt. 
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Wenn ich mittags oder abends mal schnell den Weg um den Obersee hier in Olpe gehe, finde ich immer eine Hinweistafel mit Flyern und eine gute Wegbeschreibung für den Franz Hitze-Pfad. Als ich neu war in Olpe, hatte ich echt keine Ahnung, um wen es hier geht. Aber dann habe ich mich informiert und belesen und habe unter anderem einen Nachruf aus der Reichspost vom 21. Juli 1921 gefunden. Darin heißt es:"Wie aus Münster vom 20. des Monats gemeldet wird, ist der hervorragende Sozialpolitiker, Zentrumsabgeordneter Professor Dr. Hitze in Bad Nauheim im 71. Lebensjahr gestorben. Er wurde im Jahre 1851 in Hannemicke / bei Olpe in Westfalen als Sohn eines Gutsbesitzers geboren, studierte an der Würzburger Universität Theologie und war dann 1879/80 Kaplan am deutschen Campo Santo in Rom. Er betätigte sich schon damals in hervorragender Weise auf sozialpolitischem Gebiet und wurde im Jahre 1880 Generalsekretär des Verbandes katholischer Arbeitgeber und Arbeiterfreunde, als welcher er die Zeitschrift ‚Arbeiterwohl‘ herausgab. Seit 1898 war er Professor für christliche Gesellschaftslehre an der Universität in Münster und vertrat seit 1882 den Wahlkreis Mönchen-Gladbach im deutschen Reichstag. Im Reichstag und Landtag wirkte Dr. Hitze bei den wichtigsten sozialpolitischen Gesetzen in entscheidender Weise mit und war u. a. Referent für die Gewerbeordnungsnovelle der Arbeiterschutzgesetze vom Jahre 1891. Der Verstorbene, einer von den Großen des Zentrums, hat durch seine Tätigkeit wesentlich dazu beigetragen, dass das Deutsche Reich in Bezug auf soziale Gesetzgebung in der vordersten Reihe der Staaten steht." Soweit aus der Zeitung von damals. Hitze gilt als Vater der katholischen Arbeitervereine und Wegbereiter des Deutschen Caritasverbandes, an dessen Gründung er 1897 beteiligt war.Der damalige Reichskanzler Joseph Wirth schätzte den von ihm so bezeichneten "edlen Prälaten" unter den "Koryphäen" der Zentrumspartei als den "besten von allen, den bescheidensten, liebenswürdigsten und selbstlosesten" Mann ein. Franz Hitze hat mitgeholfen, die Fundamente des heutigen Sozialversicherungssystems im Bismarckschen Reich zu legen.Je mehr ich über Franz Hitze lese und erfahre, desto mehr beeindruckt mich dieser Priester, der sich sein ganzes Leben lang um die Belange der Arbeiter gekümmert hat und die Lösung der sozialen Frage als einen Kernpunkt katholischen Christseins erkannt hat.
3 Minuten
Heute steht im liturgischen Kalender das Rosenkranzfest. Bei Wikipedia findet man dazu folgenden Eintrag: Das Rosenkranzfest, ein Ideenfest, wurde von Papst Pius V. gestiftet, der damit seinen Dank für den Sieg der christlichen Flotte in der Seeschlacht von Lepanto 1571 ausdrücken wollte. Ein Fest zum Dank für einen Sieg war früher nicht so unüblich. Ich habe zu diesem Tag eine ganz eigene Erfahrung. Der 7. Oktober war der "Tag der Republik". also der Gründungstag der DDR. Da es ein landesweiter Feiertag war, die Schulen geschlossen hatten und nicht gearbeitet wurde, konnten wir mit den Jugendleitern der Religiösen Kinderwoche an diesem Tag immer den Dankeschön-Ausflug machen. Und immer haben wir an diesem Tag unterwegs an irgendeiner Kirche oder einem schönen Platz in der Natur angehalten und zusammen den Rosenkranz gebetet. Und wir haben uns damals immer lustig gemacht, dass dieser sozialistische DDR-Geburtstag an diesem kirchlichen Fest liegt. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die millionenfach gebeteten Rosenkränze dazu beigetragen haben, dass diese Diktatur schon längst Geschichte ist. Aber eigentlich ist dieses Gebet alles andere als ein Kampfgebet. Einzeln oder in Gemeinschaft in Ruhe gebetet, ist es eine Betrachtung der vielen Stationen des Lebens Jesu, quasi an der Hand seiner Mutter Maria. Und es ist nicht das Herunterplappern von 55 Gebeten, sondern das einschwingen in den jeweiligen Gedanken, der betrachtet wird. Als Kind bin ich dabei immer eingeschlafen, aber jetzt macht mich dieses Gebet eher sehr munter, weil ich alle Einflüsse von außen nicht mehr wahrnehme und mich mit Hilfe der einzelnen Perlen und Gesätze des Rosenkranzes eine halbe Stunde mit Jesus beschäftige. Wenn das kein Muntermacher ist!
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Der junge Mann hatte alles, was man sich so wünscht: einen reichen Papa, der seinen Sohn gern mit allem ausgestattet hat, was er haben wollte, eine Mutter, die ihn über alles liebte und mit ihrer Liebe die Härten des Vaters abgemildert hat, französisches und italienisches Blut in den Adern und somit eine angenehme Stimme, überschäumendes Temperament und tänzerische Begabung, eine große Clique von Jugendlichen, deren Anführer er gern war – aber er hatte keine Idee, was er mit seinem Leben machen sollte. Als Tuchhändler, Kaufmann und Europareisender zu leben war irgendwie nicht seins, ein angesehener Ritter in einem großen Heer schon eher; aber eine Stimme im Inneren sagt ihm: geh nachhause, ich werde Dir sagen, was zu tun ist. Ein dritter Versuch als junger Stadtbürger in den Krieg gegen die Feindesstadt Perugia zu ziehen, endete im Gefängnis und dann, wieder in Freiheit, in Depressionen und tiefste innere Verzweiflung. In seiner Not brüllt er den Herrn am Kreuz in San Damiano an: "Was willst Du eigentlich von mir?" und er hört: "Bau mir meine Kirche wieder auf, siehst Du nicht, wie sie zerfällt?" Nach dem ersten Erschrecken und der ersten Verblüffung wird klar: Jetzt endlich hat er eine Idee, einen Plan, einen Auftrag für sein Leben - Kirche bauen. Erst baut er die steinernen kleinen Kapellen und Kirchen ringsum auf und merkt später: Nein, es geht nicht um einen Kirchbauverein, es geht um alle Getauften, die in Wirklichkeit die Kirche Gottes sind. Und er lebt und betet und arbeitet und singt und leidet und pflegt Aussätzige und immer mehr Brüder kommen dazu. Und immer mehr Menschen spüren durch ihn ihren Auftrag: Baue meine Kirche wieder auf! Das ist es, was uns Franziskus von Assisi, dessen Fest wir weltweit am Samstag gefeiert haben, mit auf den Weg und auch heute mit in den Tag gibt: Da, wo Du lebst, da, wo Du arbeitest, da, wo Gott Dich hingestellt hat: baue seine Kirche wieder auf! Und vergiss nicht zu singen und den Schöpfer für seine Geschöpfe zu danken. 
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